Möglicher Verkauf C&A bestätigt Investorensuche

"Wir stehen vor einer wichtigen Phase": C&A ist auf der Suche nach neuen Geldgebern, das geht aus einem Schreiben an die Mitarbeiter hervor. Zuvor hatte der SPIEGEL über einen Verkauf an Investoren aus China berichtet.

C&A-Filiale (Archiv)
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Die Modekette C&A ist auf der Suche nach neuen Geldgebern. Das hat Europa-Chef Alain Caparros in einem internen Schreiben an die Mitarbeiter bestätigt. Das Management lote derzeit aus, "wie wir in besonders wichtigen Zukunftsmärkten wie beispielsweise China, aber auch in den digitalen Märkten und Schwellenländern wachsen können", so Caparros in dem Brief, der dem SPIEGEL vorliegt. C&A stehe vor einer "wichtigen Phase unserer Unternehmensgeschichte".

Der SPIEGEL hatte bereits in der vergangenen Woche über einen möglichen Verkauf des Unternehmens und weit fortgeschrittene Gespräche mit Interessenten aus China berichtet.

Mehr zum Thema: Warum die Modekette und China gut zusammenpassen

Die C&A-Eigentümerfamilie Brenninkmeijer zählt mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 20 Milliarden Euro zu den reichsten Familien in Europa. Die Anteile des Clans sind gebündelt in der Cofra Holding AG mit Sitz in Zug in der Schweiz, der wiederum das Modeunternehmen C&A gehört. Bei Cofra laufen auch alle Immobilien- und Private-Equity-Geschäfte sowie Finanzdienstleistungen der Familie zusammen.

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C&A betreibt heute mehr als 1500 Filialen in 18 europäischen Ländern. Die Modekette beschäftigt mehr als 35.000 Mitarbeiter und gehört zu den größten Modehandelsunternehmen Europas.

Das Unternehmen steht wegen der wachsenden Konkurrenz durch Fast-Fashion-Ketten wie H&M und Primark, aber auch durch die Online-Konkurrenz wirtschaftlich stark unter Druck. Der Umsatz von C&A in Deutschland lag im Geschäftsjahr 2016/2017 bei rund 2,6 Milliarden Euro. Genauere Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung gibt das Familienunternehmen nicht bekannt.

Ex-Rewe-Vorstand Alain Caparros übernahm im Sommer 2017 die Geschäfte bei C&A, um das angestaubte Traditionshaus in die Zukunft zu führen. Davor hatte Ex-Europa-Chef Philippe Brenninkmeijer mehrfach einen Kulturwandel des Familienunternehmens gefordert.

one/beb

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ERICRODHE 17.01.2018
1. Schade, wenn auch deren Gewinne künftig nach China fließen.
Im Preis/Leistungsverhältnis sind sie unschlagbar. Da kann höchstens der Online-Handel mithalten.
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