Rekordverlust Vorstände der Deutschen Bank müssen auf Boni verzichten

Die Chefetage der Deutschen Bank bekommt das schlechte Abschneiden des Konzerns zu spüren. Der Aufsichtsrat streicht dem gesamten Vorstand die Boni für 2015.

Deutsche-Bank-Chef Cryan: Es gibt ein Leben ohne Bonus
AP/dpa

Deutsche-Bank-Chef Cryan: Es gibt ein Leben ohne Bonus


Ein Rekordverlust, der Aktienkurs ist im Keller, die Dividende gestrichen: Die Deutsche Bank hat ein desaströses Jahr hinter sich - und das soll sich nun auch auf den Konten der Vorstandsmitglieder bemerkbar machen. Denn nach dem Verlust im Jahr 2015 fällt der Bonus für den Deutsche-Bank-Vorstand aus.

Der Aufsichtsrat habe die variable Vergütung für alle Manager gestrichen, die dem Gremium im vergangenen Jahr angehörten, sagte Co-Chef John Cryan. Für ihn sei das angesichts der anhaltenden Aufräumarbeiten bei Deutschlands größtem Geldhaus keine Überraschung. Er selbst fühle sich "persönlich verantwortlich" für den Verlust von fast sieben Milliarden Euro 2015, sagte der Manager. Cryan steht seit Juli 2015 mit an der Spitze der Bank. Er folgte auf Anshu Jain, der seinen Posten räumen musste.

Auch der Bonuspool für die Mitarbeiter werde spürbar kleiner ausfallen als ein Jahr zuvor, sagte Cryan. "Wir bezahlen weniger als unsere internationale Konkurrenz, aber ich glaube, die meisten verstehen das." Genaue Zahlen nannte er nicht, die endgültige Entscheidung wird Anfang März erwartet. Nach Angaben aus Finanzkreisen ist der Prämientopf für 2015 in einigen Abteilungen um bis zu 30 Prozent geschrumpft.

Die Deutsche Bank Chart zeigen hatte bereits vor einer Woche mitgeteilt, dass sie bei Bonuszahlungen sparen will: Künftig sollen die Prämien für außertarifliche Mitarbeiter noch stärker an den Unternehmenserfolg gekoppelt werden. Im vergangenen Jahr häufte der Dax-Konzern unter dem Strich rund 6,8 Milliarden Euro Verlust an. Es ist der höchste Jahresverlust in der Geschichte der Bank. Auf die Schreckenszahl hatte die Deutsche Bank die Börsianer bereits vor Tagen vorbereitet. Cryan hat dem Konzern einen radikalen Umbau verordnet.

mmq/dpa/Reuters

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
andraschek 28.01.2016
1. Ich denke nicht
das der Vorstand nun am Hungertuch nagen muss, es werden sicher auch einige Arbeitsplätze gestrichen werden und für die meisten ist dieser Einscchnitt erheblich härter als der Ausfall eines Jahresbonis den andere in Ihrem ganzen Arbeitsleben nie erreichen können.
sir wilfried 28.01.2016
2. Ich bekomme auch keine Boni,
obwohl ich keine Milliarden versemmelt habe. Das Leben geht auch ohne weiter.
subiccrit 28.01.2016
3. Boni
Wäre ja noch schöner, überhaupt im Ansatz an Boni zu denken, bei den desaströsen Nachrichten, die von der DB seit Jahren zu hören sind. Man kann sich nur fragen, wie es zu so vielen Rechtsstreitigkeiten und jahrelangen Verlusten kommen konnte und mit welchem Geschäft die Bank aus den Miesen und Schlagzeilen herauskommen will?
querdenker101 28.01.2016
4. Keine Boni
für den Vorstand. OK, aber der Vorstandsvorsitzende ist damit wohl nicht gemeint. Warum sonst sollte er alle bilanzbelastenden Posten dieses Jahr eingestellt haben.
johannesmapro 28.01.2016
5.
Die Boni mindern die vereilenden Gewinn, bzw. erhöhen den Verlust, bei einem negativen Ergebnis kann es keine Boni geben schon gar nicht für den Vorstand, das würde das System der Boni auf den Kopf stellen. die Folge davon ist das die verblieben guten Mitarbeiter dahin gehen wo ihre Arbeit noch mit Boni gewürdigt werden. Aber es geht darum das die Mannschaft als ganze besser spielt. Im Prinzip zeigt es auch wie falsch das Boni System ist, weil ein Teil der Verrluste die Altlasten betrifft die damals noch Ackermann und Co Boni brachte, wenn ich Boni kassiere und rechtzeitig verschwinde ist das super.
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