Rekordmonat Deutschland exportiert so viel wie nie

Die Exporte der deutschen Unternehmen haben im März einen Rekordwert erreicht: Sie sprangen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,4 Prozent auf 107,5 Milliarden Euro - der höchste jemals gemessene Monatswert.

Größtes Containerschiff der Welt: Deutschlands Exporte steigen um zwölf Prozent
DPA

Größtes Containerschiff der Welt: Deutschlands Exporte steigen um zwölf Prozent


Der deutsche Außenhandel hat sich im März überraschend stark belebt.

Die Exporte seien im Vergleich zum Februar um 1,2 Prozent, im Vergleich zum März 2014 sogar um 12,4 Prozent auf 107,5 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag auf Basis vorläufiger Daten in Wiesbaden mit. Dies sei der höchste jemals gemessene Monatswert.

Auch die Importe stiegen weiter und lagen um 7,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Mit 84,5 Milliarden Euro erreichten auch die Einfuhren den höchsten je gemessenen Monatswert, wie die Statistiker weiter mitteilten. Damit lagen beide Werte deutlich über den Erwartungen der Experten.

Nach den ersten drei Monaten des Jahres steht damit ein Ausfuhrplus von 5,4 Prozent, während die Einfuhren um 1,8 Prozent über dem Niveau des Auftaktquartals 2014 lagen. Die Außenhandelsbilanz wies einen Überschuss von 23 Milliarden Euro auf.

Die meisten Waren wurden auch im März in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union versandt, und zwar im Wert von 61,5 Milliarden Euro. Gegenüber März 2014 war dies den Angaben zufolge ein Anstieg um knapp elf Prozent.

Dabei nahmen die Warenlieferungen in die Länder außerhalb der Europäischen Union - wozu die beiden größten Volkswirtschaft USA und China gehören - besonders deutlich zu. Im Vergleich zum Vormonat kletterten die Ausfuhren um 1,2 Prozent zum Vormonat und damit etwa dreimal so stark wie von Ökonomen vorhergesagt. Das war bereits der zweite Anstieg in Folge.

Trotz der Exporterfolge drosselten die Unternehmen ihre Produktion überraschend. Industrie, Baubranche und Energieversorger stellten im März zusammen 0,5 Prozent weniger her als im Vormonat. Ökonomen hatten ein Plus von 0,4 Prozent erwartet. Die Industrieproduktion allein schrumpfte sogar um 0,8 Prozent, insbesondere im Bereich der Vorleistungs- und Investitionsgüter. Die Erzeugung im Baugewerbe stieg hingegen um 2,1 Prozent, begünstigt auch durch milde Temperaturen.

nck/dpa/AFP

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insgesamt 117 Beiträge
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studibaas 08.05.2015
1. Bestimmt sind wir noch stolz darauf...
Wir liefern ohne Ende auf Pump in andere Staaten, wundern uns wenn deren interne Wirtschaft kaputt geht und meckern wenn Leute hier von Ungleichgewicht bei den Löhnen sprechen. Wieso können sich diese Waren die Armen Ausländer und nicht dir Reichen Deutschen leisten?
99luftballons 08.05.2015
2.
Wenn es denn mal Lohnerhoehungen geben wuerde, koennten sogar die Produzierenden am Erfolg teilhaben. Und mit Mehrkonsum den Import antreiben. Aber ist bestimmt grad ne schlechte zeit, nach mehr Lohn zu fragen, adequat mehr Lohn, natuerlich. Ohne Spartengewerkschaften ist das immer ne schlechte Zeit!
99luftballons 08.05.2015
3. Opsi, vergessen zu fragen:
-Die meisten Waren wurden auch im März in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union versandt, und zwar im Wert von 61,5 Milliarden Euro. - In Euro Laender, etwa? Dann stiegen ja auch die Targetsalden entsprechend, oder? Ja, was bringt dann die kuenstliche Verbilligung des Euros ueberhaupt?
Gartenweg 08.05.2015
4. Es läuft alles super!
Es läuft alles super! Es wird alles mehr! Wir sind Fußballweltmeister! Und Exportweltmeister! Juhuu! Die Wirtschaft geht steil bergauf! Hat jemand eigentlich schon mal gefragt, wie die Statistiken zustande kommen? Werden bei den Exporten auch berücksichtigt, dass dafür Waren importiert werden müssen? Bekommen wir denn auch einen adäquatem Gegenwert für die Exporte? Oder liegt das nur am "schwachen" Euro? Die DDR war auch ein Exportland. Und noch etwas: Alles was exportiert wird, steht unserem eigenen Land nicht zur Verfügung. Unserer Infrastruktur verrottet, in anderen Ländern wird sie aufgebaut. Es handelt sich hier eben um eine Schlagzeile. Ich wünsche mir einen recherchierten Artikel, die diese ewigen Meldungen auf ihre Substanz hin überprüfen.
Wassup 08.05.2015
5. Ergebnis der Euro-Verschuldungspolitik
Wenn den Euro-Partnern weitere Hilfsmilliarden gegeben werden wird dadurch freilich die deutsche Exportwirtschaft weiter angeheitzt: die Hilfmilliarden stellen einen Kapitalexport dar, mit dem die Euro-Partner weiter in Deutschland einkaufen können. Wenn nun einige (angelsächsische) Ökonomen Deutschland dafür kritisieren, zu viel zu exportieren, dann muss man Fragen stellen: - dürfen wir nicht mehr helfen? - muss anders geholfen werden?
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