Berlin - Die meisten Unternehmen schauen eher vorsichtig optimistisch ins Jahr. Dennoch wagen viele laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) die Einstellung neuer Mitarbeiter. Demnach wollen die Firmen das achte Jahr in Folge neue Arbeitsplätze schaffen. "Das gab es seit der Wiedervereinigung noch nie und in der Bundesrepublik zuletzt zu Zeiten des Wirtschaftswunders 1950 bis 1965", sagte DIHK-Chefvolkswirt Alexander Schumann. Die Zahl der Erwerbstätigen werde um 150.000 steigen, prognostizierte der Verband nach einer Umfrage unter 28.000 Mitgliedsfirmen.
Die Zahl der Arbeitslosen dürfte trotzdem leicht steigen - um 4000 auf 2,94 Millionen. Grund dafür ist, dass die neu geschaffenen Stellen vor allem durch Zuwanderer aus Europa und sogenannte stille Reserven, also beschäftigungslose Personen, die nicht als arbeitslos gemeldet sind, besetzt werden. "Der Jobmotor läuft auch in diesem Jahr rund, wenn auch mit niedriger Drehzahl", sagt Schumann. 2012 wurden noch mehr als 420.000 neue Stellen geschaffen.
Der DIHK rechnet für 2013 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent. Der Verband ist damit optimistischer als Bundesregierung und Bundesbank, die lediglich ein Plus von 0,4 Prozent vorhersagen. 38 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage laut DIHK-Umfrage als gut, lediglich elf Prozent als schlecht. Die Aussichten werden besser beurteilt als noch im Herbst, die Industrie rechnet sich wegen der Beruhigung der Schuldenkrise wieder bessere Exportchancen aus.
Als Risiko für den Aufschwung gilt neben dem Wiederaufflammen der Schuldenkrise vor allem ein Anstieg der Energiepreise. Im vierten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt laut vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamts mit 0,5 Prozent so stark eingebrochen wie seit der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Das Wirtschaftsministerium erwartet ein baldiges Ende der Konjunkturschwäche. "Die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft hellen sich allmählich auf", heißt es im aktuellen Monatsbericht.
kut/Reuters
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