EU-Referendum: Deutsche Wirtschaft reagiert gelassen auf Cameron-Vorstoß

Vertreter der deutschen Wirtschaft sehen einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens gelassen. Für die Briten wäre das ein größeres Problem als für die Bundesrepublik, sagt der Präsident des Außenhandelsverbands, Anton Börner.

Düsseldorf - "Alle sollten jetzt einen kühlen Kopf bewahren." Mit diesen Worten hat der Präsident des deutschen Außenhandelsverbands (BGA) auf den Vorstoß des britischen Premiers David Cameron reagiert. Anton Börner sagte Handelsblatt Online, ihm sei ein Verbleib der Briten in der EU zwar lieber. "Noch lieber wäre uns angesichts der globalen Maßstäbe und anstehenden Veränderungen sogar eine Vertiefung und damit endlich auch ein Ende der britischen Sonderrolle in der EU", erklärte er. Dafür biete der britische Vorstoß ebenfalls eine Chance.

"Doch auch mit einem geordneten Rückzug könnte die deutsche Wirtschaft leben", sagte Börner. Großbritannien hätte einen viel höheren Preis dafür zu zahlen. So oder so bleibe das Land ein wichtiger Handelspartner für Deutschland.

Cameron hatte am Mittwoch eine Reform der EU angemahnt und angekündigt, in Großbritannien über einen Austritt aus der Europäischen Union abstimmen zu lassen. Das hatte ihm heftige Kritik aus Politik und Wirtschaft eingebracht.

Auch der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, sagte, ein möglicher Austritt hätte für die Briten selbst schwerwiegendere Folgen als für Deutschland. Aber auch für die Bundesrepublik wäre ein solcher Schritt "mit Schmerzen verbunden". Schließlich sei Großbritannien unter den "Top 5 unserer Handelspartner".

cte/dapd

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insgesamt 7 Beiträge
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1. RAUS aus der EU !
mastermatter 24.01.2013
Als 0815 Bürger und Wähler bin ich das gejammer der Briten leid. Wer nicht will, der hat schon. Also: RAUS mit den Briten aus der EU, wir (Deutschland und der Rest der Gemeinschaft) werden das verschmerzen und gestärkt aus der Sache hervor gehen. Eine "privilegierte" Partnerschaft nach dem Britex wäre aber das falsche Signal. Ganz oder gar nicht, ein "bisschen" sollte man tunlichst vermeiden. Wie will man den Bürgern der EU Staaten ansonsten das Zusammenwachsen der Gemeinschaft vorleben ?
2. Eec
KatjaJohn 24.01.2013
dann sollen die Briten doch "associate member" werden - wie Israel, Türkei u.a. - dann haben sie (und wir alle) ihre EWG und der "innere Kern" die EU. Für die Türkei wäre es dann vielleicht leichter, diesen Status ohne Groll zu akzeptieren, und wir hätten statt einem "Europa in zwei Geschwindigkeiten" ein Europa des engeren und weiteren Kreises.
3. Cameron-Thatcher
eckawol 24.01.2013
hat noch nicht durchschaut, oder er hat schlechte Berater, welche Nachteile bei einem Austritt aus der EU das UK erleiden könnte. Allein schon der Zugang zu dem EU-Markt wäre wesentlich erschwert.
4. ...hätte außerdem den Vorteil...
oldharold 24.01.2013
Zitat von sysopVertreter der deutschen Wirtschaft sehen einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens gelassen. Für die Briten wäre das ein größeres Problem als für die Bundesrepublik, sagt der Präsident des Außenhandelsverbandes, Anton Börner. Deutsche Wirtschaft reagiert gelassen auf Cameron-Vorstoß - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-wirtschaft-reagiert-gelassen-auf-cameron-vorstoss-a-879390.html)
...dass die EU nicht länger auf den Finanzplatz London falsche Rücksicht nehmen müsste, der mit seinen Hedgefonds einer der Miturheber für die langjährige Finanzkrise ist.
5. Hoffen auf...
BettyB. 24.01.2013
Gelassen unterdrückt man die Freude, denn für die deutsche Wirtschaft wäre die Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt ein willkommenes Geschenk...
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