Pilotprojekt Post testet Briefzustellung an weniger Tagen

Manch einem Postkunden kommt es bereits jetzt schon so vor, als ob Briefe nicht täglich zugestellt würden. In Bonn testet das Unternehmen derzeit, die Auslieferung auf weniger Werktage zu reduzieren.

Briefträger bei der Arbeit
picture alliance / dpa

Briefträger bei der Arbeit


Immer wieder gibt es Beschwerden über mangelhafte Postdienstleistungen. Kunden beschweren sich über unregelmäßige Briefzustellung. In einem Pilotprojekt in Bonn testet die Deutsche Post derzeit offiziell, Sendungen an weniger Tagen in der Woche auszuliefern.

Seit Juli werden einigen ausgewählten Kunden auf freiwilliger Basis Briefe nur noch an drei oder einem Wochentag oder an fünf Tagen pro Woche an den Arbeitsplatz zugestellt. Ein Postsprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Bonner Generalanzeigers".

Gewerkschaft alarmiert

Derzeit ist das Unternehmen gesetzlich verpflichtet, Briefe werktäglich flächendeckend an die Kunden auszutragen. Über den Testlauf sei die Bundesnetzagentur als oberste Aufsichtsbehörde über die Postmärkte vorab unterrichtet worden.

Es gehe darum, vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft mit der verstärkten Nutzung von E-Mails, WhatsApp und Facebook sowie dem rückläufigen Briefvolumen, neue Optionen der Briefzustellung zu prüfen und Kundenbedürfnisse zu erforschen, sagte der Sprecher weiter. Das Projekt sei ergebnisoffen und laufe noch bis Ende September.

Die Gewerkschaft Ver.di befürchtet den Abbau von Arbeitsplätzen, sollte sich die Post aus der werktäglichen Zustellung Stück für Stück zurückziehen. "Bei uns brennt die Hütte", zitierte die Zeitung die stellvertretende Ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis.

brt/dpa

insgesamt 170 Beiträge
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naeggha 02.09.2017
1. interessant
wer bezahlt dann die mahngebühren bei zu spät zugestellten rechnungen? alle welt wird schneller und effektiver und dann macht die post sowas???
tomwessel85 02.09.2017
2.
Wäre die DeMail nicht so ein politischer Rohrkrepierer geworden könnte man gänzlich auf einfache Briefsendungen verzichten.
power.piefke 02.09.2017
3. Bravo Privatisierung!
mein letzter Briefwechsel deutschland-österreich und zurück hatte eine nettolaufzeit von 3 Wochen. dazu fällt mir eh schon nichts mehr ein. die Post ist ein gutes Beispiel dafür, dass Infrastruktur, dazu zähle ich die Post, nicht gewinnorientiert betrieben werden sollte.
geschädigter5 02.09.2017
4. Untragbar!
Es gibt genügend Briefe, die tagesgenau beim Empfänger eintreffen müssen, z.B. Gerichts- oder Finanzangelegenheiten. Hier kann der Bürger dann nicht mehr reagieren. Zumal er auch nicht erfährt, ob die Post gewillt ist, diese Termine einzuhalten.
lynx999 02.09.2017
5. Das ist doch ganz normal
Private Postdienstleister können auch an so wenigen Tagen in der Woche eine Zustellung machen wie sie wollen und zusätzlich die Preise frei verhandeln. Im übrigen natürlich nur bestens maschinell beschriftete Post. Und alles was dann zu aufwändig wird in der Zustellung darf man zu gesetzlich festgelegten Konditionen der Post übergeben - die hat dann die Zustellungsverpflichtung binnen des folgenden Werktags. Wir müssen uns entscheiden: wollen wir weiterhin die Post wie heute oder wollen wir freie Marktwirtschaft?
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