Dieselskandal Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen gegen Bosch aus

Bosch gerät im Zusammenhang mit dem Dieselskandal weiter unter Druck: Die Staatsanwaltschaft in Deutschland nimmt den Autozulieferer genauer unter die Lupe. In den USA sorgt eine Klage gegen Ford für Ärger.

Bosch-Konzernzentrale in Stuttgart
DPA

Bosch-Konzernzentrale in Stuttgart


Die Justiz hat Autozulieferer Bosch im Zusammenhang mit der Abgasaffäre schon länger im Visier. Nun wurden die Ermittlungen gegen den Konzern ausgeweitet. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart leitete Ende Dezember ein drittes Ermittlungsverfahren gegen Bosch ein, wie ein Behördensprecher sagte. Dabei gehe es um Beihilfe zum Betrug im Zusammenhang mit möglichen Manipulationen der Abgasnachbehandlung bei der VW-Tochter Audi.

Ein Sprecher von Bosch sagte lediglich, man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden. Zu Details äußere sich das Unternehmen nicht. Gegen den Konzern war bereits im Herbst 2015, mit Bekanntwerden der Dieselaffäre bei VW, ermittelt worden. Der Konzern lieferte Steuergeräte und Software an VW, die im großen Stil zur Manipulation von Abgaswerten genutzt wurde. In diesem Fall ermittelt die Behörde nach eigenen Angaben gegen sieben Bosch-Mitarbeiter wegen Beihilfe zum Betrug.

Bei Audi waren im vergangenen Jahr Ermittler zur Razzia angerückt. Bei Bosch wurde nicht durchsucht. Der Sprecher der Stuttgarter Behörde sagte weiter, was Bosch angehe, werde der Fall Audi seit Längerem beobachtet.

Klage gegen Ford in den USA

In den USA sieht sich Bosch mit einer Klage konfrontiert, die sich vor allem gegen Ford richtet. Eine Anwaltskanzlei wirft dem amerikanischen Autobauer vor, ähnlich wie VW Abschaltvorrichtungen eingesetzt zu haben, um Abgastests zu bestehen. Betroffen sind demnach Pickup-Geländewagen der Typen F-250 und F-350. Unter realen Bedingungen stießen die Motoren zweimal so viele gesundheitsschädliche NOx-Gase aus wie erlaubt. In der Klageschrift wird auch Bosch als Beschuldigter geführt.

Die Kanzlei Hagens Berman Sobol war schon im Fall VW aktiv. Die Juristen wirkten an milliardenschweren Vergleichen zwischen dem Wolfsburger Konzern sowie Händlern und Kunden mit.

Ford wies die Anschuldigungen zurück. Alle Fahrzeuge des Autobauers erfüllten die Vorschriften der US-Umweltbehörde EPA, erklärte das Unternehmen. Bosch teilte mit, die Vorwürfe der Manipulation von Dieselsoftware sehr ernst zu nehmen. Das Unternehmen äußere sich nicht zu Details der strafrechtlichen Ermittlungsverfahren und Zivilgerichtsverfahren.

asc/Reuters



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