Managerboni: Deutsche Bank verschärft Regeln

Die Deutsche Bank erhebt stärkeren Zugriff auf ihre Manager-Boni. Das Geldinstitut kann nun auch Sonderzahlungen zurückfordern, die der Mitarbeiter bei einem früheren Arbeitgeber erworben hat. Den Führungskräften drohen noch strengere Regeln.

London - Die Deutsche Bank hat ihre Boni-Regeln für Manager verschärft. Die Maßnahmen sind bereits Anfang des Jahres in Kraft getreten und wurden noch von Ex-Vorstandschef Josef Ackermann eingeführt. Ein interessantes Detail wurde aber erst jetzt bekannt: Wie die "Financial Times" berichtet, kann das Institut Managern nun auch Boni streitig machen, die diese zuvor bei anderen Arbeitgebern erworben haben.

Der Hintergrund ist laut einem Deutsche-Bank-Sprecher folgender: Üblich sei in der Branche, dass Führungskräfte bei einem Wechsel neue Aktienoptionen bekommen. Damit werde die Attraktivität der neuen Stelle gesichert. Immerhin verfielen die Aktien, die der Manager von seinem alten Arbeitgeber erhalten hat. Um aber sicherzustellen, dass die Deutsche Bank die Boni zur Not zurückfordern können, werden "auch die neuen Aktien als verfallbar gekennzeichnet", so der Sprecher.

Der "Financial Times" zufolge hat bislang kein anderes globales Institut solche Regeln aufgestellt. Experten hielten es jedoch für möglich, dass auch andere Banken in Zukunft ähnliche Vorschriften einführten.

Ackermann-Nachfolger Anshu Jain deutete kürzlich an, dass es noch weitere Änderungen bei den Boni geben könnte. Die Bank habe die Bezahlung bereits gesenkt und werde ihre Vergütungsgrundsätze weiter überprüfen, sagte Jain. Dabei gehe es sowohl um die absolute Höhe der Bezahlung als auch um das Verhältnis von Gehältern zu den Ausschüttungen an die Aktionäre. Am 11. September wollen Jain und Co-Chef Jürgen Fitschen ihre neue Strategie für die Bank vorstellen.

cte/Reuters

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