Berlin, Hamburg, München und Co. Großstädte fordern Elektrobusse von Autoindustrie

In deutschen Städten fahren fast ausschließlich Dieselbusse. Doch die Nahverkehrsbetriebe wollen auf emissionsfreie Busflotten umsteigen - und fordern die Autobauer nach SPIEGEL-Informationen dazu auf zu liefern.

Elektrobus in Mecklenburg-Vorpommern (Archivbild)
DPA

Elektrobus in Mecklenburg-Vorpommern (Archivbild)


Sieben deutsche Großstädte, darunter Berlin, Hamburg und München, machen Druck auf die Autoindustrie, die Entwicklung von Elektrobussen voranzutreiben. Die Nahverkehrsbetriebe der Städte haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, um einen Umstieg auf emissionsfreie Busflotten überhaupt möglich zu machen. Henrik Falk, Chef der Hamburger Hochbahn, sieht die Autobauer in der Pflicht: "Sie müssen zeigen, dass sie in der Lage sind, serienreife E-Busse zu liefern. Der Markt ist da." (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 32/2017
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Bislang gibt es aus Sicht der Verkehrsunternehmen keine adäquaten Busse mit Batterieantrieb. Aktuell werden in Deutschland lediglich Prototypen mit verschiedenen alternativen Antriebstechniken eingesetzt.

Die Nahverkehrsmanager der beteiligten Städte haben sich bereits mit Herstellern unter anderem aus Deutschland und China getroffen. Hamburg will 2019 und 2020 die ersten 60 batteriebetriebene Busse anschaffen. Die Ausschreibung läuft seit Kurzem. Falk rechnet damit, dass weitere Städte folgen und ebenfalls im größeren Stil E-Busse ordern werden. In Hamburg sollen nach dem Willen des Senats ab 2030 nur noch emissionsfreie Busse fahren.

Bislang sind in deutschen Städten fast ausschließlich Dieselbusse unterwegs. Die Umrüstung der Nahverkehrsflotten auf alternative Technologien ist aufwändig und teuer. Die aktuell verfügbaren Fahrzeuge kosten deutlich mehr als Dieselbusse. Außerdem müssen die Verkehrsunternehmen Betriebshöfe und Haltestellen mit Ladestationen ausstatten, damit E-Busse über Nacht oder auf der Strecke aufgeladen werden können.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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akn



insgesamt 217 Beiträge
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Seite 1
malk101 05.08.2017
1.
In Solingen fahren seit 2014 sog. O-Busse. E-Busse mit Oberleitungen. Geht wohl doch, wenn man will...
hwdtrier 05.08.2017
2. Große
Fahrzeuge = große Akkus. Riesenumweltbelastung. Aber der Strom kommt ja aus der Steckdose. Ach ja und das meist aus Kohlekraftwerken. Wenigstens solange bis die Sonne nachts scheint.
el burgués furioso 05.08.2017
3. Hinterher fahren...
Komisch, in Shanghai fahren die Batteriebusse ständig an unserem Büro vorbei. Und moderne Oberleitungsbusse gibt es auch. Mehrere Reisebusse mit Elektroantrieb und Batterie pendeln zwischen dem Betriebsgelände und der Metro-Station. In dem Gebäude arbeiten die Autofirmen CHERY, GEELY und QOROS an der Entwicklung neuer Fahrzeuge. Wo ist also das Problem?
toll_er 05.08.2017
4. Unverständlich
Es ist nicht zu verstehen, weshalb die Dringlichkeit einer solchen Maßnahme erst jetzt so laut verkündet wird. Diese lauten Dreckschleudern fallen doch jedem ins Auge. Nicht erst seit heute. Und die Flotte der Lieferwagen wie Sprinter und Co erzeugt doch mehr Dreck als alle Pkw.
OlafKoeln 05.08.2017
5.
Das ist uralte Technik. War in nicht wenigen Städten bis in 60iger nd 70iger Jahre gängige Praxis. Aber wahrscheinlich müssen es die Städte so machen wie die Deutsche Post. Da die deutschen Hersteller keine E-Lieferautos liefern wollten, musste die Post selbst (erfolgreich) zum Autobauer werden.
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