Studie Frauenanteil in Dax-Vorständen sinkt

Unter den 191 Vorstandsmitgliedern der Dax-Konzerne sind nur noch zwölf Frauen. Laut DIW ist der Anteil von Managerinnen in den 30 Unternehmen damit deutlich gesunken. In den Aufsichtsräten stieg der Frauenanteil dagegen auf knapp 22 Prozent.

Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne: Frauenanteil in Dax-Vorständen bei 6,3 Prozent
DPA

Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne: Frauenanteil in Dax-Vorständen bei 6,3 Prozent


Berlin - Der Frauenanteil in den Vorständen der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands ist einer Studie zufolge gesunken. Er sei auf von 7,8 auf 6,3 Prozent gefallen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag in Berlin mit. Unter den 191 Vorstandsmitgliedern der 30 Dax-Unternehmen befänden sich nur zwölf Frauen. "Der Rückgang signalisiert, dass mehr Frauen in Führungspositionen, insbesondere in Spitzenpositionen, kein Selbstläufer sind", sagte die DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies, Elke Holst.

Aus den Vorständen ausgeschiedenen sind demnach in diesem Jahr die Personalchefinnen Regine Stachelhaus bei E.on, Luisa Deplazes Delgado bei SAP und Brigitte Ederer sowie Einkaufschefin Barbara Kux bei Siemens. Neu hinzugekommen ist nur Bettina Volkens bei der Lufthansa. Auch sie hat das Ressort Personal inne.

In den Aufsichtsräten der 30 Dax-Unternehmen stieg der Frauenanteil hingegen um 2,5 Punkte auf 21,9 Prozent. "Die Dax-30-Unternehmen sind auf einem guten Weg, die von der Großen Koalition für das Jahr 2016 geplante Einführung einer verbindlichen Frauenquote umsetzen zu können", sagte Holst.

Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag auf eine Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte geeinigt. Ab 2016 sollen Aufsichtsräte einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent aufweisen.

Laut DIW stellen die Arbeitnehmervertreter immer noch die Mehrheit der weiblichen Mitglieder, doch die Kapitalseite holt auf: Von insgesamt 70 Frauen entsende sie inzwischen 30. Das entspreche einem Anteil von 42,9 Prozent. Ende 2012 waren es 36,5 Prozent, Ende 2011 noch 29,5 Prozent.

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cte/Reuters



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insgesamt 73 Beiträge
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tobidd06 28.11.2013
1. Typisch
Das war ja klar schon ist in den Koalitionsverhandlungen die Rede davon dann kommt schon wieder die Schreckensnachricht. Und solche Meldungen werden wir in Zukunft häufiger bekommen
BonChauvi 28.11.2013
2. optional
Wenn es um Geld geht - und bei Dax-Konzernen ist Geld das einzige, was zählt - kennt man keine Männlein und Weiblein mehr. Da zählt nur, dass der Rubel rollt. Offenbar können Frauen das weniger gut als ihre männlichen Kolegen. Anders lässt sich der Rückgang des Frauenanteil kaum erklären.
zitzewitz 28.11.2013
3. Gott steh uns bei!
Zitat von sysopDPAUnter den 191 Vorstandsmitgliedern der Dax-Konzerne sind nur noch zwölf Frauen. Laut DIW ist der Anteil von Managerinnen in den 30 Unternehmen damit deutlich gesunken. In den Aufsichtsräten stieg der Frauenanteil dagegen auf knapp 22 Prozent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/diw-studie-frauenanteil-in-dax-vorstaenden-sinkt-a-936150.html
Droht jetzt eine schwere Depression und das Ende der Welt wie wir sie kennen?
metronomfahrer 28.11.2013
4. Einfach
mal ein Unternehmen gründen, dann klappt's auch mit dem Vorstandsposten.
somesome 28.11.2013
5.
Zitat von BonChauviWenn es um Geld geht - und bei Dax-Konzernen ist Geld das einzige, was zählt - kennt man keine Männlein und Weiblein mehr. Da zählt nur, dass der Rubel rollt. Offenbar können Frauen das weniger gut als ihre männlichen Kolegen. Anders lässt sich der Rückgang des Frauenanteil kaum erklären.
Nein, die Antwort ist viel simpler: Viel weniger Frauen als Männer WOLLEN einfach diese Jobs. Sobald der Nachwuchs da ist ziehen es knapp 2/3 aller Frauen vor nur noch Teilzeit zu arbeiten oder sogar Vollzeit-Hausfrau zu werden, bei den Männer wollen es dagegen nur etwa 1/7. Zudem entscheidet sich die Mehrheit der Frauen für Studienfächer wie Soziologie oder Pädagogik mit denen die Wahrscheinlichkeit einen Vorstands- oder Aufsichtsratposten zu bekommen eben bei weiten nicht so hoch sind wie z.B. bei Informatik oder Ingenieurswissenschaften. Wenn der Männeranteil unter den Kandidaten bei 80-90% liegt ist es nicht verwunderlich dass der Männeranteil im Vorstand ähnlich aussieht.
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