25.000 Wohnungen in Deutschland Deutsche Wohnen will Rivalen Conwert übernehmen

Die Konzentration auf dem deutschen Immobilienmarkt setzt sich fort. Deutsche Wohnen will den Konkurrenten Conwert schlucken. Betroffen sind rund 25.000 Wohnungen in Deutschland, vor allem in Großstädten im Osten.

Conwert-Zentrale in Wien: 90 Prozent des Bestandes in Deutschland
REUTERS

Conwert-Zentrale in Wien: 90 Prozent des Bestandes in Deutschland


Wien/Frankfurt am Main - Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen geht weiter auf Expansionskurs. Das Unternehmen will seinen österreichischen Konkurrenten Conwert Immobilien Invest übernehmen. Deutsche Wohnen Chart zeigen sei bereit, pro Aktie 11,50 Euro in bar zu zahlen, teilte das Unternehmen mit. Das Angebot liegt etwa fünf Prozent über dem Schlusskurs der Conwert-Aktie vom Freitag an der Wiener Börse.

Das österreichische Unternehmen wird damit mit rund 980 Millionen Euro bewertet. Insgesamt will sich die Deutsche Wohnen den Kauf rund 1,2 Milliarden Euro kosten lassen. Denn sie würde auch zwei Conwert-Wandelanleihen über rund 210 Millionen Euro mit übernehmen.

Mit dem Zukauf will die Deutsche Wohnen Boden auf den Marktführer Deutsche Annington gutmachen: Dieser hatte erst im Dezember angekündigt, für 3,9 Milliarden Euro die Konkurrentin Gagfah zu kaufen. Zwar hat Conwert seinen Sitz zwar in Österreich, das Portfolio des Unternehmens besteht jedoch zu 90 Prozent aus 25.000 deutschen Wohnungen mit einem Immobilienvermögen von zuletzt 1,4 Milliarden Euro.

Die Conwert-Wohnungen befinden sich vor allem in Berlin, Potsdam, Dresden, Leipzig und Nordrhein-Westfalen. Damit würde die Deutsche Wohnen ihren Bestand auf 175.000 Wohnungen ausbauen - und wäre damit in etwa halb so groß wie der aus Deutscher Annington und Gagfah fusionierte Rivale mit 350.000 Wohnungen.

Damit die Übernahme zustande kommt, müssen der Deutschen Wohnen mehr als 50 Prozent der Aktien angeboten werden. Knapp 26 Prozent habe man sich schon gesichert: Der größte Conwert-Aktionär, die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, sowie der Investor Karl Ehlerding und seine Familie unterstützten das Übernahmeangebot, teilte die Deutsche Wohnen mit. Sie hätten sich dazu verpflichtet, rund 25 Prozent ihrer Anteile abzugeben. Die Haselsteiner Familien-Privatstiftung würde bei einem Zustandekommen der Übernahme noch 5,1 Prozent der Anteile an Conwert halten.

Zu Deutsche Wohnen gehören derzeit knapp 147.000 Wohnungen und gut 2000 Gewerbeeinheiten in deutschen Ballungszentren und Metropolregionen, etwa in Berlin, im Rhein-Main-Gebiet, im Rheinland, in Dresden und Hannover. Seit gut einem Jahr gehört die GSW Immobilien zu dem Konzern, die rund 61.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten vermietet, verwaltet und bewirtschaftet.

fdi/Reuters/AFP

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
gpkneo 16.02.2015
1. D.Wohnen
Noch mehr Wohnungen ,wozu? Um den alten Bestand noch weiter vergammeln zu lassen. Die haben schon jetzt keinen Überblick mehr. Wohnungen
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