Milliardenkredite Wenn Donald Trump Geld braucht, fragt er die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist einer der größten Finanziers von Donald Trump. Das geht aus einer Datenanalyse des "Wall Street Journal" hervor.

Präsidentschaftsbewerber Trump
REUTERS

Präsidentschaftsbewerber Trump


Donald Trump und die Deutsche Bank haben eine engere Geschäftsbeziehung als bisher bekannt. Seit 1998 habe Deutschlands größtes Geldhaus die Firmen des US-Präsidentschaftsbewerbers mit gut 2,5 Milliarden Dollar unterstützt, berichtet das "Wall Street Journal" ("WSJ", Paywall).

Die Bank habe die Vergabe entsprechender Kreditlinien entweder geleitet oder sich zumindest daran beteiligt, schreibt die US-Wirtschaftszeitung. Hinzu kämen Kreditzusagen in Höhe von einer Milliarde Dollar. Der Bericht stützt sich auf öffentlich einsehbare Finanzdaten und auf die Aussagen von Insidern.

Die langjährige Verbindung könnte das angeschlagene Geldhaus zu Trumps vielleicht wichtigstem Finanzier machen, heißt es in dem Bericht weiter. Die Deutsche Bank wollte den Bericht auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren.

Ins Geschäft kamen die Deutschen und der US-Milliardär dem Bericht zufolge in den Neunzigerjahren, zu einer Zeit, in der das Institut in Amerika expandierte. 1998 habe die Deutsche Bank Trump 125 Millionen Dollar für die Renovierung eines Bürokomplexes in der New Yorker Wall Street geliehen. Auch an dem Bau des 92-stöckigen Trump-Turms in Chicago seien die Deutschen beteiligt gewesen, berichtet das "WSJ".

Die Finanzkrise als Naturkatastrophe

2008, nach dem Ausbruch der Finanzkrise, gab es Ärger zwischen den Geschäftspartnern. Trump konnte einen Teil seines Chicago-Kredits nicht zurückzahlen. Die Finanzkrise sei ein unvorhersehbares Ereignis, ähnlich wie ein Krieg oder eine Naturkatastrophe, argumentierten seine Anwälte. Die Rückzahlung des Kredits müsse warten, bis die Rahmenbedingungen sich wieder verbessert hätten.

Gleichzeitig verklagten Trumps Anwälte die Deutsche Bank auf drei Milliarden Dollar Schadensersatz. Immerhin sei die Deutsche Bank eines jener Geldhäuser, die die Finanzkrise mit ausgelöst hätten, hieß es zur Begründung. Trump verlor letztlich vor Gericht. Erst 2012 sei der Kredit zurückgezahlt worden, schreibt das "Wall Street Journal".

Danach sei Trump in einigen Abteilungen der Deutschen Bank eine Persona non grata gewesen, heißt es in dem Bericht. Andere Abteilungen hätten dem US-Milliardär aber weiterhin Geld geliehen. In den vergangenen Jahren seien noch einmal Hunderte Millionen Dollar an Trump geflossen.

Andere Banken sind da deutlich vorsichtiger. Die Wall-Street-Größen Citigroup, JP Morgan und Morgan Stanley hätten ihre Geschäftsbeziehungen mit Trump inzwischen komplett beendet, berichtet das "Wall Street Journal". Bei der US-Bank Goldman Sachs hüte sich jeder, der ernst genommen werden wolle, Geschäfte vorzuschlagen, die irgendetwas mit Trump zu tun hätten.

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insgesamt 13 Beiträge
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CommonSense2006 22.03.2016
1. Na sowas
ist ja unfassbar... ein Politiker, der bei unseren Medien unbeliebt ist, wurde von einem deutschen Bankhaus "unterstützt", also, naja, es har Geschäfte miti hm gemacht, um Geld zu verdienen, als er noch gar kein Politiker war. Na wenn das mal nicht ide Aufmerksamkeit und die Gemüter der deutschen Leser erregt..?
vantast64 22.03.2016
2. Nicht erstaunlich, die Bank unterstützt weltweit kommende Katastrophen,
häufig in umweltfeindlichen Projekten. Was ist also ein Bankraub im Vergleich zur Gründung einer Bank? (Brecht). Obama wurde von Wallstreet gesponsert, damit er über die NSA die Bürger leichter handhabbar macht? Jedenfalls sichert sich das Große Geld großen Einfluß, auch mit der "Neuen sozialen Marktwirtschaft". Inzwischen gerät auch der Öffentliche Rundfunk in Verdacht, zu desinformieren und damit demokratische Institutionen abzubauen.
ihawk 22.03.2016
3. Deutsche Bank Imobilien
Hat die Deutsche Bank schon mal die Stockwerke der Trump Imobilien nachgezählt. War es nicht die Deutsche Bank die einem deutschen Immobilien Betrüger aufgesessen ist und Handwerksbetriebe vorsätzlich in den Ruin getrieben hat? Die Banker haben damals Gebäudestockwerke "finanziert" die garnicht existiert haben ... sozusagen eine Luftnummer von selten da gewesener Dreistigkeit. An Dreistigkeit soll es Donald Trump ja nicht fehlen. Er ist sich ja auch nicht zu schade Studenten zu betrügen ... was ihm jetzt eine 40 Millionen Betrugsklage eingebracht hat.
Rayleigh 22.03.2016
4.
Der Rundfunk steht nur im Verdacht, zu desinformieren? Da die Medien wie Fernsehen, Zeitung oder Rundfunk nur gewisse Mengen an Informationen weitergeben (und eventuell die Inhalte bearbeiten), betreiben diese immer Meinungsmache, je nachdem, wer den Sender/Verlag unterstützt. Selbst im Internet muss man schon selbst suchen und verschiedene Quellen miteinander vergleichen, um brauchbare Informationen zu erhalten.
meineeine020 22.03.2016
5. Kredite oder Unterstützung?
Also einen Kredit zhu geben ist etwas anderes als Unterstützen. Wenn man jemanden Unterstütz bzw. Finaziert, dann gibt man ihm Geld und erwartet nicht, dass es zurückgezahlt wird. Kann dem bericht nicht entnehmen, dass die Deutsche Bank das Geld für die Kredite nicht wieder zurückhaben will...
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