Neue Ermittlungen Deutscher Bank droht weiterer Ärger wegen Libor-Affäre

Der Libor-Skandal nimmt für die Deutsche Bank kein Ende. Von einer Einigung mit den US-Behörden ist das Geldhaus derzeit weit entfernt - und jetzt schaltet sich ein als harter Hund bekannter Ermittler in die Untersuchungen ein.

Zentrale der Deutschen Bank: Warten auf die Einigung
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Zentrale der Deutschen Bank: Warten auf die Einigung


New York - Die Deutsche Bank muss sich im Skandal um die Manipulation des internationalen Referenzzinssatzes Libor weiteren Ermittlungen in den USA stellen. Jetzt soll auch die Finanzaufsichtsbehörde DFS des Bundesstaates New York eine Untersuchung eingeleitet haben. Als erstes hatte die Zeitung "Financial Times" über die Ermittlungen berichtet.

Die DFS ist eine junge Behörde, die erst 2011 vom Bundesstaat New York gegründet wurde. Seitdem hat sich ihr Chef Benjamin Lawsky mit seinem oft unkonventionellen und offensiven Vorgehen den Ruf als "härtester Polizist der Wall Street" erworben. Die Behörde hat die Deutsche Bank auch wegen möglicher Manipulationen von Devisenkursen und wegen angeblicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen im Visier.

Die Deutsche Bank erklärte lediglich, bei den laufenden Untersuchungen in der Libor-Affäre mit den Behörden zu kooperieren. Das größte deutsche Kreditinstitut befindet sich wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an Zinsmanipulationen unter anderem im Visier des US-Justizministeriums.

Verhandlungen ziehen sich hin

Die Deutsche Bank Chart zeigen ist eines der wenigen internationalen Geldhäuser, das wegen der mutmaßlichen Manipulationen des Interbanken-Zinssatzes Libor noch auf eine Einigung mit den US-Behörden wartet. Im Dezember 2013 hatte das Institut bereits eine Strafe der EU-Kommission über 725 Millionen Euro in diesem Fall akzeptiert. Die Bank hatte lange gehofft, dass sie die US-Strafe noch in der Bilanz für das vergangene Jahr verbuchen könnte. Doch die Verhandlungen ziehen sich hin.

Der Skandal um die Manipulation internationaler Zinssätze war im Sommer 2012 bekannt geworden. Von Seiten mehrerer Banken aus verschiedenen Ländern hatte es Unregelmäßigkeiten bei der Festsetzung der Referenzsätze Libor und Euribor gegeben. Der Libor ist der Zinssatz, zu dem sich Banken am Finanzplatz London untereinander Geld leihen. Der Euribor ist ein Zinssatz für Geldgeschäfte in der Währung Euro. Diese Sätze werden täglich von Banken festgelegt, von ihrer Höhe sind etwa Haus- und Verbraucherkredite sowie andere Finanzprodukte abhängig.

mik/dpa-AFX/AFP



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insgesamt 4 Beiträge
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Na Sigoreng 24.03.2015
1. Danach kommt die Manipulation des
Goldpreises. Die Klage läuft ja noch, wenn aber die Strafe festgesetzt wird, sollte jeder betrogene "Kleinkunde", der im entsprechenden Zeitraum nachweislich geschädigt wurde, eine Erstattung bekommen. Die Strafen streicht sich aber immer ein Staat ein, die Betroffenen - meistens Bürger - gucken in die Röhre.
newsfreak 24.03.2015
2. Libor
Wenn man derzeit nach der lang ersehnten Bankenunion in Europa ringt, ist die Abwanderung in neue Geschäftssparten der Finanzbranche sehr verständlich, hat man schliesslich die Hoffnung für den freien Markt scheinbar nicht aufgegeben. Bei einer Bankenunion wäre es nach zu vollziehen wenn sich diese untereinander und über die ezb absprechen, ein Widerspruch in sich weil legal definiert der rechtliche Begriff fehlt ein solches System zu beschreiben. Das weiss Albrecht so gut wie der Finanzminister, ausserdem sollte es doch nicht der "Deutschen Bank" goldene Pflicht sein in neue Gewässer vorzudringen, ähnlich wie die "christlich demokratische union", oder deren Schwester in ihren historisch goldenen rollen der christlich fundamentalen Politik. Die durch Ihre selbstlosigkeit alles respektiert und neue Wege schafft Identitäten für dritte zu sichern, eine sehr anstrengende konstellation, aber Segen für die moderne Demokratie.
bartsuisse 24.03.2015
3. ja ja die Banken
ach wie gehts immer ab hier wenn es um schweizer Banken geht......so so und jetzt die Commerzbank und auch noch die deutsche. Happy wird darüber glücklich sein.
tobilechat 26.03.2015
4.
Zitat von bartsuisseach wie gehts immer ab hier wenn es um schweizer Banken geht......so so und jetzt die Commerzbank und auch noch die deutsche. Happy wird darüber glücklich sein.
Ich find's gut. Diese Bank kann sich gerne von alleine aufhängen. Ist doch besser, als ihr das mit Gewalt nahezulegen. Rechtsstaatliche Mittel sind Gewalt und Terror vorzuziehen. Ein Schmutzimage statt dem doch scheinheiligen Saubermannimage ist mal ein Anfang, zumindest um Privatkunden zum Nachdenken zu bewegen. Die Banker unter sich wissen ja in der Regel, mit welchen Schmutzfinken sie es zu tun haben. Wenn die Deutsche Bank so schlecht ist, wie ich denke, dann soll die Anklage in jedem einzelnen Punkt Recht bekommen. Klar ist wohl auch, dass die Klagen aus Amiland einem Masterplan angehören, nämlich die EU und den Euro zu schwächen, damit der Dollar die Weltreservewährung bleibt. Die USA werden Hegemonie nicht schaffen, denn Macht wollen sie alle. Jeder gegen jeden, mal sehen, wer übrig bleibt und ob nicht der gesamte Westen mit seinen materiellen Werten den Bach ab geht. Von seinen immateriellen Werten (beispielsweise Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) sehe ich keine größeren Überbleibsel mehr.
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