Trotz Jahresverlust Deutsche Bank verteidigt Boni-Erhöhung

Die Deutsche Bank muss 2017 wahrscheinlich den dritten Jahresverlust in Folge ertragen. Dennoch werden die Boni für Manager offenbar steigen - wie ein Interview der beiden Vizechefs nahelegt.

Marcus Schenck
REUTERS

Marcus Schenck


Die beiden stellvertretenden Vorstandschefs der Deutschen Bank, Marcus Schenck und Christian Sewing, haben sich in einem gemeinsamen Interview für höhere Bonuszahlungen ausgesprochen. "Wettbewerbsfähige Bezahlung ist für die Bank ein wichtiger Punkt", sagte Sewing dem "Handelsblatt".

Unbestätigten Berichten zufolge hatte die Höhe der Zahlungen im Vorstand und Aufsichtsrat der Bank für Streit gesorgt. Für das Jahr 2015 hatte die Bank noch rund 1,4 Milliarden Euro an Investmentbanker ausgeschüttet; 2016 wurden die Boni drastisch gekürzt, viele Banker kassierten gar keine Zusatzzahlung.

Für 2017 soll es dem Vernehmen nach wieder hohe Ausschüttungen geben - obwohl die Bank zuletzt hohe Verluste gemacht hatte. Schenck und ein weiterer Manager sollen mindestens 1,2 Milliarden Euro gefordert haben, berichtete zuletzt die "Wirtschaftswoche". Das Geldhaus nahm dazu nicht Stellung.

Auch im "Handelsblatt"-Interview wurde die genaue Höhe der Zahlungen nicht genannt. "Wir haben eine gemeinsame Linie gefunden, die wir gut rechtfertigen können", sagte Sewing nur.

Den erneuten Jahresverlust der Deutschen Bank sieht Schenck nach eigenen Angaben gelassen. "Wir haben immer gesagt, dass der Umbau unserer Bank mehrere Jahre dauern wird", sagte er. "Wir sind gerade mitten auf diesem Weg."

ssu

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insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
duplomat 10.01.2018
1. "Wir sind gerade mitten auf diesem Weg."
Welch eine herausragend subtile Begründung. Mein Chef stuft mich komischerweise nicht hoch, wenn ich ihm sage, dass es immer noch etwas dauert und ein Ende nicht absehbar ist.
frank.huebner 10.01.2018
2. Tja, läuft
Läuft doch für die Vorstände und Banker. Solange es eine Dividende gibt spielen die Anleger auch mit. Aber irgendwer zahlt den Preis für die Boni, und wenn es am Ende der Steuerzahler, der indirekt die Abschreibungen darauf finanziert.
Bueckstueck 10.01.2018
3. Noch schnell die Taschen füllen...
... bevor ein gewisser Robert Mueller in Zuge seiner Ermittlungen den Trump/Kushner-Deutsche Bank-Russland Geldwäscherring aufdeckt? Es macht fast den Anschein. Und das die DB hochkriminell veranlagt ist, wissen wir längst, nicht zuletzt wegen ihrer Geldwäscherei in Russland. Warum sie als einzige Grossbank jedoch noch bereit ist trump Geld zu leihen, hingegen nicht... die Antwort darauf wird vermutlich verheerend sein.
held_der_arbeit! 10.01.2018
4. Selbstbedienungsladen
Das Argument man müsse Unternehmen mit astronomischen Boni und Abfindungszahlungen ausplündern (und dann eben bei den Beschäftigten sparen), weil man sonst die "Top"-Manager verliert ist Unsinn. Wie die Deutsche Bank (aber auch Fälle wie Air Berlin) zeigen, sind die derart angelockten Herrschaften zwar offensichtlich gieriger, aber keinesfalls kompetenter
finger_weg 10.01.2018
5.
Und was passiert, wenn die Herren keinen Erfolg hinbekommen? Boni sollten erst dann gezahlt werden, wenn auch tatsächlich der Erfolg da ist. Die Vergangenheit hat ja gezeigt, dass die vielen überbezahlten Manager ihr Geld nicht wert sind, ganz besonders bei der Deutschen Bank.
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