Berlin - Deutsche Börsenprofis bewerten die Aussichten der deutschen Wirtschaft so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr. Zum fünften Mal in Folge ist der ZEW-Index, der die Konjunkturerwartungen der Börsenprofis wiedergibt, gestiegen. Das Plus beträgt 1,1 Punkte, der Index liegt nun bei 23,4 Punkten und damit im April auf dem höchsten Wert seit Juni 2010.
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ermittelt monatlich die Konjunkturerwartungen deutscher Analysten. Seit Dezember sind die Erwartungen der Finanzprofis kontinuierlich positiv. Der nahezu unveränderte Stand zeige, dass sich die Erwartungen stabilisieren, teilte das Institut mit.
ZEW-Chef Wolfgang Franz sagte, dass man weiterhin von einer positiven Entwicklung der deutschen Wirtschaft im kommenden Halbjahr ausgehen dürfe. Aber Franz verwies auch auf die bestehenden Risiken: Der realwirtschaftliche Optimismus werde durch erhebliche Risiken gebremst, "wie beispielsweise die Konjunkturschwäche wichtiger Handelspartner, die Entwicklung der Rohstoffpreise und die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone".
Die aktuelle konjunkturelle Lage bewerteten die Experten im April ebenfalls leicht besser, der entsprechende Indikator stieg um 3,1 Punkte auf 40,7 Punkte. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone stiegen im April um 2,1 Punkte im Vergleich zum März und liegen nun bei 13,1 Punkten. Die aktuelle Konjunkturlage des Euroraums bewerteten die Experten aber zurückhaltender, der Indikator fiel um 0,6 Punkte auf minus 49 Punkte.
cla/afp/Reuters
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