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Springers Verlagsumbau: "Wir tun dies mit schwerem Herzen"

Springer-Chef Döpfner: Nur wenn es einem gut geht, kann man handeln" Zur Großansicht
DPA

Springer-Chef Döpfner: Nur wenn es einem gut geht, kann man handeln"

In einer E-Mail an die Mitarbeiter, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, begründet Springer-Verlagschef Mathias Döpfner den Zeitungsverkauf: "Wenn wir jetzt nicht handeln, müssten wir uns ernsthaft Sorgen machen."

Hamburg/Berlin - Die Mitarbeiter traf es unvermittelt: Um 9.41 Uhr bekamen die Springer-Beschäftigten eine E-Mail ihres Verlagschefs Mathias Döpfner. Knapp 20 Minuten später informierte der Vorstand die Beschäftigten in den Verlagsgebäuden in Hamburg und Berlin.

In dem zweiseitigen Schreiben von Döpfner, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, heißt es, die Axel Springer AG habe einen "Punkt in der Unternehmensentwicklung" erreicht, "der uns eine weitreichende und schwierige Entscheidung abverlangt". Konkret bedeutet das: Springer verkauft seine Regionalzeitungen "Hamburger Abendblatt" und "Berliner Morgenpost", die Programmzeitschriften - darunter "Hörzu" - und die Frauenzeitschriften "Bild der Frau" und "Frau von heute".

Döpfner schreibt in der E-Mail: "Die Entscheidung, uns von einigen der traditionsreichsten Marken unseres Hauses zu trennen", sei dem Vorstand nicht leicht gefallen. "Wir tun dies mit schwerem Herzen." Man sei jedoch "überzeugt, dass dieser Schritt für die langfristige Perspektive der Marken und deren Mitarbeiter das Beste" sei. Springer werde den "Weg zum führenden digitalen Medienunternehmen konsequent weitergehen, mit klarer Ausrichtung auf die "Bild"-Gruppe und die "Welt"-Gruppe. In beide Zeitungen werde man "journalistisch investieren".

"Nur große Gruppen können überleben"

Insgesamt soll die Funke Mediengruppe, die die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" verlegt, einen Kaufpreis von 920 Millionen Euro zahlen. Döpfner schreibt, Funke wolle "alle Mitarbeiter übernehmen, inklusive der Geschäftsführungen und der Chefredaktionen". Zudem soll es zwei Gemeinschaftsunternehmen für die Vermarktung und den Vertrieb geben. Bei beiden Unternehmen werde Springer die Führung übernehmen und die Mehrheit halten.

Unter der Frage "Warum tun wir das?" schreibt Döpfer: "Die Zeitungs- und Zeitschriftenmärkte stehen vor einem großen Konsolidierungsprozess." Nur große Gruppen könnten dauerhaft überleben. Das werde dazu führen, "dass einige Verlage Titel verkaufen, andere werden hinzukaufen". Springer habe lange geprüft, selbst Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen. "Das ging häufig deshalb nicht, weil wir aus Sicht des Kartellamtes allein schon mit 'Bild' eine zu starke Marktstellung besitzen." Auch deshalb "gehen wir seit Jahren den Weg der Digitalisierung".

Döpfner begründet dann den Verkauf damit, frühzeitig auf die Umbrüche in der Medienbranche reagieren zu wollen: "Wenn wir jetzt nicht handeln, müssten wir uns um die Zukunft von "Hamburger Abendblatt", "Berliner Morgenpost" und der Zeitschriften und deren dauerhafte Überlebenschancen ernsthaft Sorgen machen." Noch gehe es den Titeln gut und man wisse: "Nur wenn es einem gut geht, kann man aktiv handeln."

"Wir haben die Axel Springer AG in den letzten zehn Jahren auf einen klaren Digitalisierungskurs ausgerichtet", schreibt Döpfner. "Nun erreichen wir einen Punkt in der Unternehmensentwicklung, der uns eine weitreichende und schwierige Entscheidung abverlangt."

cte

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1.
frunabulax 25.07.2013
In "Bild" und "Welt" will man journalistisch investieren. Ich lach mich schlapp, das ist journalistisch ein Fass ohne Boden. Da kommt nie guter Journalismus raus.
2. Alternativlos
nesmo 25.07.2013
Zitat von sysopDPASpringer verkauft etliche seiner Traditionsblätter - darunter das "Hamburger Abendblatt" und die "Hörzu". In einer E-Mail an die Mitarbeiter, die SPIEGEL ONLINE vorliegt, begründet Verlagschef Mathias Döpfner die Entscheidung: "Wenn wir jetzt nicht handeln, müssten wir uns ernsthaft Sorgen machen." http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/doepfner-e-mail-zum-verkauf-von-hoerzu-und-co-a-913046.html
Springer kann froh sein, diese Auslaufmodelle für noch gutes Geld verkauft zu haben. Das gibt Döpfner indirekt auch zu. Was der Käufer mit den Blättern vorhat, außer ausschlachten und Redaktioen zusammenfassen, ist unklar. Selbst die Stammklientel Rentner wird sich, wenn auch längerlebend, moderneren Medien zuwenden
3. Üble Sprechblasen eines Vorstands
kael 25.07.2013
"Wir tun dies mit schwerem Herzen." Man sei jedoch "überzeugt, dass dieser Schritt für die langfristige Perspektive der Marken und deren Mitarbeiter das Beste sei" (Zitat Ende) Döpfner wird wohl eher "überzeugt" sein, dass es für sein Rest-Unternehmen "das Beste" sei, ganz egal, was aus den ehemaligen Mitarbeitern wird. Die werden wegen der Konzentrationen und der Sparprogramme in der Medienwelt vermutlich auf der Straße landen.
4. Der Laden soll einfach
archidamus 25.07.2013
pleite gehen. Schade um die Mitarbeiter, aber gut für Deutschland.
5. Das beste für Springer
buzzer001 25.07.2013
Dass der Springer Verlag die Regionalblättchen verkauft ist aus Ihrer Sicht gut und richtig. Die Aussage: "Wir tun dies mit schwerem Herzen." Man sei jedoch "überzeugt, dass dieser Schritt für die langfristige Perspektive der Marken und deren Mitarbeiter das Beste" sei" ist natürlich wieder reine Augenwischerei. Es geht dem Springer Verlag nicht um die Blätter und Mitarbeiter, sondern um Geld. Das die Printmedien unter zunehmendem Druck stehen wurde uns durch die Pleite der FR erst kürzlich deutlich vor Augen geführt. Die Frage die sich in mir aufwirft lautet deshalb doch eher: "Warum ist die Zukunft der Blätter unter dem Funke Verlag zukunftsträchtiger als unter Springer? Weil Springer den Fokus auf Digitale Medien setzt, ok. Aber was ist mit Funke? Wenn Funke die Entwicklung der Printmedien nicht in Richtung Digitalisierung vorantreibt kann und wird es nicht zukunftsträchtig. Deshalb ist die Frage nicht mehr "Warum verkauft Spiegel" sondern "Warum kauft Funke für 980 Mio" Na ja, zur Not kann ja in 1 -2 Jahren einen staatlichen Rettungsfond anzapfen.
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