Wirtschaftsaufschwung Dax-Konzerne erzielen 2017 Rekordergebnisse

Die Hälfte der Dax-Konzerne hat für das vergangene Jahr seine Bilanzen veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass die Unternehmen von der guten Konjunktur kräftig profitieren konnten.

Telekom-Zentrale in Bonn
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Telekom-Zentrale in Bonn


Ein großer Teil der Dax-Konzerne erlebte 2017 ein Rekordjahr. Das geht aus den Bilanzen der 15 Dax-Unternehmen hervor, die bisher Zahlen für 2017 vorgelegt haben. Grund ist der weltweite Konjunkturaufschwung.

Die Unternehmen erzielten dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY zufolge zusammengerechnet Bestmarken bei Umsatz und operativem Gewinn (Ebit). Der Deutsche Aktienindex (Dax) misst die Wertentwicklung der 30 größten am deutschen Aktienmarkt vertretenen Unternehmen.

Der Gesamtumsatz der 13 Dax-Unternehmen - die Deutsche Bank und die Commerzbank wurden nicht berücksichtigt - stieg den Angaben zufolge um fast fünf Prozent auf insgesamt gut 621 Milliarden Euro. Der operative Gewinn kletterte um rund drei Prozent auf knapp 62 Milliarden Euro.

Telekom profitiert von US-Steuerreform

Die Deutsche Telekom präsentierte am Donnerstag ein Ergebnis von 9,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich bescherte die US-Steuerreform dem Bonner Konzern einen satten Gewinnsprung von knapp 30 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Allein 1,7 Milliarden stammten aus der Neubewertung von Steuerpositionen bei der Mobilfunk-Tochter T-Mobile US.

Auch der Konsumgüterkonzern Henkel legte aktuelle Zahlen vor. Er knackte im vergangenen Jahr beim Umsatz erstmals die Marke von 20 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente der Persil-, Schwarzkopf- und Loctite-Hersteller 2,5 Milliarden Euro und damit knapp 23 Prozent mehr als im Vorjahr.

EY zufolge war die Umsatzentwicklung der 15 Dax-Konzerne durchweg positiv. Vier Unternehmen verzeichneten allerdings Einbußen beim operativen Gewinn. Dabei spielten teilweise Sondereffekte eine Rolle. So litt beispielsweise der Rückversicherer Munich Re unter hohen Hurrikanschäden.

Zudem bremste der schwache Dollar die Entwicklung mancher Börsenunternehmen. Die US-Währung hatte im vergangenen Jahr unter anderem gegenüber dem Euro deutlich abgewertet. "Das führt zu Einbußen bei der Umrechnung von Umsätzen und Gewinnen, die in Dollar anfallen. Tatsächlich ist die Lage also noch etwas besser als die Zahlen zeigen", erläuterte Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung von EY.

brt/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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mina2010 22.02.2018
1. Hurra ....
der Finazminister freut sich, da die Gewinnne mal flugs im steuerbegünstigtem Ausland angelegt werden. Die Parteien freuen sich, da die Spenden in die Parteikassen nun etwas höher ausfallen könnten. Die Lobbyisten freuen sich, da die Vergüten vermutlich etwas aufgestockt wird. Der Vorstand freut sich, da die nächste Yacht 20 Meter länger werden kann. Der Arbeitnehmer freut sich, da der Personalabbau vielleicht nicht ganz so arg ausfällt. Die Rentnerin, die nach 30 Jahren Arbeit und Kindererziehung mit Hartz-IV aufstocken darf. Der Kleinunternehmer, der jeden Tag mit seiner Existenz ringt freu sich, der Wirtschaft geht es gut. Wie wäre es aml mit einem Blich auf die Gesamtheit?
Patrik74 22.02.2018
2. Super!
dann werden die ja auch Rekordsummen an Steuern abgeführt haben...
diorder 22.02.2018
3. Die Gewinne der Daxkonzerne
gehen zu über 50 % ins Ausland steuerfrei zu den Aktionären
marcaurel1957 23.02.2018
4.
Zitat von diordergehen zu über 50 % ins Ausland steuerfrei zu den Aktionären
Dafür kommen ähnliche Beträge aus dem Ausland zu uns. Übrigens werden Dividenden überall versteuert!
minsk60 23.02.2018
5. Blick auf die Gesamtheit gute Idee
Zitat von mina2010der Finazminister freut sich, da die Gewinnne mal flugs im steuerbegünstigtem Ausland angelegt werden. Die Parteien freuen sich, da die Spenden in die Parteikassen nun etwas höher ausfallen könnten. Die Lobbyisten freuen sich, da die Vergüten vermutlich etwas aufgestockt wird. Der Vorstand freut sich, da die nächste Yacht 20 Meter länger werden kann. Der Arbeitnehmer freut sich, da der Personalabbau vielleicht nicht ganz so arg ausfällt. Die Rentnerin, die nach 30 Jahren Arbeit und Kindererziehung mit Hartz-IV aufstocken darf. Der Kleinunternehmer, der jeden Tag mit seiner Existenz ringt freu sich, der Wirtschaft geht es gut. Wie wäre es aml mit einem Blich auf die Gesamtheit?
Wieder werden die allgemeinen Vorurteile gegen die Wirtschaft ausgegraben. Warum kann in einem Artikel nie angegeben werden, wieviel Steuern die Dax-Unternehmen zahlen? Daimler zahlt 2017 auf einen Ertrag von EUR 14,3 Mrd. Steuern i.H.v. EUR 3,4 Mrd.. Ohne Steuergesetzänderungen in den USA wären es noch EUR 1,7 Mrd. mehr gewesen. Kann einem wenig erscheinen in Relation zum Maximalsteuersatz, aber für die Gründe hierfür müßte man tiefer in die Steuergesetzgebung einsteigen. Die Parteispenden der DAX-Konzerne können sie auch nachlesen. Sie sind in Relation zu den Bilanzverhältnissen minimal. In den meisten Fällen gibt es sie gar nicht. Die Anzahl der Yachten bei DAX-Vorstandsvorständen dürfte nicht gar zu groß sein.
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