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Fernost-Konkurrenz: Deutsche Exporteure verlieren rasch Marktanteile an China

Hongkong: Hat sich die deutsche Wirtschaft zu stark auf China konzentriert? Zur Großansicht
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Hongkong: Hat sich die deutsche Wirtschaft zu stark auf China konzentriert?

Der Wettbewerb zwischen China und Deutschland verschärft sich: Auf wichtigen Auslandsmärkten geraten deutsche Hersteller immer öfter ins Hintertreffen gegenüber der Volksrepublik - selbst in deutschen Vorzeigebranchen wie dem Maschinenbau.

Berlin - China ist nicht nur ein wichtiger Kunde der deutschen Exporteure - sondern auch ein immer stärker werdender Konkurrent. "In den Industrieländern außerhalb Europas und mehr noch in den großen Schwellenländern verliert der Lieferant Deutschland rasant Marktanteile an China", heißt es in einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung.

Selbst in deutschen Vorzeigebranchen wie dem Maschinenbau stellt China demnach den größten Importanteil in wichtigen außereuropäischen Ländern - und baut seinen Vorsprung immer weiter aus. In den USA und Japan liege China inzwischen neben dem Maschinenbau und der Chemie auch in der Medizin-, Mess- und Steuerungstechnik vor Deutschland.

Selbst in Europa greife die Konkurrenz aus der Volksrepublik an. Im Fahrzeugbau, der Chemieindustrie und dem Maschinenbau seien die deutschen Hersteller zwar noch in Frankreich, Großbritannien und Italien führend. Doch habe die Wachstumsdynamik im vergangenen Jahrzehnt nachgelassen, der Newcomer aus Fernost hole immer weiter auf. "Setzt sich diese Entwicklung fort, so läuft Deutschland Gefahr, auch auf seinen europäischen Exportmärkten zunehmend Anteile an China zu verlieren", heißt es in der Studie.

In großen Schwellenländern wie Brasilien und Indien habe sich Deutschland bislang in keiner seiner zentralen Exportbranchen als führender Importeur durchsetzen können, schreiben die Prognos-Experten weiter: "China ist Deutschland in beiden Märkten dicht auf den Fersen oder sogar schon vorbeigezogen." Das gelte für alle betrachteten Branchen - mit Ausnahme des Fahrzeugbaus.

Als Grund geben die Forscher an, dass sich die deutsche Wirtschaft zu stark auf China konzentriert und andere Schwellenländer vernachlässigt haben könnte. Zudem seien Produkte "Made in Germany" für Schwellenländer derzeit oft zu teuer und deshalb immer weniger gefragt. Deutschland laufe Gefahr, den Anschluss auf diesen wichtigen Zukunftsmärkten zu verlieren, heißt es in der Studie.

ssu/Reuters

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1. Ein Wunder?
fk85 06.06.2013
Zitat von sysopGetty ImagesDer Wettbewerb zwischen China und Deutschland verschärft sich: Auf wichtigen Auslandsmärkten geraten deutsche Hersteller immer öfter ins Hintertreffen gegenüber der Volksrepublik - selbst in deutschen Vorzeigebranchen wie dem Maschinenbau. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-exporteure-verlieren-rasch-marktanteile-an-china-a-904134.html
Nein! Kein Wunder! Wenn deutsche Firman Ihr Wissen und Erfahrung nach seit Jahren China verlegen und dieses Wisen ohne Einschränkungen preis geben, dann kommt die Retourkutsche 10-Fach wieder zurück. Da hilft auch der Euro nichts. Deutschland wird der große Verlierer im nächsten Jahrzehnt sein. China wird uns mit bester Qualität für einen Spottpreis erdrücken!
2.
mitgefühlundweisheit 06.06.2013
Und damit sich dieser Trend fortsetzt, lässt sich der oberste Chinese von Wirtschaftsfürsten beraten - einschliesslich Prof. Dr. Winterkorn ... Ist das clever oder Landesverrat?
3.
dunnhaupt 06.06.2013
Viele Deutsche haben immer noch die irrige Idee, dass China nur Billigware herstellt, weil wir von dort nur Billigware importiert haben. Aber China exportiert riesige Maschinen, Schiffe und ganze ICE-Züge.
4. Das soll eine Neuigkeit sein?
karlsiegfried 06.06.2013
In 20 Jahren importieren wir nicht nur unsere Autos aus China, sondern auch wenigstens 90 % der heutigen Exportartikel nach China. Für dieses Wissen bedarf es keiner aufwändigen Studie der Bertelsmannstiftung. Das sagt der klare Menschenverstand. Die Welt hat sich gedreht, wie schon so oft. Zur Erinnerung: Griechenland, Persien, Ägypten, Rom, Frankenreich mit Karl dem Großen, Commonwealth, USA, Europa und so weiter. Noch Fragen?
5.
Postscriptum_B 06.06.2013
Ah, das ist eine pure Schwarzmalerei, die vor den Wahlen verbreitet wird. Ich sehe gar keine Gefahr, weil "Made in Germany" das beste ist. Die Eu-Krise ist praktisch vorbei und es geht langsam wieder besser.
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