Von 70 auf 80 Cent Post erwägt offenbar Portoerhöhung für Standardbrief

Bei der Bundesnetzagentur haben sich seit Anfang des Jahres so viele Verbraucher über die Deutsche Post beschwert wie noch nie. Trotzdem wird das Porto für Standardbriefe ab 2019 wohl teurer.

Briefkästen in Hannover
DPA

Briefkästen in Hannover


Die Deutsche Post hat gerade erst die Preise für Waren- und Büchersendungen erhöht - und plant nun offenbar auch eine Portoerhöhung für Standardbriefe. Wie die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtet, sollen die Preise für Briefe bis 20 Gramm 2019 um 10 Cent auf 80 Cent angehoben werden.

Das Porto für den Standardbrief ist staatlich reguliert, eine Erhöhung ist aber ab 1. Januar 2019 prinzipiell wieder möglich. Dem Bericht zufolge hat die Post dafür noch keinen formellen Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt, spätestens im Herbst werde aber damit gerechnet. Ein Firmensprecher wollte dies gegenüber der Zeitung weder bestätigen noch dementieren.

4100 Beschwerden von Verbrauchern

Zunächst müsse die Bundesnetzagentur ein neues Verfahren zur Festlegung der Briefpreise festlegen. Sobald das feststehe, "werden wir auf dieser Grundlage entscheiden, welche Preise verändert werden sollen und deren Genehmigung bei der Bundesnetzagentur beantragen", sagte der Sprecher laut "BamS".

Die Deutsche Post hält die Bundesnetzagentur auch anderweitig auf Trab: Seit Januar sind dort schon 4100 Beschwerden von Verbrauchern über die Deutsche Post eingegangen - ein neuer Rekord. Zum Vergleich: 2017 hatte es im ganzen Jahr 6100 Beschwerden gegeben.

Mehr als die Hälfte der Beschwerden betrifft der Netzagentur zufolge Probleme bei der Zustellung. Über die Hälfte entfällt auf das lizenzpflichtige Brief-, ein Drittel auf das Paketgeschäft.

Anmerkung: In einer früheren Version des Textes hieß es, die Portoerhöhung betreffe Briefe bis 1000 Gramm. Es geht jedoch um Briefe bis 20 Gramm. Wir haben die Zahl korrigiert.

vet/dpa



insgesamt 122 Beiträge
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cyberpommez 27.05.2018
1. Das geht doch klar..
Einen Anachronismus kann man ruhig teurer machen und die modernen Alternativen kosten fast nix. Überquellende Briefkästen nerven nur, wer mich erreichen will, kann anrufen oder mailen. Also mich stört es nicht, eher sollte man die Preise noch stärker erhöhen, denn dann werden die Alternativen sich früher durchsetzen. Die Umwelt freut es auch.
Charlie Whiting 27.05.2018
2. Schon wieder?
Jemand von der Post hat wohl einen Vertrag mit der Briefmarken-Druck-Industrie. Sonst würde man wohl kaum ständig die Preise ändern. Und von Preissenkung redet natürlich niemand. Von mir aus kann der Brief ja 80 Cent kosten wenn das die nächsten Jahre so bleibt. Und gestern durfte ich ein Päckchen umpacken weil es 2cm zu lang war. Wie wär's mal mit Entschlackung der Preissegmente?
ehrgeizbefreiter 27.05.2018
3. so gräbt man sich selbst das Wasser ab
Da es mir egal ist wer mir die Post in meinen Briefkasten wirft, wenn sie denn gebracht wird... Ist diese Nachricht doch eine gute Nachricht für andere Zustelldienste sich in Stellung zu bringen. Ein drittel der Post erhakte ich eh schon nicht mehr von der BP.
udo l 27.05.2018
4. Ich denke es hat sich ein Fehler eingeschlichen,
der Standard Brief darf bis 20 gr. wiegen und nicht 1000 gr. Ansonsten denke ich, dass die deutsche Post gut daran täte, die zukünftigen Preiserhöhungen zum größten Teil ihren Mitarbeitern zukommen zu lassen. Dafür zahle ich dann gerne mehr.
mirage122 27.05.2018
5. Beschwerde-Rekord!
Es scheint in diesem Land wohl große Mode zu sein, einfach nur schlecht zu arbeiten. Dann darf man die Hand aufhalten (siehe unsere Verteidigungsministerin). Gerade bei der Post kann man beim besten Willen nicht von Dienstleistung sprechen. Aber man kann das notfalls anders definieren und bei der Bundesnetzagentur entsprechend einbringen. 80 Cent für einen einfachen Brief: Da werde ich noch mehr per e-Mail erledigen.
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