Angeblich 25 Prozent Aufschlag Plant Trump bald Autozölle? Aktienkurse fallen

US-Präsident Trump werde trotz gegenteiliger Versprechen schon in wenigen Tagen Zölle auf importierte Autos erheben, berichtet ein deutsches Magazin. Die Börse reagiert prompt, die US-Regierung dementiert.

Volkswagen-Logo an einem Wagen in Tennessee (Archivbild)
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Volkswagen-Logo an einem Wagen in Tennessee (Archivbild)


Ein Bericht über kurz bevorstehende US-Importzölle auf Autos hat Aktien deutscher Hersteller unter Druck gesetzt. So verloren Vorzugsaktien von Volkswagen Chart zeigen am Dienstagnachmittag als Schlusslicht im deutschen Leitindex Dax knapp vier Prozent. Für die Papiere von Daimler Chart zeigen sowie Anteilsscheine des Autozulieferers Continental Chart zeigen ging es um jeweils rund drei Prozent nach unten. Auch europaweit gerieten die Branchenwerte unter Druck.

Der "Wirtschaftswoche" zufolge könnte Trump schon kommende Woche Zölle auf importierte Autos verhängen. "Der Untersuchungsbericht des Handelsministeriums liegt auf dem Tisch des Präsidenten", berichtet das Magazin vorab unter Berufung auf EU-Kreise. "Trump wird die Zölle womöglich schon kommende Woche nach dem G20 Treffen in Buenos Aires beschließen."

Der Bericht empfehle 25 Prozent Zoll auf Autoimporte aus allen Ländern außer Kanada und Mexiko. Ausnahmen für bestimmte Pkw-Typen werde es nicht geben. "Der Bericht empfiehlt so breit angelegte Maßnahmen wie nur möglich."

Eine Sprecherin des US-Handelsministeriums dementierte. Das abschließende Untersuchungsergebnis sei noch nicht an Trump übermittelt worden, sagte sie am Dienstag. Erst wenn der Bericht vorliegt, soll der US-Präsident über neue Zölle entscheiden.

Ist der Deal mit Juncker überholt?

Im Juli hatte Trump EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zugesagt, keine Zölle zu verhängen, so lange die USA und die EU über ein Freihandelsabkommen verhandeln. Von der EU-Kommission und dem Weißen Haus war unmittelbar keine Stellungnahme zu erhalten.

Ein Börsenhändler sagte, die Spekulationen über bevorstehende Zölle seien zwar nicht neu. Sollten sie sich aber bewahrheiten, wäre dies angesichts der Bedeutung des US-Marktes für die Autobauer sehr schlecht für die Branche.

Deren Geschäfte haben sich ohnehin verschlechtert. Lauteiner Studie der Unternehmensberatung EY sank die durchschnittliche Marge der 16 führenden Hersteller im dritten Quartal auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise. In den USA gab General Motors Chart zeigen am Montag den Abbau von fast 15.000 Stellen bekannt, worauf der Präsident erzürnt reagierte. Der Konzern leidet auch unter den Folgen des von Trump angezettelten Handelskriegs.

dab/dpa/Reuters

insgesamt 18 Beiträge
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fkfkalle3 27.11.2018
1. War zu erwarten
es geht hierbei nicht um die Zölle ansich, sondern um das Erpressungpotential in Richtung unbenötigter fosiler Brennstoffe. Langfristig kann davon ausgehen, dass man die Mobilität auch in Deutschland neu überdenkt. Dieses Land muss sich , was die digitale Technologie betrifft neu erfinden, eine gewaltige Aufgabe. Partnerschaften auf Augenhöhe, freier Handel sind die Garanten für eine friedliche Zukunft, Protektionismus der Garant für die erweiterten Gegensätze entwickelter imperialister Staaten.
axelmueller1976 27.11.2018
2. Da hat Frau Malström Trump zu lange warten lassen
Es ist völlig unverständlich ,daß die EU nach dem Juncker-Gespräch bei Trump nicht schneller reagiert hat.Denn Trump versteht bei Deals wenig Spass.
karl-felix 27.11.2018
3.
habe gerade noch einmal nachgeschaut VW Vorzüge, letzt Woche Dienstag 18.00 Uhr 146,00. Gerade um 18.00 Uhr : 148,20 Euro. Kann man nicht meckern wenn das jede Woche so weiterging mit der Börsenreaktion . Wo also ist das Problem ? Die Zolldiskussion ist doch längst eingepreist und dem Bürger völlig egal. Mag sein , dass die Porsche Familie sich dafür interessiert , aber doch nicht der Bürger. Der hätte gerne ein sauberes neues Fahrzeug , die Börsenkurse sind dem dann schnuppe. Übrigens, Bei BMW und Daimler sind die Kurse im Wochenverlauf ebenfalls gestiegen, keine Aktie im Minus. Keine Panik auf der Titanic, wird schon . Spon , Empörung einen Gang zurückschalten , Normalmodus. Es scheint eher GM zu treffen mit den Zöllen .
chrimirk 27.11.2018
4. Wir haben paar Gegenmittel zu Verfügung:
Mittelfristig: Einkaufsverbot für USA-Rüstungsgüter! Längerfristig: Die NATO - mit anderen willigen EU-Staaten - verlassen. Aber als Sofortmassnahme: Die US-Streitkräfte in Deutschland (immerhin ca 40 000 Personen) samt ihrer Ausrüstung und besonders der ABC-Arsenale, zum Wegzug auffordern. Subito. Ein Land das so gegen Deutschland handelt, ist weder Partner und schon garnicht Freund. Und Handelssanktionen gegen die USA sind nicht wirklich möglich, weil aus den USA gibt es kaum was zu importieren.
dirkcoe 27.11.2018
5. Woher kommt die Information
ist für mich die erste und wichtigste Frage. Sollte Trump wirklich 25% Zoll erheben, werden die Exporte massiv einbrechen. Das die Börse umgehend reagiert - naja, das bestätigt mir nur, wie groß die Verunsicherung durch Trump inzwischen ist.
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