US-Präsident Trumps Golfanlagen in Schottland verbrennen Millionen

Donald Trump hat das traditionsreiche Golfressort Turnberry mit 192 Kronleuchtern in einen Kitschpalast verwandelt. Zwar pilgern seither eingefleischte Fans des US-Präsidenten nach Schottland - doch das reicht offenbar nicht.

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Von manager-magazin.de-Redakteur


Seinen letzten großen Auftritt in Schottland hatte Donald Trump im Juni 2016. Der damalige US-Präsidentschaftskandidat eröffnete die von ihm erworbene und im typischen Trump-Stil mit viel Pomp und Gold umdekorierte Golfanlage "Trump Turnberry" und nutzte die Gelegenheit, den Schotten öffentlich zu ihrer kurz zuvor erfolgten Entscheidung zum Austritt aus der EU zu gratulieren. Dumm nur, dass die Schotten gar nicht für den "Brexit" gestimmt hatten, sondern dagegen.

Dumm auch für Trump, dass es mit seinen beiden Golfanlagen in Schottland wirtschaftlich offenbar alles andere als rund läuft. Das zeigen Papiere, die jetzt in Großbritannien veröffentlicht wurden und über die die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

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Trumps Golfressorts: Das Millionengrab

Demnach macht Trump mit beiden Golfanlagen, die er in Schottland besitzt, bisher ausschließlich Verluste, und zwar nicht zu knapp. Beim traditionsreichen Golfressort Turnberry etwa, denkmalgeschützt und dennoch von Trump mit "Wagenladungen Gold" (O-Ton FAZ) sowie nicht weniger als 192 Kronleuchtern allein im öffentlichen Bereich des dazugehörigen Hotels in eine Art überdimensionalen Kitschpalast verwandelt, hat sich das Minus im vergangenen Jahr laut Bloomberg auf 17,6 Millionen Pfund (knapp 20 Millionen Euro) mehr als verdoppelt. Gleichzeitig verringerte sich der Umsatz in Trumps laut Bloomberg größtem Auslandsinvestment um 21 Prozent auf neun Millionen Pfund.

Kunden meiden Trumps Anlagen

Nicht viel besser sieht es auf der zweiten schottischen Anlage des US-Präsidenten nördlich von Aberdeen aus: Der Verlust dort stieg zuletzt um 28 Prozent auf 1,4 Millionen Pfund im Jahr, während der Umsatz um zwölf Prozent zurückging.

Insgesamt, so berichtet Bloomberg, hat Trump inzwischen etwa 152 Millionen Pfund in seine schottischen Golfplätze gesteckt - und keine der Anlagen hat auch nur einen Cent Profit abgeworfen, seit sie sich in Trumps Besitz befinden. Der Präsident, so zitiert die Nachrichtenagentur ein langjähriges Clubmitglied in Turnberry, werde niemals eine Rendite mit seinem Investment erzielen.

Ein Problem: Offenbar ist es nicht zuletzt Trumps Auftreten in der Politik, das auch zur Belastung für seine geschäftlichen Aktivitäten wird. Die Standpunkte des US-Präsidenten rufen bekanntlich regelmäßig nicht nur Begeisterung, sondern auch viel Kritik hervor, und die Fraktion seiner entschiedenen Gegner dürfte mindestens genauso groß sein, wie die seiner Befürworter.

Das macht sich offenbar auch bei der Nutzung der Golfanlagen in Schottland bemerkbar. Bloomberg zitiert einen Reiseveranstalter aus Ohio, der für das US-amerikanische Publikum regelmäßig Golftrips nach Europa organisiert. Er wisse von Kunden, die explizit Trumps Golfplätze meiden, seit der New Yorker Immobilienunternehmer zum Präsidenten der USA gewählt wurde, so der Tourismusunternehmer. "Es gibt diese Leute, die sagen, sie hätten nicht für ihn gestimmt und würden auch nicht auf seine Anlagen gehen", sagt er.

Auf der anderen Seite gebe es zwar auch Trump-Fans unter den Kunden, die ganz bewusst die Anlagen des US-Präsidenten ansteuerten. Die Geschäftszahlen von Trumps Golfressorts in Schottland deuten allerdings darauf hin, dass sich diese Gruppe eher in der Minderheit befinden dürfte.



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