Wiesbaden - Der deutsche Einzelhandel muss sich auf sinkende Einnahmen einstellen. Unter Berücksichtigung der Inflation (real) sanken seine Umsätze nach Angaben des Statistischen Bundesamtes
im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 Prozent. Auch im Vergleich zum April mussten die Händler ein reales Minus von 0,3 Prozent verzeichnen. Wegen verspäteter Meldungen von Unternehmen wurde die Entwicklung zwischen März und April zudem nachträglich kräftig nach unten korrigiert - von plus 0,6 auf minus 0,2 Prozent.
Am schlechtesten lief es für Internet und Versandhändler: Ihre Umsätze gingen im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat real um 4,1 Prozent zurück. Einzelhändler im Bereich Textilien, Bekleidung, Schuhe und Leder büßten 2,4 Prozent ein. Hingegen stiegen die Erlöse bei Supermärkten und SB-Warenhäusern real um 0,4 Prozent.
Im Vergleich zu anderen Euro-Ländern ist die Entwicklung in Deutschland noch denkbar harmlos. So brachen die Umsätze des spanischen Einzelhandels im April gegenüber dem Vorjahr real um 11,3 Prozent ein. Übermäßig besorgt scheinen die deutschen Verbraucher denn auch trotz der Euro-Krise nicht zu sein. Das für Juli berechnete Konsumklima-Barometer der Marktforschungsfirma GfK stieg sogar von 5,7 auf 5,8 Punkte. Zwar fielen die Konjunkturerwartungen der Befragte auf ein Jahrestief. Sie rechnen aber dennoch mit steigenden Einkommen und wollen mehr Geld für teure Anschaffungen ausgeben.
dab/dpa/Reuters
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