Schwächelnde Nachfrage Deutsche Brauer verkaufen weniger Bier

Die Deutschen trinken weniger und auch der Export geht zurück. Brauereien haben im vergangenen Jahr so wenig Bier verkauft wie noch nie seit 1990.

Bierausschank auf dem Oktoberfest
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Bierausschank auf dem Oktoberfest


Die deutschen Brauereien haben im vergangenen Jahr so wenig Bier abgesetzt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Menge ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 93,5 Millionen Hektoliter zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. In Deutschland geht der Bierkonsum seit Jahren zurück.

Schon 2017 wurde hierzulande so wenig Bier getrunken wie noch nie zuvor. Mögliche Gründe: Die Bevölkerung in Deutschland wird im Schnitt immer älter und im hohen Alter trinken Menschen mitunter weniger Alkohol. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trinken aber auch junge Menschen in der Tendenz weniger Alkohol als noch vor einigen Jahren. Die Brauereien reagieren darauf mit immer neuen alkoholfreien Sorten.

Anders als in den Vorjahren konnte diesmal auch der Export deutschen Biers die Bilanz nicht aufhellen. Vor allem die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU gaben mit einem Minus von 4,1 Prozent besonders stark nach. Die deutschen Brauereien setzen immer noch mehr als 82 Prozent ihres Bieres im Inland ab.

ORF-Doku "Bier - Kult und Kultur"

hej/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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palef 01.02.2018
1. ...sind in diesen Zahlen auch die Kraft-Brauer..
...drin? Es gibt nämlich zunehmend Leute, die die Einheitsplörre einfach nicht mehr haben wollen. Und auch nicht diese geschmacksmaximierten Bier-Ersatz-Getränke...
constractor 01.02.2018
2.
DIese Entwicklung ist in meinen Augen positiv zu bewertenen, zeigt sie doch das Alkohol eine immer kleinere Rolle in der Gesellschaft spielt. Jede geschlossene Brauerei ist ein Gewinn für die Gemeinschaft.
manicmecanic 01.02.2018
3. Kombination
von Gründen die dazu führt.Die Jugend geht nicht wie früher in Bars etc.Sie ist auch zahlenmäßig kleiner,dazu kommt daß auch die alten Kunden nicht mehr bzw selten in Kneipen gehen um da mal ihr Bier zu trinken.Die haben sogar heutzutage oft nichtmal mehr Bier zuhause stehen,was früher normal war.
Klaugschieter 01.02.2018
4. Panikmache
Ach müssen wir jetzt alle Angst haben, dass Deutschlands Brauereien pleite gehen? Aus dem Ergebnis eines einzigen Jahres, das dazu noch einen extrem kalten und nassen Sommer hatte, ist einfach unseriös. Hätte die Sonne wochenlang von oben gebrezelt, dann wären die Deutschen auch durstiger gewesen. Hinzu kommt aber noch, dass Bier in den vergangenen Jahren immer teurer wurde. Dann wird auf dem Oktoberfest eben keine ganze Maß mehr bestellt, sondern eine halbe. Auch die modische Erscheinung, dass Reinheitsgebot auszuhebeln und immer mehr bunte Biere auf den Markt zu bringen, dürfte dazu beitragen. Weil die Leute dann genauso gut zu alkoholischem Softdrinks greifen wie zum Buntbier. Was ist nun die Konsequenz ? muss die neue Groko gar einen Brauerei-Rettungsschirm spannen? Na irgendwas wird sich die Lobby schon einfallen lassen.
max-mustermann 01.02.2018
5.
Na dann kann es ja nicht mehr lange dauern bis von den Brauereien erste Forderungen nach staatlichen Hilfen kommen. Das ist ja inzwischen bei fast allen großen Unternehmen eine Selbstverständlichkeit. Markt ist out Subventionen sind in.
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