Deutsche Bank Händler kündigen, weil sie sich benehmen müssen

Unsoziales Verhalten will die Deutsche Bank nicht länger hinnehmen - wer gegen die Regeln verstößt, verliert im Ernstfall seine Bonuszahlungen. Doch das Institut bezahlt dafür einen hohen Preis.

Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt: Milliarden-Rückstellungen für Prozesse
AP

Deutsche-Bank-Türme in Frankfurt: Milliarden-Rückstellungen für Prozesse


Bangalore - Wegen der Streichung von Boni muss die Deutsche Bank einem Zeitungsbericht zufolge eine Abwanderung von Händlern hinnehmen. Die Bank plane, Händlern in Spitzenpositionen künftig die Boni und weitere Sondervergütungen zu streichen, wenn sie "für Unruhe sorgten" oder nicht teamfähig seien, berichtet die "Financial Times". Daher würden Banker der Deutschen Bank Chart zeigen den Rücken kehren und stattdessen in weniger regulierten Bereichen wie etwa bei Hedgefonds anheuern, hieß es weiter. Die Deutsche Bank war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Deutschlands größtes Geldhaus ist in eine Reihe von Skandalen verstrickt. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten dürften zum Jahresende bei etwa drei Milliarden Euro liegen, wie der Vorstand mehrfach angedeutet hat. Unter anderem steht noch eine Strafe der angelsächsischen Regulierer wegen Tricksereien bei Referenzzinsen aus. Einzelne Händler hatten den Ermittlungen zufolge untereinander die Höhe von Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen.

Wie die "Financial Times" weiter berichtete, erwägt die britische Großbank Barclays Chart zeigen ähnliche Schritte wie die Deutschen. Ihr Bonussystem war als einer der entscheidenden Faktoren angeführt worden, die den Libor-Skandal auslösten. Barclays wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

mik/Reuters



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