E-Commerce Deutschlands Online-Handel boomt

Gute Zeiten für Deutschlands Internethändler: Zwischen April und Juni stiegen die Umsätze deutlich. Besonders stark im Plus: Möbelversand und der Handel mit Lebensmitteln.

  Amazon-Logistikzentrum in Leipzig
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Amazon-Logistikzentrum in Leipzig


Der Online-Handel in Deutschland setzt sein Wachstum fort. Im zweiten Quartal 2017 stiegen die Umsätze der Internethändler auf knapp 14 Milliarden Euro. Das teilte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) mit.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag das Wachstum damit bei gut 12 Prozent. Der Umsatz mit digitalen Dienstleistungen wie elektronischen Tickets, Downloads oder Hotelbuchungen stieg um 13,7 Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro.

Allerdings war das Wachstum je nach Branche sehr unterschiedlich. Besonders hoch waren die Zuwächse beim Internethandel mit Möbeln, Lampen und Dekorationsartikeln (33,9 Prozent), Heimwerkerbedarf und Blumen (32,4 Prozent) sowie in der Warengruppe Computer, Zubehör und Spiele (29,7 Prozent).

Auch der Online-Handel mit Lebensmitteln legte kräftig um 28,9 Prozent auf 272 Millionen Euro zu. Gemessen am Gesamtumsatz des Lebensmittelhandels ist der Marktanteil der Internethändler hier aber nach wie vor gering.

Der Umsatz im Online-Handel mit Bekleidung und Schuhen stieg dagegen im zweiten Quartal nur noch um 2,9 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro. Allerdings hat sich der Online-Handel in diesen Berichten bereits einen sehr hohen Marktanteil gesichert. Die Online-Umsätze bei Büchern und E-Books gingen laut Verband sogar um 7,2 Prozent auf 826 Millionen Euro zurück.

Fast die Hälfte der Umsätze entfiel auf Online-Marktplätze wie Amazon oder Ebay. Wachstumsstärker waren im zweiten Quartal allerdings Anbieter, die unter einem Dach Online-Angebote und Ladengeschäfte vereinen.

Für das Gesamtjahr rechnet der BEVH für den E-Commerce-Bereich mit einem Umsatzwachstum von rund 11 Prozent auf 58,5 Milliarden Euro. Insgesamt werden im deutschen Einzelhandel nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) jährlich rund 482 Milliarden Euro umgesetzt.

asa/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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Crom 14.07.2017
1.
Wenn ich mir anschauen, was meine Kollegen und ich beim letzten Prime Day umgesetzt haben, dann verwundert mich das nicht. Klick und schon hat man wieder was gekauft und ein bis zwei Tage später kommt's nach Hause. Da kann kein stationärer Handel mithalten.
techass 14.07.2017
2. Präsenzhandel faktisch nicht mehr nutzbar
Das der Onlinehandel so gut läuft, liegt auch daran, dass der Präsenzhandel so gut wie aufgegeben hat. Nur ein kleiner Bruchteil der am Markt verfügbaren Ware vor Ort, zu Preisen, die niemand mehr bezahlen möchte, keine oder falsche (!!!) Beratung durch zu billig eingekauftes und somit unmotiviertes Personal. Bei meinen letzen 10 größeren Anschaffungen über €100 kam nur einmal der Präsenzhandel zum Zuge. Bei allen anderen Käufen musste ich auf den Onlinehandel ausweichen, da ich die Ware, die ich gerne kaufen wollte entweder nicht bekommen habe oder diese erheblich zu teuer war. Auch ein Hinweis auf den Onlinepreis half dann nicht. Schade um die Fachkompetenz, die im Präsenzhandel mal vorhanden war. Das kommt nicht wieder!
jowitt 14.07.2017
3. @techass
Zitat von techassDas der Onlinehandel so gut läuft, liegt auch daran, dass der Präsenzhandel so gut wie aufgegeben hat. Nur ein kleiner Bruchteil der am Markt verfügbaren Ware vor Ort, zu Preisen, die niemand mehr bezahlen möchte, keine oder falsche (!!!) Beratung durch zu billig eingekauftes und somit unmotiviertes Personal. Bei meinen letzen 10 größeren Anschaffungen über €100 kam nur einmal der Präsenzhandel zum Zuge. Bei allen anderen Käufen musste ich auf den Onlinehandel ausweichen, da ich die Ware, die ich gerne kaufen wollte entweder nicht bekommen habe oder diese erheblich zu teuer war. Auch ein Hinweis auf den Onlinepreis half dann nicht. Schade um die Fachkompetenz, die im Präsenzhandel mal vorhanden war. Das kommt nicht wieder!
Der Präsenzhandel ist natürlich meist teurer, schließlich müssen die Verkäufer bezahlt werden, es fällt Miete für das Ladengeschäft an und so fort. Wenn sie es Schade finden, das der stationäre Handel immer weiter zurückgeht, sollten Sie nicht weiter nach der Devise "Geiz ist geil" handeln.
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