Dieselaffäre Audi einigt sich mit Ex-Chefentwickler

Audi verschafft sich in der Dieselaffäre zumindest an einer Front Ruhe: Die VW-Tochter einigte sich in einem Arbeitsrechtstreit mit einem Ex-Ingenieur. Der frühere Chefentwickler hatte die Unternehmensführung zuvor belastet.

Audi-Fahrzeuge in Ingolstadt (Archivbild)
DPA

Audi-Fahrzeuge in Ingolstadt (Archivbild)


Audi hat sich mit einem im Dieselskandal gefeuerten Ingenieur geeinigt. "Das Arbeitsverhältnis wurde einvernehmlich beendet", sagte ein Sprecher der Volkswagen-Tochter. Ob Abfindungszahlungen an den früheren Chef der Dieselmotorenentwicklung, Ulrich Weiß, geleistet wurden, wollte der Sprecher nicht kommentieren. Der Anwalt von Weiß konnte für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

Audi hatte den Ingenieur im Zuge der Dieselaffäre im November 2015 zunächst bezahlt freigestellt und ihm dann im vergangenen Februar gekündigt. Das Unternehmen begründete das damit, dass Weiß den Vorstand und ein Expertengremium über die Manipulation von Abgaswerten getäuscht habe. Der Ingenieur wies das zurück. Er hatte von Audi eine Abfindung von sechs Millionen Euro verlangt. Im August hatte das Arbeitsgericht in Heilbronn Termine in dem Verfahren auf Wunsch der Beteiligten abgesagt, das Verfahren ruhte.

Durch die jetzige Einigung bleibt Audi eine gerichtliche Auseinandersetzung erspart, bei der weitere Details zur Abgasaffäre ans Licht kommen könnten. Schon Anfang des Jahres hatte Weiß Audi-Chef Rupert Stadler vor dem Arbeitsgericht schwere Vorwürfe gemacht. Wegen der von Volkswagen und Audi zugegebenen millionenfachen Manipulation von Dieselmotoren zur Schönung von Abgaswerten ermitteln Staatsanwaltschaften im In- und Ausland.

Seit Donnerstag sitzt der frühere Entwicklungsvorstand des Sportwagenbauers Porsche, Wolfgang Hatz, in Untersuchungshaft. Der Anwalt von Hatz weist die Vorwürfe zurück: Die gegenüber Hatz erhobenen Vorwürfe seien falsch.

Hatz, der zeitweise auch die Motorenentwicklung bei Audi und im Volkswagen-Konzern leitete, war aufgrund des Abgasskandals zunächst beurlaubt worden und hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr verlassen.

stk/Reuters/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.