Kraft in der Krise Heinz-Ketchup stoppt Lieferung an Edeka

Der Lebensmittelhersteller Kraft Heinz hat Lieferungen an Edeka eingestellt, weil die Supermarktkette für dessen Produkte nicht mehr zahlen will als bisher. Nun will Edeka eine eigene Ketchup-Marke entwickeln.

Symbolbild
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Verbraucher werden bei Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka aller Voraussicht nach schon bald vergeblich nach Ketchup und Grillsoßen der Marken Kraft und Heinz suchen. Der US-Konzern Kraft Heinz hat die Belieferung des Handelsriesen mit seinen Produkten eingestellt, wie der kaufmännische Direktor Michael Lessmann der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Zuvor hatte die "Lebensmittel Zeitung" darüber berichtet.

Auslöser für den Schritt sei ein Streit um die künftigen Lieferpreise gewesen. Kraft Heinz habe Preiserhöhungen durchsetzen wollen, Edeka dagegen auf Preissenkungen bestanden, sagte Lessmann. Alle Verständigungsversuche seien gescheitert. Der Konzern wolle eine Lösung mit Edeka finden, aber inzwischen seien die Gespräche ergebnislos abgebrochen worden. Kraft Heinz habe die Belieferung von Edeka eingestellt, sagte Lessmann.

Von Edeka war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die "Lebensmittel Zeitung" berichtete, die Lagerbestände an Ketchup und Grillsoßen des US-Konzerns in der Edeka-Gruppe neigten sich inzwischen dem Ende zu. In den Regalen ließen sich die Lücken nicht mehr kaschieren.

"Papa Joe's" soll die Lücke schließen

Die "Lebensmittel Zeitung" beziffert das Marktvolumen für Tomatenketchup in Deutschland auf 175 Millionen Euro, jeder zweite Edeka-Kunde habe bislang zu Ketchup eines US-Herstellers gegriffen. Deshalb reiße der Lieferstopp von Heinz erhebliche Lücken ins Edeka-Sortiment. Dem Bericht zufolge treibt die Kette inzwischen die Entwicklung eines eigenen Markenketchups voran. "Papa Joe's" solle dieser heißen.

In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den großen deutschen Handelsketten wie Edeka oder Rewe und bekannten Markenherstellern gekommen. Meist waren es dabei aber die Einzelhändler, die die Daumenschrauben anzogen und die Produkte widerspenstiger Lieferanten aus ihren Regalen nahmen, um in den Preisverhandlungen den Druck zu erhöhen. So boykottierte Edeka im vergangenen Jahr zeitweise fast 200 Nestlé-Produkte.

Der US-Konzern Kraft Heinz hat derzeit mit Verlusten zu kämpfen. Der Aktienkurs des Unternehmens brach Ende der Woche über 20 Prozent ein.

beb/dpa



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