Elektrotransporter Post erwägt Streetscooter-Börsengang

Mit ihrem Elektrotransporter Streetscooter wurde die Post kurzerhand zum Autobauer. Nun spricht sie offen über einen Börsengang.

Elektro-Kleintransporter der Deutschen Post
DPA

Elektro-Kleintransporter der Deutschen Post


Die Deutsche Post könnte ihre wachsende Elektrotransporter-Tochter Streetscooter an die Börse bringen. Das sagte der zuständige Post-Vorstand Jürgen Gerdes bei der Einweihung eines neuen Werks in Düren.

Für den Hersteller sei ein Börsengang in den nächsten zwei bis drei Jahren denkbar. Auch der Einstieg von Finanzinvestoren oder eine Partnerschaft mit einem großen Autobauer sei vorstellbar. Die Post wolle aber auch in Zukunft bei Streetscooter mitreden: "Wir werden nichts tun, was unsere Flotte in Unsicherheit bringen würde."

Nach wie vor ist der Bonner Konzern der größte Abnehmer der Fahrzeuge. Doch inzwischen verkauft die Post die E-Transporter auch an Dritte. Zuletzt hatte die britische Firma Milk & More 200 der Elektrofahrzeuge bestellt. Britische Milchmänner werden demnach künftig mit dem Streetscooter über die Insel fahren. Die zur deutschen Müller-Gruppe gehörende Milk & More beliefert mehr als 500.000 Haushalte im Vereinigten Königreich.

Der Streetscooter war 2012 vorgestellt worden. Seitdem ist die Post zu einem führenden Hersteller von Elektrotransportern aufgestiegen und profitiert dabei auch von der Diesel-Krise. Zuvor hatte das Unternehmen vergeblich bei traditionellen Autobauern um Kooperationen geworben. Inzwischen wird die Post beim Verkauf von der BMW-Tochterfirma Alphabet unterstützt.

Durch den neuen Standort im rheinländischen Düren verdoppelt sich die mögliche Produktion auf 20.000 E-Transporter im Jahr.

eaz/Reuters/dpa



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Seite 1
romanpg 30.05.2018
1.
Wer hätte gedacht, dass ein Unternehmen mit leicht angestaubten Image, wie die Deutsche Post mal zum Innovationsmotor wird
eckawol 30.05.2018
2. Konsequenter Start-Up-Investor,
der ein erfolgreiches Unternehmen an die Börse bringt , also "Kasse macht", und eine Minderheitsbeteiligung behält.
tempus fugit 30.05.2018
3. Vielleicht übernimmt die Post ....
Zitat von eckawolder ein erfolgreiches Unternehmen an die Börse bringt , also "Kasse macht", und eine Minderheitsbeteiligung behält.
...in absehbarer Zeit VW und baut dann die Zukunft: Intelligente, verbrauchernahe und saubere PostVolksWagen - PVW. Aber Logistiker waren immer aufgeweckte Leute, weil sie mit geringen Margen und daher mit viel Phantasie und Power Lösungen suchen müssen. Und der weisse Schnurrbart in Stuttgart wird regelrecht vibrieren - denn auch bei denen geht's ans Eingemachte...
nach-mir-die-springflut 30.05.2018
4. Pioniere
Genau dort, im Kurierlogistikbereich, spielen Elektrofahrzeuge technisch wie ökonomisch ihre Stärken aus. Sie sind mit wenig Systemleistung drehmomentstark, sie können Energie rekuperieren beim Bremsvorgang, Wartungs- und Verschleißkosten sind niedrig, bis 30 km/h sind sie leiser als der vergleichbare Verbrenner (Reifenabrollgeräusche vs. Motorengeräusche). CO2 wird immer wieder gerne als Argument gebracht, aber das ist es nicht, denn Flüssigkraftstoffe lassen sich auch CO2-neutral herstellen. Um mit dem Postauto nicht fanatisch zu sein, empfiehlt sich, einen Hybriden draus zu machen, das heißt, ihm noch einen kleinen Verbrennermotor zu spendieren, so dass es im Winter für den Fahrer gut beheizt ist, denn die letzte Information zu dem Straßenflitzer (Streetscooter) war, dass die Fahrer im Winter frieren oder ihre eigene Heizung mitbringen müssen. Elektro ist nur der Antrieb, der sagt nichts über den Energiespeicher aus, ob der nun eine Elektrobatterie ist oder ein Gas oder ein Flüssigkraftstoff. Interessant daher wäre ein Pilotprojekt zwischen der Post und Hydrogenious Technologies[1], die Firma den chemisch angebundenen Wasserstoff, sogenannter LOHC-Wasserstoff[2], auf den Weg zu bringen versucht. Dieser LOHC-Wasserstoff stellt ein flüssiges Mittel dar, in dem der Wasserstoff chemisch gebunden wird, er ist sodann dann tankbar und nicht brennbar. Der LOHC-Wasserstoff wäre die Batterie, die Stromherstellung für den Elektroantrieb würde die Brennstoffzelle übernehmen. Auf den Betriebshöfen der Post könnte der LOHC-Wasserstoff gefahrlos gelagert werden, Tanklastzüge könnten die Betriebshöfe und ihre Tankstellen beliefern. Die Elektrobatterien fielen beim Streetscooter dann weg, das Fahrzeug wird leichter und bietet mitunter mehr Stauraum, die Reichweite erhöht sich bzw. ließe sich problemlos an den Bedarf anpassen, ohne dass der Fahrer im Winter einen Petroleumofen ins Fahrzeug stellen muss - oder er hätte gar eine Klimaanlage für den Sommer. 1. "Hydrogenious Technologies wurde im Jahr 2013 als Spin-off der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg von CEO Dr. Daniel Teichmann und drei Mitgründern Prof. Wolfgang Arlt, Prof. Peter Wasserscheid und Prof. Eberhard Schlücker gegründet. Die Notwendigkeit sicherer, effizienter und skalierbarer Wasserstoffspeicher als multi-MWh Energiespeichersysteme wurde immer klarer – und flüssige organische Wasserstoffträgermaterialien (Liquid Organic Hydrogen Carriers – LOHC) stellten sich als die ideale Lösung heraus. Nach erfolgreicher Demonstration der technischen Machbarkeit in den Laboren der Universität, wurde aus der Idee Realität und Hydrogenious Technologies, ein weltweiter Pionier der LOHC basierten Energiespeicherung, wurde als Firma ins Leben gerufen." http://www.hydrogenious.net/de/ueber-uns/ 2. LOHC - Energiespeicher und Kraftstoff https://youtu.be/7QXZ3hpMs5s
MatthiasPetersbach 30.05.2018
5.
Es zeigt zumindest, daß die Mär, daß Autobauen jahrzehntelange Erfahrung benötigt, eben : eine Mär ist. Aber die hat eh niemand geglaubt. Wobei ich die Leistung der Betreffenden durchaus nicht schmälern will.
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