Vergeltungszölle Handelskrieg kostet die Deutschen bis zu 20 Milliarden Euro

Die US-Handelspolitik bremst schon jetzt das Wirtschaftswachstum. Dreht sich die Spirale von Straf- und Vergeltungszöllen weiter, drohe ein regelrechter Konjunkturabsturz, sagt der Ökonom Gustav Horn dem SPIEGEL.

Hamburger Hafen
DPA

Hamburger Hafen


Der Strafzollpolitik von US-Präsident Donald Trump führt zu Wohlstandsverlusten in Deutschland. Das prognostiziert das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 30/2018
Forscher erkunden, wie Körper und Geist Druck ertragen - und in Stärke verwandeln

"Die Zollpolitik der USA kostet die Deutschen dieses Jahr bis zu 20 Milliarden Euro an zusätzlichem Einkommen", sagte IMK-Chef Gustav Horn dem SPIEGEL. "Ohne Trumps Politik würde der Aufschwung außenwirtschaftlich besser laufen."

Günstigere Exportaussichten würden die Unternehmen veranlassen, mehr zu investieren. Das unterbleibe nun. Dadurch würden Einkommen und Zahl der Arbeitsplätze geringer als möglich ausfallen.

Wenn der Handelskrieg weiter eskaliere, würden die Exporte und als Folge davon auch die Investitionen massiv einbrechen. "Das wäre der klassische Fall eines Konjunkturabsturzes", sagte Horn. Davor könne eine kräftige Binnenkonjunktur Deutschland aber bewahren.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

rei

insgesamt 71 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Harald Schmitt 21.07.2018
1. Kaffeesatzlesen
Wo holen die immer ihre Zahlen her. Angeblich haben wir einen Fachkräftemangel und können gar nicht so viel produzieren wie möglich wäre! Das sollte sich doch dann ausgleichen. Die Politik kann ja auch mal Reformen anstoßen und endliuch die Infrastruktur reparieren bevor wir da auch noch Millarden durch Staus und Totalsanierung einbüßen. DIem könnten ja auch mal auf eine Politik setzen, wo wir nich alles in Ausland exportieren müssen und mal die Binnennachfrage durch Lohnerhöhungen ankurbeln. Es gibt viel zu tun aber die Politiker warten nur ab!
s.l.bln 21.07.2018
2. Und schon haben wir...
...ein prima Argument dafür, die Verteidigungsausgaben nicht zu erhöhen: Der Handelskrieg mit Trump kostet uns das Geld, welches wir dafür bräuchten. Bei einem Verteidigungsetat von derzeit etwa 33 Milliarden würden die im Handelskrieg eingebüßten 20 Milliarden ungefähr dem entsprechen, was für die Anhebung auf 2 % nötig wär.
kalsu 21.07.2018
3.
"Ohne Trumps Politik würde der Aufschwung außenwirtschaftlich besser laufen." Stimmt. Aber genau das ist auch das Problem. Deutschland hat einen extrem hohen Außenhandelsüberschuss. Wir exportieren viel mehr als wir importieren - und leben somit auf Kosten der anderen. Unser Export ist anderer Import. Um diese Importe bezahlen zu können brauchen die auch einen starken Export. Deren Export ist unser Import. Wenn wir also von anderen weniger importieren als wir dort hin exportieren, müssen diese Länder uns mit Krediten bezahlen - und damit treibt unser Außenhandelsüberschuss die Importländer in die Staatsverschuldung. Oder diese Länder haben eine starke Binnennachfrage - was bei hoch verschuldeten Ländern aber selten ist. Abhilfe brächte nur eine ausgelichene Handelsbilanz. Davon will hier allerdings niemand was hören.
marthaimschnee 21.07.2018
4. ohhhh, eine Dose Mitleid bitte
Aber Moment mal, hieße das nicht, daß Trump Recht hat? Geld hat schließlich die heimtückische Eigenschaft, nicht einfach so zu erscheinen und zu verschwinden, also hat es dann irgendwer anders, wenn es Deutschland fehlt. So richtig witzig wird es allerdings danach: "Davor könne eine kräftige Binnenkonjunktur Deutschland aber bewahren." ... die wir aber leider nicht haben, denn wenn in den USA ein VW weniger verkauft wird, hat ja hier deswegen keiner mehr Geld, um diesen stattdessen zu kaufen.. Weil ja eben die für den Binnenmarkt relevanten Löhne ja als Wettbewerbshindernis klassifiziert sind und aufgrund der Investoren- und Export-freundlichen Ideologie so niedrig wie nur möglich gehalten werden müssen. Danke dafür!
Berliner Type 21.07.2018
5. Wer die Kirschen des Nachbar isst
muss damit irgendwann rechnen das dieser einem die Rechnung schick. wir leben schon lange auf Kosten unserer Nachbar in kombination mit Arroganz und Überheblichkeit. irgendwann ist schluss und ja dann geht halt wieder bergab, das gehört dazu und das jammern nervt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.