Dieselpreis-Proteste in Brasilien Chef von Ölkonzern Petrobras will zurücktreten

Mit ihrem Streik gegen hohe Treibstoffpreise hatten Fernfahrer in Brasilien weite Teile des südamerikanischen Landes lahmgelegt. Nun stellt der Chef des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras seinen Posten zur Verfügung.

Petrobras-Chef Pedro Parente
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Petrobras-Chef Pedro Parente


Nach tagelangen Protesten gegen die hohen Treibstoffpreise in Brasilien hat der Chef des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras seinen Rücktritt angeboten. "Es ist klar geworden, dass mein Verbleib im Vorstand von Petrobras nicht weiter nützlich ist", schrieb Pedro Parente in einem Brief an die Regierung. Präsident Michel Temer muss den Rücktritt noch annehmen.

Nach der Ankündigung stürzte der Aktienkurs von Petrobras um 14 Prozent ab. Die Börse in São Paulo setzte den Handel mit den Papieren vorübergehend aus.

Wegen eines Korruptionsskandals steckt Petrobras seit Jahren in einer schweren Krise. Die Geschäftszahlen hatten sich zuletzt allerdings wieder verbessert.

Wegen der starken Erhöhung der Benzin- und Dieselpreise hatten zuletzt die Fernfahrer und Ölarbeiter in Brasilien die Arbeit niedergelegt. Zeitweise blieben Tankstellen trocken, den Supermärkten gingen die Waren aus und Fabriken mussten aus Materialmangel die Produktion einstellen.

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Brasiliens Präsident Michel Temer hatte bereits eingelenkt und versprochen, den Preis für Diesel und die Mautgebühren für zwei Monate zu senken. Zuvor hatte die Regierung die Räumung von Straßenblockaden der Lastwagenfahrer angeordnet.

cop/dpa



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