Amtliche Anhörung Opel muss sich im Dieselskandal verantworten

Die Ermittlungen des Kraftfahrt-Bundesamts im Dieselskandal richten sich offenbar auch gegen Opel. Einem Medienbericht zufolge soll der Autohersteller Motoren an Zehntausenden Autos manipuliert haben.

REUTERS


Opel ist laut einem Medienbericht in Verdacht geraten, Abgaswerte bei Dieselmotoren manipuliert zu haben. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" in den vergangenen Monaten belastbare Hinweise gefunden, nach denen der Autohersteller weltweit bei 60.000 Autos die Abgasreinigung während der Fahrt abschaltet.

In Deutschland sollen demnach rund 10.000 Autos betroffen sein, bei denen die Grenzwerte für Stickoxide um mehr als das Zehnfache überschritten worden seien.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums bestätigte "eine amtliche Anhörung gegen Opel wegen drei Euro-6-Modellen". Opel war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Dem Bericht zufolge soll Opel zwei Wochen Zeit haben, sich vor dem KBA zu erklären.

(Mehr zur Aktion "Deutschland spricht" finden Sie hier .)

Im Gegensatz zu anderen Autoherstellern war Opel bislang nicht Ziel juristischer Ermittlungen und musste noch keine Fahrzeuge zurückrufen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte Vorermittlungen vor mehr als einem Jahr eingestellt.

VW hatte im September 2015 eingeräumt, Abgastests bei mehr als zehn Millionen Dieselautos manipuliert zu haben. Dafür musste der Konzern allein in Deutschland ein Bußgeld von einer Milliarde Euro zahlen. In den USA soll VW im Rahmen eines Vergleichs rund vier Milliarden Euro gezahlt haben, um die Einstellungen straf- und zivilrechtlicher Klagen zu erwirken.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Chronologie des Dieselskandals.

ans/mmm/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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hansa_vor 13.07.2018
1. Welch große Überraschung.
Vielleicht sollte man erst mal alle Dieselfahrzeughersteller überprüfen. Ich wette es gibt Weltweit nicht ein Dieselfahrzeug welches diesen unsinnigen NOX Wert einhält.
StefanKomarek 13.07.2018
2. Warum nur deutsche Hersteller
Warum sind nur Automobile betroffen, die in Deutschland entwickelt und hergestellt wurden? Kann das jemand erklären? Für mich wäre vorstellbar, dass ein Hersteller nicht auf der Höhe der Technik war und deshalb getrickst hat, um mit den anderen mithalten zu können. Jetzt kommen aber die Deutschen einer nach dem anderen auf die Anklagebank, VW, Mercedes, jetzt Opel, auch BMW wurde mal genannt aber noch nie ein amerikanischer, französischer, italienischer, japanischer, koreanischer oder sonst woher Hersteller. Sind deutschen Ingenieure dusseliger als die der anderen, hier aufgelisteten Länder.
Kamillo 14.07.2018
3.
Welche Modelle/Motoren sind denn bei Opel betroffen?
dr.klugscheisser 14.07.2018
4. mmhhh...
Der Zusammenhang von Kraftstoffverbrauch, Stickoxidemission und AdBlue Verbrauch ist fix. Da gibts keine "green magic". Niedriger Kraftstoffverbrauch, hohe Stickoxide, hoher AdBlue Verbrauch. Und umgekehrt. Raus kommt man aus diesem Zusammenhang nicht. Niedriger Kraftstoffverbrauch, kaum AdBlue Verbrauch=Betrug. Ein grosser Teil des Betrugs ist legal, wie z.B. die Abgasreinigung zum Motorschutz unterhalb vo 10 Grad, also zu 50% der Zeit, abzuschalten. Der Rest ist vielleicht illegaler Murx. Vielleicht, weil die Hersteller alles dran gesetzt haben, die Gesetzgeber so einzunorden, dass sie die Abgasreinigung auch gleich ganz weglassen können. Alle Hersteller sind dabei, also ist nun "Opel auch" keine Überraschung. Was überraschen würde, wäre "xyz hats nicht getan".
invictus_nl 14.07.2018
5. Moment mal...
Bis 2017 gehörte Opel noch zu General Motors. Die Frage wäre nun, wann die fraglichen Autos gebaut wurden. Da wird doch nicht etwa eine amerikanische Firma in Europa beim Abgas unerlaubte Abschaltvorrichtungen verbaut haben? Wie wäre es mit so ca. 17 Mrd. Euro Strafe?
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