Trotz hoher Verluste Deutsche Bank zahlt 2,3 Milliarden Euro Boni aus

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr noch mehr Verlust gemacht als bislang bekannt. Trotzdem kündigt das Institut Bonuszahlungen in Milliardenhöhe an.

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Die Deutsche Bank zahlt ihren Mitarbeitern trotz des dritten Jahresverlusts in Folge für das vergangene Geschäftsjahr wieder einen Milliardenbonus. Wie aus dem Geschäftsbericht des größten deutschen Geldhauses hervorgeht, beträgt die Gesamtsumme der variablen Vergütung für die rund 97.500 Mitarbeiter des Konzerns 2,275 Milliarden Euro. Für 2016 hatte die Bank lediglich 546 Millionen Euro an Boni ausgeschüttet - vor allem an die Mitarbeiter der Investmentbank.

Zudem gab die Bank die endgültigen Geschäftszahlen für 2017 bekannt. Der Verlust fiel noch höher aus, als im Januar geschätzt. Das Minus betrug im vergangenen Jahr 735 Millionen Euro. Zunächst hatte die Deutsche Bank Chart zeigen einen Verlust von einer knappen halben Milliarde Euro gemeldet.

2016 hatte die Bank einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro gemacht, 2015 betrug das Minus sogar 6,8 Milliarden Euro.

Angesichts der roten Zahlen verzichtet das Top-Management erneut auf seinen Bonus. Vorstandschef John Cryan bezog 2017 ein Grundgehalt von 3,4 Millionen Euro. Das sind 400.000 Euro weniger als im Vorjahr. Grund ist eine Änderung der Vergütungsregeln. Den Aktionären will die Bank eine Mini-Dividende von 11 Cent je Anteilsschein zahlen.

mmq/Reuters/dpa



insgesamt 95 Beiträge
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Spiegelleserin57 16.03.2018
1. da muss ja Frau Merkel jetzt in Ohnmacht fallen!
sie hatte sich über hohe Gehälter der Manager gewundert und nun wird sie noch mehr staunen was selbst bei hohen Verlusten alles möglich ist. Vielleicht wacht nun endlich die neue Regierung auf und schafft einen gerechten Ausgleich.
axel_roland 16.03.2018
2. Immer dieses ewige Gejammere um Bonuszahlungen
Anders als der Staat, der jährliche ebenfalls Milliarden Euro EURER Gelder für unnötigen Unsinn verplempert (oh sorry - ich meine die Steuerzahler - also doch eher weniger hier im Forum...), ist die Deutsche Bank einfach eine Firma zu der man als Kunde gehen kann, wenn man mag (und dann die Managergehälter eben mitbezahlt) - oder eben nicht. Es gibt hier noch nicht mal ein Oligopol. Soll die Deutsche Bank doch pleitegehen an ihren Bonuszahlungen. Das ist nun wirklich ihre eigene Sache.
spon-facebook-10000359273 16.03.2018
3. Andere Regeln
Guten Morgen, ist die Bezeichnung 'Schmarotzer' für diese Leute zu stark? In jedem mittelständischen Unternehmen werden, wenn es so lange so tief ins Minus geht, harte Fragen an die Firmenleitung gestellt (nicht zuletzt von den Banken!) und keine Boni bezahlt. Was ist da eigentlich los? Viele Grüße LS
Mister Stone 16.03.2018
4. Wir haben das so gewollt
Wenn die Eigentümer der Bank sich das gefallen lassen, ist alles gut. Und wenn wir Regierungen "wählen", welche das Kapital der Banken alternativlos retten, auch dann, wenn trotz drohender Bankenpleiten riesige Boni bezahlt werden, dann ist auch alles gut. Die Mehrheit der Wähler will das so, sonst hätte sie anders gewählt.
architekt09 16.03.2018
5. Man gönnt sich ja sonst nichts
Im Schnitt mehr als das Jahresgehaltes einer Kassiererin als Bonus. Nicht schlecht... Einfacher kann man Schulden nicht sozialisieren. Steuern sparen durch Verlustausweisung und mitnehmen, was geht. Legaler Diebstahl halt. Ist alles eine Frage der Zeit, wann es dem Normalbürger reicht.
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