Frankfurt am Main - Der Computer handelt schneller: Die Deutsche Börse
stellt den klassischen Parketthandel in Frankfurt früher ein als bisher geplant. Vom 23. Mai 2011 an wird der Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) mit sämtlichen Aktien und Anleihen ausschließlich über das elektronische Handelssystem Xetra erfolgen. Das beschloss der Börsenrat am Mittwoch, wie die Deutsche Börse AG mitteilte.
Der Blick von der Galerie des Frankfurter Börsensaales auf die Tische der
Skontroführer (mehr auf Wikipedia), auch Schranken genannt, mit der Dax
-Tafel im Hintergrund ist für viele Menschen der Inbegriff der Frankfurter Börse. Allerdings laufen seit Jahren weit mehr als neunzig Prozent des Börsengeschehens über den Computerhandel. Spöttern gilt der Handelssaal in der Frankfurter Innenstadt nur noch als "Kulisse fürs Fernsehen". Diese Funktion kann das Parkett auch künftig erfüllen: Der Handelssaal am Börsenplatz bleibt durch die Präsenz der Xetra-Spezialisten in Betrieb.
Bisher war der Abschied vom klassischen Parketthandel erst für März 2012 vorgesehen - die Überlegung dazu gibt es seit mindestens zehn Jahren. Der Vorsitzende des Frankfurter Börsenrats, Lutz Raettig, begrüßte die Bereitschaft der Händler, den Präsenzhandel bereits vor Ablauf der zunächst vorgesehenen Übergangsfrist zu beenden. "Mit dem heute gefassten Beschluss tragen wir den Entwicklungen im wettbewerblichen und regulatorischen Umfeld der Börse Rechnung", sagte Raettig.
ore/dpa/Reuters
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