Düsseldorf - "Alle sollten jetzt einen kühlen Kopf bewahren." Mit diesen Worten hat der Präsident des deutschen Außenhandelsverbands (BGA) auf den Vorstoß des britischen Premiers David Cameron reagiert. Anton Börner sagte Handelsblatt Online, ihm sei ein Verbleib der Briten in der EU zwar lieber. "Noch lieber wäre uns angesichts der globalen Maßstäbe und anstehenden Veränderungen sogar eine Vertiefung und damit endlich auch ein Ende der britischen Sonderrolle in der EU", erklärte er. Dafür biete der britische Vorstoß ebenfalls eine Chance.
"Doch auch mit einem geordneten Rückzug könnte die deutsche Wirtschaft leben", sagte Börner. Großbritannien hätte einen viel höheren Preis dafür zu zahlen. So oder so bleibe das Land ein wichtiger Handelspartner für Deutschland.
Cameron hatte am Mittwoch eine Reform der EU angemahnt und angekündigt, in Großbritannien über einen Austritt aus der Europäischen Union abstimmen zu lassen. Das hatte ihm heftige Kritik aus Politik und Wirtschaft eingebracht.
Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, sagte, ein möglicher Austritt hätte für die Briten selbst schwerwiegendere Folgen als für Deutschland. Aber auch für die Bundesrepublik wäre ein solcher Schritt "mit Schmerzen verbunden". Schließlich sei Großbritannien unter den "Top 5 unserer Handelspartner".
cte/dapd
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