Debatte über Fahrverbote Diesel-Verkäufe brechen um ein Viertel ein

Viele Autokäufer in Deutschland weichen angesichts der Debatte über Diesel-Fahrverbote auf andere Antriebe aus. Im März brach die Zahl der Neuzulassungen mit Dieselmotoren um ein Viertel ein.

Neuwagen von Volkswagen
DPA

Neuwagen von Volkswagen


Die Autoindustrie hat zunehmend Probleme, in Deutschland Käufer für ihre Dieselmodelle zu finden. Die Verkäufe von Dieselautos sanken im März laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) um 25 Prozent. In den ersten drei Monaten brach die Zahl der Neuzulassungen von Pkw mit Dieselmotoren um 21 Prozent auf 283.800 Fahrzeuge ein, teilte der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) mit. Zugleich wurden im ersten Quartal mit 879.000 Autos so viele Neuwagen verkauft wie seit 18 Jahren nicht mehr.

Das Geschäft mit Benzinern läuft hingegen weiter gut: Der Absatz stieg im März um mehr als neun Prozent, wie das KBA mitteilte. Mit 347.433 Pkw-Neuzulassungen insgesamt lag der März zwar um 3,4 Prozent unter dem Vorjahresmonat. In den ersten drei Monaten des Jahres jedoch gab es laut der Behörde ein Plus von vier Prozent.

Während die deutschen Marken Smart, Mini und Volkswagen Chart zeigen Zuwächse verzeichneten, mussten Opel, Porsche Chart zeigen und Audi Chart zeigen zweistellige Absatzeinbußen hinnehmen. Der größte Neuzulassungsanteil entfiel im März mit 18,6 Prozent auf Volkswagen. Bei den Importmarken sorgten Mitsubishi Chart zeigen (plus 42,5 Prozent), Honda Chart zeigen (plus 22,4 Prozent), Alfa Romeo (plus 12,7 Prozent) sowie Hyundai Chart zeigen (plus 10,8 Prozent) für die höchsten Zulassungssteigerungen in der Monatsbilanz.

Prämien kurbeln Absatz an

Branchenkenner nennen die gute Konjunktur sowie Umstiegs- und Diesel-Prämien vieler Hersteller als Gründe für die insgesamt guten Absatzzahlen. "Allerdings wird es nach dem Auslaufen der Umtauschprämien zur Jahresmitte vermutlich ein böses Erwachen geben - dann dürften wir nämlich eine spürbare Delle auf dem deutschen Neuwagenmarkt sehen", sagte Peter Fuß von der Unternehmensberatung Ernst & Young.

Fuß macht die Diskussion über Fahrverbote für die aktuelle Zurückhaltung der Verbraucher bei Dieselfahrzeugen verantwortlich. "Auch wenn es in der Praxis wohl nur zu sehr vereinzelten und zeitlich begrenzten Fahrverboten kommen wird und sich die tatsächlichen Einschränkungen für Dieselbesitzer in Grenzen halten dürften, sehen wir inzwischen massive Verschiebungen am Markt."

Zum einen gebe es einen deutlichen Wertverlust für gebrauchte Dieselfahrzeuge, zum anderen machten sich bei Neuwagenkäufern auch Zweifel an der Zukunftsfähigkeit neuer Dieselmodelle breit. Hinzu kämen lange Wartezeiten bei der Bestellung von Dieselmodellen der derzeit modernsten Euro-Norm 6d.

Alternative Antriebe mit Plus bei Neuzulassungen

Im März schrumpfte der Marktanteil des Dieselantriebs am Neuwagenmarkt im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 31,4 Prozent - ein Rückgang um 9,2 Prozentpunkte. Benziner bildeten mit einem Anteil von 64 Prozent die häufigste Kraftstoffart.

Auch bei Neuwagen mit alternativen Antrieben stiegen die Verkäufe, wenngleich die absoluten Absatzzahlen weiter relativ niedrig sind. Die Neuzulassungen von Hybridmodellen stiegen im März um gut 45 Prozent (10.874 Fahrzeuge), bei reinen Elektroautos betrug das Plus 73 Prozent (3792 Fahrzeuge). Der gemeinsame Marktanteil von Hybrid- und Elektroneuwagen stieg im Vergleich zum Vorjahr von 2,7 auf 4,2 Prozent.

mmq/Reuters



insgesamt 114 Beiträge
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janjordan 04.04.2018
1. juchuh, noch mehr dicke SUV mit Benzinmotor unterwegs
,ob das die Luft wirklich verbessert?
Heinrichxxx 04.04.2018
2. Was denn...
...auch sonst?
isegrim der erste 04.04.2018
3. Einen neuen Diesel-PkW kauft sich jetzt nur noch jemand,
der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Zum Beispiel ein Herr Jan Fleischhauer, der ab und an beim Spiegel Kolumnen schreibt.
fue#rth 04.04.2018
4. wieso keinen diesel kaufen?
euro6d temp , was gibt es dazu mecker. kommt aus dem benzinerauspuff rosenwasserduft oder aus dem Betrieb vom e-auto entstehen wohl keine Abgase? oder was soll das dumme Gelaber. hier sind lauter klugacheisser am Werk. solange Kreuzfahrtschiffe. Und containerschiffe das millionenfache meines diesel in die Luft blasen dürfen geht mir das ganze Gelaber an meinem popes vorbei. solange die Bundesregierung die diesel mit einer zulassung in den Verkehr lässt ist alles gut. Wer keine SUV mag, kauft halt keine. jeder wie er mag.
ludwig49 04.04.2018
5. Für viele Leute...
...ist die Anschaffung eines Fahrzeugs eine längerfristige Angelegenheit. Die Debatte um Dieselautos schließt manches Kaufinteresse vorsichtshalber aus, zumal noch Politiker am Werk sind, die heute nicht mehr wissen, was sie gestern gesagt haben oder überhaupt keine Ahnung haben.
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