Transaktionspanne Deutsche Bank überweist aus Versehen 28 Milliarden Euro

Erst Personalquerelen, jetzt ein peinlicher Fehler: Bei der Deutschen Bank ist eine vermeintliche Routinezahlung ziemlich schief gegangen. Fehlt es an ausreichenden Kontrollen?

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt
DPA

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt


Bei Deutschlands größtem Geldhaus scheint es an einigen Ecken nicht ganz rund zu laufen. Zu den anhaltenden Personalquerelen kommt nun eine Transaktion, die nicht ganz so routiniert ablief wie geplant: 28 Milliarden Euro überwies die Deutsche Bank aus Versehen im täglichen Geschäft. Das berichtet "Bloomberg" unter Berufung auf Bankenkreise. Die Deutsche Bank hat den Fehler inzwischen bestätigt.

Die Summe sei viel höher gewesen als die geplante Überweisung, schreibt Bloomberg weiter. Demnach soll der Fehler eine Woche vor Ostern unterlaufen sein, der Transfer ging an ein Konto von Eurex Clearing House, das zu der Deutschen Börse AG gehört.

Nach Angaben eines Deutsche-Bank-Sprechers sei der Fehler innerhalb von Minuten bemerkt und behoben worden. Finanzielle Schäden habe es keine gegeben. Der Transfer fiel in die letzten Wochen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden John Cryan, der angekündigt hatte, die Risiko- und Kontrollprozesse der Bank zu verbessern.

Experte: "Cryan hat versagt"

"Wir haben die Gründe für den Fehler genau überprüft und Schritte eingeleitet, um ein erneutes Auftreten zu verhindern", so der Sprecher der Deutschen Bank. Analysten äußerten sich weniger zuversichtlich. So sagte Dieter Hein von Fairresearch laut Bloomberg, dass ein solcher Fehler auf inadäquate Kontrollen hinweise. "Das ist peinlich. Der Zwischenfall zeigt, dass die Probleme der Deutschen Bank so groß sind, dass sie nicht sofort behoben werden können. Cryan hat versagt."

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Die Nachricht kommt in einer Zeit des Umbruchs für die Deutsche Bank: Nachdem Vorstandschef John Cryan gehen musste, verlassen nun auch sein Vize Marcus Schenck und IT-Chefin Kim Hammonds das Unternehmen. Letztere war mit ihren kritischen Aussagen zu ihrem Arbeitgeber in die Schlagzeilen geraten: So bezeichnete sie die Deutsche Bank als "dysfunktionalstes Unternehmen".

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