Mehr als 50 Milliarden Euro Aktionäre können sich über Dividenden-Rekord freuen

Die gute Wirtschaftslage und Niedrigzinsen bescheren Anlegern kräftige Dividendenzahlungen. Deutsche Unternehmen schütten erstmals mehr als 50 Milliarden Euro aus. Aktionärsvertretern ist das zu wenig.

DAX-Kurve im Handelssaal (Archiv)
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Deutschlands Aktiengesellschaften überweisen 2018 den Anteilseignern in der Summe so viel Geld wie nie zuvor. Die Dividende von rund 600 untersuchten Unternehmen steigt im Vergleich zum Vorjahr kräftig um 11,6 Prozent auf den Rekordwert von insgesamt 52,6 Milliarden Euro. Das geht aus einer Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der privaten FOM Hochschule in Essen und der Recherche-Plattform "Dividenden-Adel" hervor.

Den größten Anteil des Geldes überweisen erneut die 30 im Leitindex Dax notierten Unternehmen mit zusammengerechnet rund 35,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 11,5 Prozent. Die 50 mittelgroßen Unternehmen im MDax schütten mit insgesamt rund 9,5 Milliarden Euro gut acht Prozent mehr aus als 2017. Im SDax sind es sogar 46 Prozent, im TecDax dagegen lediglich 4,3 Prozent mehr. Von den 160 Firmen in den vier Indizes zahlen den Angaben zufolge 88 Prozent eine Dividende.

Gutes Umfeld

DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler verwies auf das gute Umfeld angesichts des Konjunkturbooms und der Niedrigzinsen. "Hier kein Geld zu verdienen, ist nahezu unmöglich. Insofern ist es umso bedenklicher, wenn Unternehmen in diesem Umfeld nicht performen oder sich nicht in der Lage sehen, eine Dividende zu zahlen", sagte der Aktionärsvertreter laut Redetext.

Vielfach bleibe das Dividendenwachstum allerdings hinter dem Gewinnanstieg zurück, kritisierte Tüngler. "Trotz der Rekordsumme und einem Zuwachs von 11,6 Prozent könnte und müsste es eigentlich deutlich mehr sein." Die Aktionärsvertreter halten eine Ausschüttungsquote von 50 Prozent für gerechtfertigt.

Mögliches Ende der Dividendenrekorde

An den meisten Bundesbürgern gehen die Dividendenzahlungen allerdings ohnehin vorbei. Zwar ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland 2017 auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen. Etwas mehr als zehn Millionen Menschen hierzulande besaßen Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zufolge Aktien oder Anteile an Aktienfonds. 15,7 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahre und damit etwa jeder Sechste legte direkt oder indirekt Geld an der Börse an. Die Quote ist dem DAI zufolge im Vergleich zu anderen Industrieländern aber immer noch niedrig.

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Ob die Anteilseigner auch in den kommenden Jahren mit Rekordausschüttungen rechnen können, ist Tüngler zufolge fraglich. Er verwies unter anderem auf die Herausforderungen durch die Digitalisierung sowie die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium.

Zwar sind die EU-Länder zunächst davon ausgenommen. Die Zölle könnten aber eine Verlagerung der Handelsströme in Richtung Europa bewirken und damit zumindest Teile der hiesigen Wirtschaft unter Druck setzen, argumentierte Tüngler. "Es kann somit gut sein, dass das Jahr 2019, für das aufgrund der guten Zahlen in diesem Jahr durchaus noch einiges zu erwarten ist, das vorläufige Ende der Dividendenrekordjagd markiert."

brt/dpa

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