Vermögensranking Die Quandts sind erstmals die reichsten Deutschen

Wechsel an der Spitze im Reichstenranking: Die BMW-Eignerfamilie Quandt hat das größte Vermögen in Deutschland - und löst damit die Aldi-Clans an Top-Position der manager-magazin-Rangliste ab.

DPA

Hamburg - Mit einem gemeinsamen Vermögen von 31 Milliarden Euro sind die Geschwister Stefan Quandt (48) und Susanne Klatten (52) sowie ihre Mutter Johanna (88) die reichsten Deutschen. Das ergibt die neueste Erhebung des Vermögens der 500 reichsten Deutschen, die manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht (hier finden Sie die aktuelle Ausgabe).

Die Eigner der beiden Discountkonzerne Aldi Süd und Aldi Nord belegen somit erstmals seit zehn Jahren nicht mehr die ersten Plätze in der Reichstenliste. Mit einem Vermögen von 18,3 Milliarden Euro liegen die Familien Albrecht und Heister (Aldi Süd) auf Platz 2, die Familie Theo Albrecht jr. (Aldi Nord) steht mit 16,5 Milliarden Euro an vierter Stelle.

Auf Platz 3 vorgeschoben haben sich Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler, Eigentümer des gleichnamigen Wälzlagerherstellers und Großaktionäre beim Autozulieferer Continental Chart zeigen, mit einem Vermögen von 17,6 Milliarden Euro. manager magazin erstellt diese Liste zum 14. Mal.

Samwer-Brüder steigerten Vermögen auf 3,5 Milliarden Euro

Prozentual waren die Gebrüder Marc, Oliver und Alexander Samwer in diesem Jahr die größten Gewinner. Von September 2013 bis September 2014 konnten die Gründer von Rocket Internet ihr Vermögen von 850 Millionen auf 3,5 Milliarden Euro steigern. Dieses Plus von 312 Prozent verdanken die Samwers den Wertsteigerungen ihrer Start-up-Fabrik Rocket Internet Chart zeigen und des Modeversenders Zalando Chart zeigen, an dem die Brüder ebenfalls beteiligt sind. Nach den Börsengängen beider Unternehmen in der vergangenen Woche sind beide Firmen derzeit mehrere Milliarden Euro wert.

Vermögen der 100 reichsten Deutschen stieg auf 400 Milliarden Euro

Dank günstiger Börsenentwicklung, hoher Unternehmensgewinne, des Booms am Immobilienmarkt und Aufsteigern wie den Samwers und den Schaefflers ist das Vermögen der reichsten 100 Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten um 18,8 Prozent auf insgesamt 399,8 Milliarden Euro gewachsen. Das Vermögen der 500 reichsten Deutschen legte um 15,8 Prozent auf 611,75 Milliarden Euro zu. Das ist deutlich mehr als das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz.

Die Quandts verdanken ihren Aufstieg unter anderem dem gestiegenen Wert der Aktie von BMW Chart zeigen . Mit insgesamt 46,7 Prozent sind die Quandts Großaktionäre des Autoherstellers. Allein ihre drei Aktienpakete sind derzeit zusammen etwa 24 Milliarden Euro wert. Daneben besitzen die Quandts den Chemiekonzern Altana sowie Anteile an Industrieunternehmen wie SGL Carbon und Nordex Chart zeigen. Seit Kurzem ist Stefan Quandt zudem an der BHF-Bank beteiligt.

Die 500 reichsten Deutschen bringen es auf ein Vermögen von 611 Milliarden Euro: Hinter den Zahlen verbergen sich aufregende Geschichten über kluge Investoren und Hasardeure, Aufstieg und Fall - nachzulesen im neuen manager magazin.

manager magazin Spezial

Von Christoph Neßhöver (manager magazin)

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insgesamt 157 Beiträge
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Seite 1
bumblebee69 07.10.2014
1. Warum unterschiedlich rechnen?
Warum wird das Vermögen der beiden Quandts und der einen Klatten summiert (31 Milliarden Euro). Das Vermögen der beiden Aldi Klans aber seperat gerechnet. (18,3 Milliarden Euro + 16,5 Milliarden Euro = 34,8 Milliarden Euro) ? Hey Pipi Langstrumpf.....ich mach mir mein Ranking wie es mir gefällt....
jm2267 07.10.2014
2.
Auch wenn die Quandts mittlerweile zu ihrer Vergangenheit stehen und die Verdienste von Herbert Quandt bei der BMW-Sanierung unbestreitbar, kann diese Familie durchaus als bestes Argument dienen für eine progressive Erbschafts- und Vermögensteuer.
moneysac123 07.10.2014
3.
Vermögen akkumuliert sich immer mehr auf wenige menschen, das wird kein gutes ende nehmen, irgendwann werden sich die benachteiligten mit gewalt einen stück vom kuchen nehmen. btw: was wollen einzelne menschen mit 15 milliarden und mehr? wäre es nicht besser, die mitarbeiter am unternehmen zu beteiligen?
j.vantast 07.10.2014
4. Schon lustig
Das "Vermögen" der Samwer Brüder steigt enorm obwohl alle Beteiligungen bisher nur rote Zahlen erwirtschaften. Das ist in meinen Augen kein Vermögen, das ist Irrsinn. Mit Wertschöpfung hat die Börse schon lange nichts mehr gemeinsam. Klar ist aber wenn ein Crash kommt (und davon gehe ich aus weil es keine unendliches Wachstum gibt) wird es bitter. Da gibt es Unternehmen deren Börsenwert den tatsächlichen Wert um ein tausendfaches übersteigt und es gibt Unternehmen deren Maschinenpark und Patente schon hundert Mal mehr wert sind als die Aktien. Und ich gehe glaube ich nicht zu weit wenn ich behaupte das hinter dem weltweiten Börsenwerten vielleicht 1% echter Wert existiert. Der Rest ist heisse Luft. Maschinen, Anlagen, Immobilien, Patente...., all das kann man im Zweifel noch zu Geld machen. Aber Aktien taugen bestenfalls als Kaminanzünder.
European 07.10.2014
5. Geld hat in diesen Größenordnungen politische Dimensionen
im Alltag spielt es keine Rolle. Ich bin froh darüber den einen oder anderen Milliardär im Lande zu haben, denn die Pflegen in der Politik etwas mitzumischen. So haben wir wenigstens ein paar Deutsche die im Hintergrund Politik machen und nicht nur Amerikaner.
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