Einspruch der Wettbewerbshüter Deutsche Post darf Porto vorerst nicht erhöhen

Nach einem massiven Gewinneinbruch wollte die Deutsche Post das Briefporto erhöhen. Die Bundesnetzagentur hat das nun untersagt - weil das Unternehmen entsprechende Zahlen nicht liefern konnte.

Bote der Deutschen Post
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Bote der Deutschen Post


Die Deutsche Post darf vorerst das Briefporto in Deutschland nicht erhöhen. Die Bundesnetzagentur gab dafür keine Erlaubnis. "Eine endgültige Entscheidung ist wegen der aktuellen Umbrüche bei der Deutschen Post AG nicht möglich", sagte der Chef der Netzagentur, Jochen Homann. "Wir müssen diesen Schritt gehen, weil die Deutsche Post AG den Nachweis ihrer veränderten Kosten und Einsparungen in Folge der Umbruchsituation nicht hinreichend erbracht hat", begründete er das Nein der Behörde. "Unsere Entscheidung für die kommenden Jahre ist nur belastbar, wenn wir die Kostensituation und Umsatzentwicklung beurteilen können", sagte Homann.

Eine endgültige Genehmigung neuer Briefentgelte werde nach derzeitigem Stand im ersten Halbjahr 2019 ergehen. Damit gelten für die Verbraucher vorerst weiter die derzeit gültigen Preise.

Die Post muss sich neue Briefpreise von der Bundesnetzagentur genehmigen lassen. Dazu muss der Bonner Konzern der Behörde seine wirtschaftliche Lage umfassend darlegen. Auf dieser Grundlage entscheiden die Wettbewerbshüter dann. Derzeit baut die Post ihr Paket- und Briefgeschäft auf dem heimischen Markt nach einem massiven Gewinneinbruch um.

bam/Reuters



insgesamt 10 Beiträge
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tracemail 31.10.2018
1. Schwache Dienstleistung
Hallo, eine Organisation die Ihre Dienstleistung permanent reduziert solte auch nicht mehr Geld bekommen. Ich erhalte, ausser Sonntag, nicht mehr täglich Post zugestellt. Das versenden dauert inzwischen, selbst innerhalb der Metropolregion, bis zu drei Werktage. Ich versende bis zu 100 Briefen im Monat, deshalb diese Aussage. Für diese schwache Leistung auch noch mehr Geld zu fordern ist nicht angebracht und sollte nicht genehmigt werden.
kospi 31.10.2018
2.
Sind Sie mal froh, dass es die DP noch gibt. Sollte die mal Pleite gehen, dann bekommen die ganzen privaten Dienstleister Oberwasser. Dann geht die schnelle und pünktliche Zustellung komplett den Bach runter. Ich weiß, wovon ich rede; ich habe als Briefzusteller mehr als ein Jahr bei so einem Privatunternehmen gearbeitet.
apfeldroid 31.10.2018
3.
die Leistung hat nachgelassen und zu sagen, dass weniger Briefe versendet werden ist Augen verschließen, dass mehr Pakete versendet werden. Man hat sich gewohnt, dass man mit Portoerhöhung viel Geld einnehmen kann. Noch vor paar Jahren waren die Schritte bescheidener. 80 cent sind 14% Preiserhöhung, dass das angesichts jungster Erhöhungen nicht angebracht ist kann jeder verstehen. Immerhin ein seltenes Urteil zugunsten Verbraucher
sven2016 31.10.2018
4. Keine Unternehmenszahlen?
Woher kommt der Gewinneinbruch denn? Weil Amazon und Andere nur noch marginale Preise für die Dienstleistung „same day delivery“ und „next day“ bezahlen, und die Post/DHL sogar große Verteilzentren extra für Amazon bauen und betreiben musste? Das soll der Privatkunde dann auffangen? Verstehe ich nicht ganz. Von der Kostenseite hat DHL sich durch die Regionalfirmen schon aus dem Tarif verabschiedet. Schlimm genug. Und dann können sie die Zahlen nicht beibringen? Ist ja fast wie bei der Bewirtschaftung der Bundeswehr.
cherrylady 31.10.2018
5.
Für uns als Geschäftskunden kam heute die Post mit der alljährlichen Preiserhöhung für Paketdienstleistungen. Im Schnitt 0,20 € teurer werden Pakete ab 01.01.2019. Wir haben jetzt schon Schwierigkeiten die Versandkosten an unsere Kunden weiterzugeben. Wir versenden derzeit ca. 20.000 Pakete im Jahr. Möglicherweise holt man sich darüber, die abgelehnte Portoerhöhung wieder rein. Wer weiß.
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