Privatkundengeschäft Deutsche Bank trennt sich von Postbank

Der Gigant speckt ab: Die Deutsche Bank trennt sich von ihrer Mehrheit an der Postbank. Das teilte der Dax-Konzern nach einer Sondersitzung des Aufsichtsrats mit.

Die Logos der Deutschen Bank und der Postbank: Trennung von ehemaliger Post-Tochter
REUTERS

Die Logos der Deutschen Bank und der Postbank: Trennung von ehemaliger Post-Tochter


Die Deutsche Bank trennt sich von der Postbank. Das teilte das Institut am Freitagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

"Der Aufsichtsrat hat heute einstimmig beschlossen, den vom Vorstand unterbreiteten Vorschlag zu unterstützen", hieß es in einer kurzen Mitteilung. In der engeren Wahl für die neue Strategie war bis zuletzt auch noch eine Abspaltung des gesamten Privatkundengeschäfts. Die Führung von Deutschlands größtem Geldhaus entschied sich nun aber für die "kleine" Lösung: Die Postbank soll "entkonsolidiert" werden. Das heißt, der Anteil an dem Bonner Institut fällt auf jeden Fall unter 50 Prozent.

Details der neuen Strategie will die Deutsche Bank am Montag präsentieren. Bereits am Sonntagnachmittag sollen die Quartalszahlen veröffentlicht werden.

Einschnitte soll es auch im Investmentbanking geben. Wie viele Stellen im Konzern wegfallen, blieb zunächst offen.

Etliche Vertreter der Gewerkschaft Ver.di sitzen in dem Kontrollgremium, darunter Gewerkschaftsboss Frank Bsirske. Dieser will nun in den weiteren Verhandlungen den Kündigungsschutz durchsetzen, für den Hunderte Postbanker seit Wochen auf die Straße gehen.

"Der nächste anstehende Schritt für Ver.di ist jetzt, Beschäftigungssicherheit für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Konzern zu schaffen und den Verzicht auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen durchzusetzen", erklärte Bsirske.

Die Schrumpfkur ist eine Reaktion auf strengere Kapitalanforderungen der Aufseher weltweit. Zudem hofft das Deutsche-Bank-Management, das eine verkleinerte Universalbank wieder dauerhaft profitabler sein kann.

Bei der einstigen Post-Tochter Postbank war die Deutsche Bank im September 2008 eingestiegen. Gut zwei Jahre später sicherte sich Deutschlands größtes Geldhaus die Mehrheit an dem Bonner Institut. Zuletzt kontrollierte die Deutsche Bank 94,1 Prozent der Anteile. Die hohen Erwartungen an die Postbank mit ihren 14 Millionen Kunden erfüllten sich jedoch nie.

loe/dpa

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insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
fortinbrass 24.04.2015
1. Warum nicht alles verkaufen ?
Als langjähriger Postbank-Kunde würde ich mich freuen.
jepp_besserwisser 24.04.2015
2. Wird die Postbank ja froh sein...
sich vom Klotz zu trennen.
oblong100 24.04.2015
3. Peinlich und hochgradig inkompetent!
Strategieentwicklung der Deutschen Bank: 1. Schritt: wir brauchen das privat Banking nicht mehr und vergraulen unsere Privatkunden. 2. Schritt: Feststellung, oh, wir brauchen sie doch! 3.Schritt: wir kaufen die Postbank! Problem gelöst! 4. Schritt: die Rahmenbedingungen haben sich geändert, wir brauchen kein Privatkundengeschäft! Wir verkaufen die Postbank! 5.Schritt: Privatkundengeschäft ...? Firmen bzw. Institutionen mit solch rasanten Strategiewechseln werden von Inkompetenz und Ahnungen geleitet. Strategiewechsel in der Geschwindigkeit spricht für Weitblick sowie von großem Verständnis für das eigene Business!
pfeiffffer 25.04.2015
4.
"Die hohen Erwartungen an die Postbank mit ihren 14 Millionen Kunden erfüllten sich jedoch nie." Schön formuliert :D Die sind nicht an die Gelder der Postbank-Kunden rangekommen, um damit zu zocken, somit ist die Postbank für die DB natürlich wertlos.
logabjörk 25.04.2015
5. abspecken
damit die Fetten noch fetter werden.
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