Euro-Zone Deutscher Export in Krisenländer bricht ein

Die südeuropäischen Krisenländer kaufen deutlich weniger deutsche Produkte. Mit minus 14 Prozent sind die Ausfuhren nach Portugal am heftigsten eingebrochen. Gut läuft dagegen der Export nach Japan, Russland und in die USA.

Container im Hafen von Lissabon: Exporte nach Portugal sind stark eingebrochen
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Container im Hafen von Lissabon: Exporte nach Portugal sind stark eingebrochen


Wiesbaden - Angesichts der schweren Rezession in Südeuropa ist dort die Nachfrage nach deutschen Produkten deutlich eingebrochen. Besonders groß fiel das Minus in Portugal aus. Die Exporte aus Deutschland brachen im ersten Halbjahr um 14,3 Prozent ein, meldete das Statistische Bundesamt. Die Ausfuhren nach Spanien gingen um 9,4 Prozent zurück, die Lieferungen nach Griechenland um 9,2 Prozent.

Auch mit Blick auf die gesamte Euro-Zone stand bei den deutschen Exporten in den ersten sechs Monaten ein Minus. Es fiel mit 1,2 Prozent aber noch glimpflich aus. Denn die Geschäfte mit Frankreich und den Niederlanden - den beiden wichtigsten Kunden im Euro-Raum - legten um jeweils mehr als vier Prozent zu.

Die gesamten deutschen Ausfuhren stiegen von Januar bis Juni um 4,8 Prozent auf 550,5 Milliarden Euro. Davon entfielen 211,6 Milliarden Euro auf die Euro-Zone. Die schwächere Nachfrage dort wird von Ländern außerhalb der EU ausgeglichen. Laut den Statistikern stiegen die deutschen Exporte in Nicht-EU-Staaten im ersten Halbjahr um 11,1 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Damit machten die Exporte in Drittländer 42 Prozent der gesamten deutschen Ausfuhren aus.

Besonders hohe Zuwächse gab es in den ersten sechs Monaten bei den Ausfuhren nach Japan (plus 19,9 Prozent), in die USA (plus 18,6 Prozent) und nach Russland (plus 14,8 Prozent).

Der deutsche Exportumsatz hatte im vergangenen Jahr erstmals die Billionen-Marke übertroffen. Der Branchenverband BGA senkte wegen der Rezession in vielen Euro-Ländern seine Wachstumsprognose für dieses Jahr auf gut vier Prozent.

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Grafiken: So wettbewerbsfähig sind die Euro-Staaten
Die deutschen Importe erhöhten sich im ersten Halbjahr um 2,4 Prozent auf 457,1 Milliarden Euro. Krisenländer wie Portugal und Italien steigerten ihren Absatz in Deutschland. Für die von der schweren Rezession geplagten Staaten gibt es zumindest einen Hoffnungsschimmer. Denn laut einer Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) scheinen die im Kampf gegen die Krise angestoßenen Reformen zu greifen. Demnach nimmt die Wettbewerbskraft der Krisenländer deutlich zu. Die Löhne werden konkurrenzfähiger, die Defizite beim Handel schrumpfen.

mmq/dpa/Reuters

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insgesamt 112 Beiträge
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Seite 1
mexi42 30.08.2012
1. Das hätte ...
auch Klein Erna gewusst: Wem man Geld wegnimmt, der kann sich nichts kaufen.
cabrioheinz 30.08.2012
2.
Zitat von sysopREUTERSDie südeuropäischen Krisenländer kaufen deutlich weniger deutsche Produkte. Mit minus 14 Prozent sind die Ausfuhren nach Portugal am heftigsten eingebrochen. Gut läuft dagegen der Export nach Japan, Russland und in die USA. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852906,00.html
Länder, denen es wirtschaftlich sehr schlecht geht, kaufen tatsächlich weniger bei uns ein? Donnerwetter, wer hätte das gedacht.
rvdf11974 30.08.2012
3. Nein!!!
Wie konnte das geschehen?
celsius234 30.08.2012
4. Wen wunderts außer BILD
Zitat von sysopREUTERSDie südeuropäischen Krisenländer kaufen deutlich weniger deutsche Produkte. Mit minus 14 Prozent sind die Ausfuhren nach Portugal am heftigsten eingebrochen. Gut läuft dagegen der Export nach Japan, Russland und in die USA. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,852906,00.html
das sind die Exportkredite deutscher Banken für Warenexporte nach diesen Ländern. Die fehlen jetzt bzw. der deutsche Steuerzahler soll mal wieder deutsche Banken via Ausland stützen. Wer das noch nicht begreifen will - BILD hilft NICHT - dem hilft keiner. Ich sag da mal - deutsche U-Boote - an Griechenland.
haller100 30.08.2012
5. Gut, dass es überall den Euro gibt!
Sonst würde unsere Währung schließlich im Vergleich zu den betroffenen Staaten unentwegt weiter steigen und dadurch den Export noch schlimmer abbremsen. Und vor allem hätte es den Export der vergangenen Jahre auch größtenteils gar nicht gegeben.
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