Weitere Eskalation im Handelsstreit Trump droht EU mit Importzöllen auf Autos

Donald Trump verschärft die Spannungen mit der EU. Nach dem Streit um Schutzzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte äußert der Präsident nun neue Drohungen via Twitter.

Donald Trump
JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Donald Trump


Ungeachtet aller Kritik - auch aus dem eigenen Land - schürt Donald Trump weiter die Furcht vor einem weltweiten Handelskrieg.

Nach seiner Ankündigung vom vergangenen Donnerstag, Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte zu erheben, kündigte die EU als Gegenmaßnahme bereits Zölle auf "Harley-Davidson, auf Bourbon und auf Blue-Jeans" an.

Nun reagiert Trump und droht auf Twitter mit Importzöllen auf europäische Autos.

"Wenn die EU ihre massiven Zölle und Hürden für US-Firmen, die dort Handel treiben, weiter ausweitet, werden wir einfach eine Steuer auf ihre Autos einführen, die den Markt in den USA fluten. Sie machen es uns unmöglich, unsere Autos (und viel mehr) dort zu verkaufen. Große Handels-Ungleichheit!", twitterte Trump.

Dabei warnen Experten, dass Trump mit seinen Strafzöllen auf Stahlimporte aus dem Ausland auch die eigene Wirtschaft trifft. "Die Preise werden steigen", sagte etwa der Präsident des Verbandes der Dosenhersteller, Robert Budway. "Dies würde am Ende Verbraucher in den USA schädigen, weil sie mehr für Dosengetränke und in Dosen verpacktes Essen zahlen müssten." In den USA sind 6,5 Millionen Menschen direkt und indirekt mit der Verarbeitung von Stahl- und Aluminium beschäftigt - aber nur wenige Hunderttausend mit der Erzeugung.

Und nicht nur die EU, sondern auch Wirtschaftsnationen wie Brasilien und Kanada kündigten Vergeltungsmaßnahmen an. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte, er könne sich Einfuhrzöllen auf Whisky, Jeans und Motorrädern aus den USA vorstellen - um Symbole der US-Wirtschaft zu treffen.

Trump hatte schon im Jahr 1990 angekündigt, er werde, falls er einmal US-Präsident sein sollte, "eine Steuer auf jeden Mercedes-Benz packen, der in dieses Land rollt". Als er dann 27 Jahre später tatsächlich Präsident wurde, drohte er zum Amtsantritt mit einer Grenzsteuer, die auf Auto-Importe aus Mexiko fällig werden sollte. Dieser Plan gilt mittlerweile als verworfen, und auch sonst beließ es Trump lange bei Drohungen.

Setzt er die Importzölle auf Autos aus der EU tatsächlich einführen, wären vor allem die großen deutschen Automobilunternehmen betroffen. Die Verkäufe der deutschen Autobauer in den USA hatten 2017 nach Angaben des Branchenverbandes VDA in der Summe um etwa ein Prozent auf 1,35 Millionen Neuwagen zugelegt. Und der damalige VDA-Chef Matthias Wissmann hatte betont, er erwarte, "dass wir unseren Marktanteil auch im Jahr 2018 weiter steigern können".

vet/dpa

insgesamt 278 Beiträge
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Seite 1
thorsten.brandt.et 03.03.2018
1. Erst denken - dann reden ...
VW als auch BMW haben Produktionsstätten in den USA - so what, Mr Duck ....
shopkeeper 03.03.2018
2. Keine Chance!
Der amerikanische Markt kompensiert das locker, allein schon, weil die Exportquote deutlich geringer ist als bei uns. Wir werden einfach auf die Fresse fallen, während Washington den Kratzer kaum wahrnehmen wird. Es ist an der Zeit, die schäumende Empörung dahin zu packen, wo sie hingehört: ins Theater. Bringt nämlich gar nix.
redbayer 03.03.2018
3. Sehr gut, wenn jetzt Trump
noch Strafzölle auf deutsche Autos erhebt, dann ist die "Giftmotoren Industrie" endgültig am Ende (Anm.: die Chinesen werden schnell nachziehen). Deutschen Manager in USA verhaftet, Lügner & Betrüger entlarvt, Dieselfahrverbote überall.
batmanmk 03.03.2018
4. Wir werden sehen
Wie es aussieht, ist der Neoliberalismus der 80er-Jahre mittlerweile auf seinen ganz persönlichen Eisberg gestoßen. Und wie es aussieht, sind mehr Kammern mit Wasser vollgelaufen als es die Konstrukteure für zulässig halten.
donpedro50 03.03.2018
5. Nicht reden sondern handeln !!!
Nicht reden sondern handeln, bin mal gespannt wie lange die EU braucht. und nicht vergessen das IPhone und Co. mit Strafzoll zu versehen.
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