Expertenwarnung Deutscher Bahn droht Rating-Schock

Marode Schienen und veraltete Brücken: Bei der Deutschen Bahn herrscht Sanierungsstau. Der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert warnt bereits vor einem Verlust der bisher guten Rating-Note. Das könnte den Konzern pro Jahr bis zu 180 Millionen Euro kosten.

Züge der Deutschen Bahn: Das Schienennetz gilt als sanierungsbedürftig
DPA

Züge der Deutschen Bahn: Das Schienennetz gilt als sanierungsbedürftig


Berlin - Der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert befürchtet stark steigende Zinsausgaben für die Deutsche Bahn. "Wenn nicht ganz schnell deutlich mehr Geld ins Schienennetz fließt, verkommt die Infrastruktur, und die Bahn droht ihr Double-A-Rating zu verlieren", sagte Burkert der "Süddeutschen Zeitung".

Diese gute Bewertung der Kreditwürdigkeit durch große Rating-Agenturen ermöglicht es der Bahn bislang, sich zinsgünstig Geld zu leihen. Das ist wichtig für den Staatskonzern, der bei insgesamt knapp 17 Milliarden Euro Schulden jedes Jahr zwei bis drei Milliarden Euro refinanzieren muss.

Bei einer Herabstufung der Bonität müsste die Bahn nach Einschätzung Burkerts "pro Jahr bis zu 180 Millionen Euro mehr an Zinsen zahlen". Laut der Zeitung sieht man auch im Bahn-Vorstand die Gefahr durch die Rating-Agenturen.

Die Schieneninfrastruktur der Bahn ist in die Jahre gekommen. Laut Bahn-Chef Rüdiger Grube beträgt der Sanierungsstau bei dem Staatskonzern schon jetzt 30 Milliarden Euro. Bei 1400 von insgesamt 25.000 Eisenbahnbrücken bestehe dringender Handlungsbedarf.

SPD-Mann Burkert warnt: "Wenn wir nicht sofort umsteuern, besteht die Gefahr, dass die Qualität des Schienenverkehrs leidet", sagte der Vorsitzende des Verkehrsausschusses der Zeitung. "Dann aber würden Menschen wieder verstärkt ins Auto steigen und Unternehmen ihre Güter lieber per LKW transportieren. Das kann nicht gewollt sein."

stk/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 56 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
pepe_sargnagel 24.02.2014
1.
Zitat von sysopDPAMarode Schienen und veraltete Brücken: Bei der Deutschen Bahn herrscht Sanierungsstau. Der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert warnt bereits vor einem Verlust der bisher guten Rating-Note. Das könnte den Konzern pro Jahr bis 180 Millionen Euro kosten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutscher-bahn-droht-schock-durch-rating-agenturen-a-955237.html
Hoffentlich beziehen Rating-Agenturen solche "harten Fakten" nicht in ihre Berechnungen ein. Denn die marode Infrastruktur in weiten Teilen Deutschlands, Amerika, oder Englands (um nur einige wenige "westliche Vorzeigenationen" zu nennen) könnte zur Deindustrialisierung führen. Man hat sich Jahrzehnte nicht darum gekümmert und sich lieber mit Subventionen oder sonstigen Vergünstigungen ein paar Kapitalgeber gesucht. Das könnte sich auch rächen - aber was tun? Diejenigen, die Stellen geschaffen haben werden mit Sicherheit abwandern, weil sie anderswo Sibventionen und Infrastruktur erhalten. Was tun? Die Unternehmen ausnehmen und die Bürger mehr belasten - vermutlich der "einzig gangbare Weg", um keine jöheren Schulenzinsen bezahlen zu müssen. Also allen Autobauern Steuerfreiheit zusagen (und das griechische Prinzip mit den Reedern kopieren)?
immerdreimalmehrwiedu 24.02.2014
2. Nicht warnen!
Handeln muß man - und zwar die Politik!! Die Politik ist es doch, die für den Sanierungsstau verantwortlich ist. Diese Gewinnmaximierung für den Börsengang war so was von fehlgesteuert! Und als Staatsunternehmen wird es nicht den Konzern kosten, sondern den Steuerzahler!
veremont 24.02.2014
3. Ruin
Zitat von sysopDPAMarode Schienen und veraltete Brücken: Bei der Deutschen Bahn herrscht Sanierungsstau. Der SPD-Verkehrsexperte Martin Burkert warnt bereits vor einem Verlust der bisher guten Rating-Note. Das könnte den Konzern pro Jahr bis 180 Millionen Euro kosten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutscher-bahn-droht-schock-durch-rating-agenturen-a-955237.html
Das kommt dabei heraus wenn Kaufleute (BWLer) meinen sie seinen viel schlauer als Ingenieure. Nehmt diese Milchmädchenrechner endlich an die Leine bevor sie das ganze Land in den Ruin treiben. ;)
kritischer-spiegelleser 24.02.2014
4. Sanierungsstau?
Ja, der wurde doch von der Regierung mitgetragen. Um abkassieren zu können. Und heute meint jeder staunen zu dürfen.
jonas4711 24.02.2014
5. Tja, so gehts
wenn man - im Auftrag der Politikerkaste - "Manager" a la Mehdorn ans Ruder läßt, die nur eines im Sinn haben: Gewinnmaximierung, Reduzierung der Wartung des Zugmaterials, Zerschlagung eines gut funktionierenden Staatsbetriebes (auch die Post gehört dazu) und sich nicht darum scheren, was eigentlich der Auftrag des Staates ist: DASEINSVORSORGE für den Bürger zu betreiben. Das haben wir einer Politik zu verdanken, die das Spiel der "freien Marktkräfte" auf ihre Fahnen geschrieben hat. Dazu gehört auch die für gewisse Kreise (ganz vorne FDP, gut dass die weg ist) erstrebenswerte Privatisierung der Wasserversorgung. Wenn das durchkommt, kann sich jeder halbwegs vernünftige Mensch denken, was passiert. Genmais für alle kommt auch demnächst, dank des "Nichtstun" unserer Kanzlerin, die außer Aussitzen und im Hintergrund die Marionetten tanzen zu lassen nicht viel tut. Dazu kommen marode Brücken, Straßen...ach man könnte weinen. Aber die Politikerkaste hat ja anderes zu tun: Milliarden für die Rettung des Euro aus dem Fenster hinaus, mit der Garantie des Nimmerwiedersehens, Hurra in Afrika und am Hindukusch.... Da ist es doch egal, wie es daheim aussieht, ob Tante Erna oder die Oma im Alter genug Rente kriegen...Hauptsache die Diäten und die regelmäßigen Fahrpreiserhöhungen werden pünktlich durchgezogen. Ob die Bahn pünktlich kommt, interessiert erst, wenn überhaupt, an zweiter Stelle. Die Stuttgart 21 täglich "zeitgeschädigten" Pendler werden es bestätigen können...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.