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Rangliste der Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland, Aufstieg eines Superstars

Nur drei Länder sind für den globalen Wettbewerb besser gerüstet als Deutschland - zu diesem Schluss kommt ein Ranking des Weltwirtschaftsforums. Großer Verlierer ist Brasilien.

Maschinenbau in Bielefeld: Lob für Innovationen, Kritik am Steuerrecht Zur Großansicht
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Maschinenbau in Bielefeld: Lob für Innovationen, Kritik am Steuerrecht

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Wettbewerbsfähigkeit leicht verbessert und nimmt im weltweiten Vergleich weiter einen Spitzenplatz ein. Das ist das Ergebnis des vom Weltwirtschaftsforum herausgegebenen Global Competitiveness Index, der am Mittwoch veröffentlicht wird und SPIEGEL ONLINE vorab vorlag.

Der Rangliste zufolge verbesserte sich Deutschland um einen Platz und liegt nun auf Rang vier. An erster Stelle landete zum siebten Mal in Folge die Schweiz, gefolgt von Singapur und den USA.

Attraktiv ist Deutschland aus Unternehmenssicht nicht zuletzt wegen der Größe seines Marktes. In dieser Kategorie erreichte Deutschland weltweit Rang fünf. Gut positioniert ist die Bundesrepublik dem Bericht zufolge auch bei Innovation (Platz sechs) und Infrastruktur (Platz sieben). Als größte Hindernisse für Unternehmen nennen die Autoren die Komplexität des deutschen Steuerrechts, ineffiziente Bürokratie, die Steuerbelastung sowie ein vergleichsweise strenges Arbeitsrecht.

Verbessern konnten sich dem Ranking zufolge auch mehrere Länder im krisengebeutelten Südeuropa. Italien rückte um sechs Plätze auf Rang 43 vor, Spanien um zwei Plätze auf Rang 33. Auch Portugal verbesserte sich um zwei Plätze auf Rang 38, Frankreich um einen auf Platz 22. Griechenland landete hingegen unverändert auf Rang 81, allerdings wurden für das Ranking noch nicht die jüngsten Reformauflagen berücksichtigt.

Sorgen machen müssen sich laut Weltwirtschaftsforum mehrere Schwellenländer der sogenannten Brics-Staaten: Die Türkei rutscht von Platz 45 auf 51, was auch dem schwindenden Vertrauen in staatliche Institutionen gschuldet ist. Für das wirtschaftlich und politisch angeschlagene Brasilien ging es bergab von Rang 57 auf Rang 75.

Indien stieg hingegen deutlich auf, von Platz 71 auf 55. Auch Russland konnte sich verbessern und kletterte von Rang 53 auf 45. China hielt sich auf Platz 28 und ist damit laut Weltwirtschaftsforum das mit Abstand wettbewerbsfähigste Land der Gruppe. Insgesamt haben es die Schwellenländer dem Bericht zufolge versäumt, seit der Wirtschaftskrise ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Länder, die hier besonders gute Werte aufwiesen, seien hingegen auch am besten durch die Krise gekommen.

Für das jährlich erscheinende Ranking wurden insgesamt 140 Länder untersucht. Wettbewerbsfähigkeit wird dabei definiert über alle Institutionen, politischen Maßnahmen und Faktoren, die das Produktivitätsniveau eines Landes bestimmen. Erfasst werden so unterschiedliche Kategorien wie Gesundheit und Grundschulbildung, der Entwicklungsgrad der Finanzmärkte oder der Zustand der Infrastruktur.

dab

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