Eskalation im Motorradstreit Trump will Harley-Konkurrenten ins Land holen

Wegen des Zollstreits zieht Harley-Davidson einen Teil der Produktion aus den USA ab. Präsident Trump arbeitet nach eigenen Angaben an einem Gegenschlag.

Donald Trump (links) im Februar 2017 mit einer Harley-Davidson
DPA

Donald Trump (links) im Februar 2017 mit einer Harley-Davidson


Als Reaktion auf die von Harley-Davidson angekündigte Verlagerung von Teilen seiner Produktion ins Ausland will Donald Trump andere Hersteller ins Land holen. "Meine Regierung arbeitet mit anderen Motorradfirmen zusammen, die in die USA umsiedeln wollen", schrieb der US-Präsident auf Twitter.

Harley-Davidson hatte angekündigt, wegen der EU-Zölle im Handelsstreit zwischen Europa und den USA die Produktion für den europäischen Markt ins Ausland zu verlagern. Die Fertigung für die USA soll jedoch weiter in der Heimat bleiben. Trump hatte zuvor bereits in mehreren Twitter-Botschaften mit Empörung auf die Ankündigung reagiert und dem Unternehmen unter anderem höhere Steuern angedroht.

In dem neuen Tweet bringt Trump die Ankündigung von Harley aus dem Juni 2018 nun mit Geschäftszahlen des vergangenen Jahres in Verbindung. Die Harley-Kunden seien über den Umzug nicht glücklich, schrieb er: "Die Verkäufe liegen 2017 sieben Prozent tiefer." Trumps Beraterin Kellyanne Conway lehnte wie das Unternehmen einen Kommentar ab.

Bereits im Mai 2017 hatte Harley-Davidson die Errichtung eines Werkes in Thailand angekündigt. Die dort gebauten Motorräder sind allerdings für die Region gedacht. Der Konzern leidet in den USA unter einem harten Preiskampf und einer alternden Stammkundschaft und versucht daher, sein Geschäft im Ausland zu stärken.

dab/Reuters



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glissando 03.07.2018
1. Die US-Wirtschaft im Blick
Doch, doch, dieser Präsident hat die US-Wirtschaft im Blick. Oder sollte man besser sagen: im Visier? Geradezu absurd, was hier abläuft. Ist es die verletzte Deal-Maker Seele? ("Nach allem, was ich für Euch getan habe...") Oder doch ein Zuarbeiten dem russischen Freund? Egal. Ob sichere Eitelkeit oder vermuteter Verrat: Die US-Wirtschaft könnte sich keinen schlimmeren Gegner wünschen. Den Menschen dort viel Glück, sie werden's brauchen.
Harald Schmitt 03.07.2018
2. Trump liebt Amerika
Er tut alles für amerikanische Firmen wie man sieht. Sie dürfen höhere Stahlpreise bezahlen und sollen auf den Gegenzöllen sitzenbleiben. Warum produziert trump dann all seine Fanartikel in China? Wo bleibt sein Patriotismus?! Auch Töchterchen Ivanka reist im regierungsflieger zu ihren geschäftspartnern ins Ausland. Ein tolles Vorbild. Sollen doch mal seine Anhänger mit den MAGA Mützen schauen wo die herkommen und mal hinterfragen was der eigentlich mit seinem Chaos bezwecken will. Amerika zurück in die Steinzeit mit stinkender Kohle und Dampfmaschienen? Viele Freunde im Ausland scheint er ja nicht mehr zu haben, die beklauen ja alleAmerikaund das ist trotzdem das reichste Land der Welt, irgendwas stimmt doch dann anseinen Thesen nicht!
AFH 03.07.2018
3. ..
Aha, der Präsident denkt also, dass die Kunden im Jahr 2017 auf die Entschiedung des Unternehmens im Jahre 2018 reagierten... Naja, wenn man in einer eigenen Welt lebt, wo man immer gewinnt, ist wohl auch nicht zu erwarten, dass man die Grundlagen der Kausalität begreift.
taugtma 03.07.2018
4. wer möchte eine Harley "made in India "
was Harley hier abzieht ist die Umkehr des Einfuhrstreites in den 70ern . Damals ist H&D gegen Importe vorgegangen , im 2ten Anlauf hat es dann geklappt - soweit ich mich erinnere gab es Beschränkungen gegen Japan Bikes über 750ccm . Jetzt 40 Jahre Später verläßt H&D das Land ... Parmesan aus Holland ? Bordeaux aus China ? Harley aus Indien ? Manche Dinge muss man nicht ändern . Mit freundlichen Grüßen Pretzell
varesino 03.07.2018
5. Ist doch super
Trumps Regierung sollte nach Varese (Italien) schauen. Dort ist ein Hersteller und ein Eigner ansässig mit dem Harley und Trump eine Menge Spaß haben könnten. Der neue Großaktionär stört etwas, aber das kann Donald sicher regeln. Das wäre ein Spaß.
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