Milliardengewinne US-Großbanken profitieren von Brexit und Trump

Die US-Großbanken haben im ersten Quartal Gewinne in Milliardenhöhe eingefahren. Bei JPMorgan und Citigroup stiegen die Profite sogar um einen zweistelligen Prozentsatz - dank der politischen Unsicherheit.

Zentrale von JPMorgan Chase
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Zentrale von JPMorgan Chase


Die US-Großbank JPMorgan Chase gehört zu den größten Gewinnern der politischen Unsicherheiten und Umwälzungen weltweit. Weil die Anleger vor wichtigen Wahlen in Europa und vor den jüngsten Notenbank-Entscheidungen in großem Umfang Wertpapiere gekauft haben, sammelten die stark aufs Kapitalmarktgeschäft ausgerichteten US-Finanzkonzerne im ersten Quartal fleißig Gebühren und Provisionen ein.

"Wir hatten einen guten Start ins Jahr", sagte Bankchef Jamie Dimon in New York. JPMorgan profitierte insbesondere von einem starken Anleihegeschäft; der Aktienhandel legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zu. Der Konzerngewinn stieg im ersten Quartal um 17 Prozent auf mehr als 6,4 Milliarden Dollar. Damit übertraf die Bank die Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte vorbörslich um ein Prozent zu.

Konzernchef Dimon: "Den Verbrauchern und Unternehmen geht es gut"

Alle Geschäftsbereiche hätten sich gut entwickelt, sagte Dimon. JPMorgan Chart zeigen ist einer der wichtigsten Spieler an den internationalen Finanzmärkten; zum anderen betreibt die Großbank ein starkes Einlagen- und Kreditgeschäft mit US-Privatkunden. "Den US-Verbrauchern und den US-Unternehmen geht es gut", stellte Dimon fest.

Im vergangenen Jahr hatte der Finanzkonzern bereits vom Brexit-Votum sowie dem Ausgang der US-Präsidentschaftswahl profitiert - es war das beste Jahr der Firmengeschichte. Denn die Investoren an den Finanzmärkten müssen sich in unsicheren Zeiten neu positionieren. JPMorgan verdient an dem Handel über die Gebühren mit. Zudem profitiert das Geldhaus von den gestiegenen Zinsen in den USA.

Anleihehandel spielte 17 Prozent mehr ein

Die Erträge im wichtigen Anleihehandel legten im ersten Quartal um 17 Prozent zu auf 4,2 Milliarden Dollar; die Erträge im Aktiengeschäft verbesserten sich überraschenderweise um 2 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Insgesamt konnte die Bank ihre Erträge - also die Einnahmen - um 6 Prozent auf 25,6 Milliarden Dollar steigern. JPMorgan ist die erste US-Großbank, die ihre Geschäftszahlen vorlegt.

Wettbewerber Citigroup hat den Nettogewinn zu Jahresbeginn ebenfalls um 17 Prozent auf gut 4 Milliarden Dollar gesteigert. Das Institut profitierte dabei unter anderem vom Handel mit festverzinslichen Wertpapieren.

Anders als JP Morgan und die Citigroup Chart zeigen hat Wells Fargo Chart zeigen dagegen im ersten Quartal einen leichten Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der Überschuss sank um 0,6 Prozent auf knapp über 5 Milliarden Dollar. Auf dem Ergebnis lasteten höhere Kosten und Probleme im Hypothekengeschäft.

mik/Reuters



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