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Chef der Deutschen Börse: "Die Fusion ist gottgewollt"

Deutsche-Börse-Chef Kengeter Zur Großansicht
DPA

Deutsche-Börse-Chef Kengeter

Die Deutsche Börse will mit der Londoner Börse verschmelzen. Nun hat der Vorstandsvorsitzende Kengeter dem Vorhaben eine religiöse Dimension verliehen.

Für diesen Satz könnte Carsten Kengeter eine Menge Spott ernten. Am vorigen Mittwoch hat der Chef der Deutschen Börse mit pathetischen Worten für den geplanten Zusammenschluss mit der Londoner Börse geworben.

"Die Fusion ist gottgewollt", sagte der ehemalige Investmentbanker Kengeter laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung" auf einer Betriebsversammlung. Die Deutsche Börse war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Das letzte Mal, als ein Manager einen ähnlichen Vergleich wagte, löste er einen Sturm der Entrüstung aus. Im Jahr 2009 hatte Lloyd Blankfein, der Chef der US-Bank Goldman Sachs, in einem Interview gesagt, er und seine Bank verrichteten "Gottes Werk". Kurz zuvor hatte Blankfein satte Gewinne verkündet - während der Rest der Welt, unter anderem wegen fragwürdiger Produkte seiner Bank, unter der Finanzkrise und der schärfsten Rezession seit Jahrzehnten litt.

Die Deutsche und die Londoner Börse haben vereinbart, ein gemeinsames Unternehmen zu bilden. Der Vorstand des Dax-Konzerns hatte den Deal vergangene Woche abgesegnet. Sitz der neuen Holding soll in London sein, weswegen Kengeter mit Widerständen in Frankfurt zu kämpfen hat.

ssu

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insgesamt 97 Beiträge
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1. Viel wichtiger
lhr 19.03.2016
Würde mich sehr interessieren ob er für oder gegen den Brexit ist.
2.
Atheist_Crusader 19.03.2016
Ich persönlich werde immer nervös, wenn Menschen mit großem Einfluss plötzlich anfangen, von Religion zu quatschen. "X ist der Antichrist!", "Es ist der Wille Gottes, dass wir Y tun!", "Gott ist wütend weil wir Z tun!". Das überzeugt mich NICHT. Eher das Gegenteil: es lässt mich schwer an Kompetenz, Urteilsvermögen und gesundem Meschenverstand des Sprechers zweifeln. Es gibt für diese Fusion so einige gute Argumente - und auch gute Argumente dagegen - aber Hirngespinste haben dabei keinen Platz. Wer so etwas von sich gibt, gehört umgehend aus dem Entscheidungsprozess entfernt. Soll er sich mit ein paar Buntstiften in die Ecke setzen und den rationalen Menschen die Entscheidungen überlassen.
3. Warum?
gebcez 19.03.2016
Warum zum Teufel wartet man nicht, bis das Referendum in GB vorbei ist, bis man eine Fusion durchführt? So Menschen verwalten gigantische Geldsummen und machen dann trotzdem so was.
4. Blödsinn
behemoth1 19.03.2016
So einen Blödsinn kann ja auch nur einer verbreiten, der alles gottgewollte in den Dreck zieht. Es war schon seit etlichen Jahren gewollt und man versuchte es auf dem Weg zu bringen, dieser Zusammenschluß ist nicht vom Himmel gefallen.
5. Argumente ausgegangen?
lemmy01 19.03.2016
Solche Sprüche kommen normalerweise, wenn es keine Argumente mehr gibt.
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