Donald Trump verteidigt Strafzölle "Wir haben den Handelskrieg bereits verloren"

Donald Trump sieht die USA im Handelskonflikt mit China als Verlierer. Seine Maßnahmen würden jedoch dazu führen, dass die Amerikaner langfristig ein "viel stärkeres Land haben".

Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump hat die geplanten Strafzölle gegen chinesische Produkte verteidigt. "Wir haben den Handelskrieg bereits verloren", sagte Trump in einem Interview mit der Radioshow "Bernie & Sid" des Senders 77 WABC.

"Wir haben keinen Handelskrieg, wir haben den Handelskrieg verloren." Er sage nicht, dass die geplanten Schritte nicht etwas schmerzhaft sein könnten. Aber die Börsen seien um 40 und mehr Prozent gestiegen. "Davon könnten wir ein bisschen verlieren", sagte Trump. "Aber wir werden ein viel stärkeres Land haben, wenn wir fertig sind."

Der Dow Jones ist seit Trumps Wahl zum Präsidenten zwischenzeitlich um bis zu 45 Prozent in die Höhe geschnellt. Seit Ende Januar 2018 hat der Aktienindex rund zehn Prozent verloren. Grund ist laut Experten der andauernde Handelsstreit, den Trump vor allem mit China führt.

US-Berater Kudlow: Chinas Reaktionen "nicht zufriedenstellend"

Trump hat China zuletzt mit zusätzlichen Zöllen im Volumen von 100 Milliarden Dollar gedroht. Die Regierung in Peking reagierte prompt und kündigte mögliche Gegenmaßnahmen an.

Die Reaktion der Volksrepublik auf die Handelsmaßnahmen der USA sei bisher nicht zufriedenstellend gewesen, sagte US-Regierungsberater Larry Kudlow gegenüber Bloomberg TV.

Gespräche zwischen den beiden Ländern würden ständig geführt, so Kudlow. In welcher Phase sich mögliche Verhandlungen befinden, sagte er nicht. Zuvor hatte er in dem Interview mit Bloomberg TV gesagt, die Gespräche hätten noch nicht begonnen. Larry Kudlow ist wichtigste Wirtschaftsberater von Präsident Trump.

Über Twitter schrieb der US-Präsident später, dass China als Entwicklungsland von der Welthandelsorganisation (WTO) bevorzugt würde. Das sei gegenüber den USA unfair. China hatte die WTO zuletzt um Schlichtung im Handelsstreit mit den USA gebeten.

ans/dpa



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Lovinas 06.04.2018
1. Das ist wohl schnell wieder vorbei
Was macht dieser POTUS eigentlich wenn die Chinesen bei seiner nächsten T-Bill Auktion nicht mehr erscheinen? Mit wessen Geld will er dann die fälligen Rechnungen bezahlen? Ich denke nicht, dass er das nicht weiß? Dann hat er entweder unglaubliche Chuzpe oder er erkennt einfach die Zusammenhänge nicht. China ist jetzt schon mit Abstand der größe Gläubiger des amerikanischen Schuldenbergs.
omanolika 06.04.2018
2. Stark weil einsam?
Sind wir erstmal ganz allein, werden wir viel stärker sein, denn schwach gemeinsam, aber gar stark, weil einsam, ist das Motto, das ich jetzt echt ausgebe, und vielleicht mein blaues Wunder erlebe... Nun bin ich aber auch noch ganz beklommen, denn mir wurden ja alle Illusionen genommen, weil ich überzeugt war, dass der Mann, der die USA regiert, doch mit absoluter Sicherheit niemals verliert ;D
karlsiegfried 06.04.2018
3. Täte Deutschland auch mal gut
Deutschland first and not last. Was spricht dagegen? Einseitige Globalisierung taugt nicht viel. Auch Deutschland täte gut daran an Fernost verloren gegangene Arbeitsplätz zurück zu holen. Auch dann, wenn ein 5-Euro- T-Shirt dann 7 Euro kostet.
Kosmopolit08 06.04.2018
4. Milchmädchen
Zitat von karlsiegfriedDeutschland first and not last. Was spricht dagegen? Einseitige Globalisierung taugt nicht viel. Auch Deutschland täte gut daran an Fernost verloren gegangene Arbeitsplätz zurück zu holen. Auch dann, wenn ein 5-Euro- T-Shirt dann 7 Euro kostet.
Wenn ein deutscher Arbeiter ein komplettes T-Shirt in 1 Minute genäht hat, könnte Ihre Rechnung aufgehen. Wenn man realistische Maßstäbe ansetzt und noch Josten die für Produktion und Marketing und die Gewinnspanne für den Wiederverkäufer mit reinrechnet kostet das 5 Euro T-Shirt aber wohl eher 20 bis 30 Euro statt 7.
nofreemen 06.04.2018
5. kein Krieg aber Korrektur
Trump hat recht wenn er sagt man hätte gegen China schon verloren. Es muss erst ein Trump kommen um diesen Umstand zu erkennen. Der Westen hat bis heute geschlafen und hat sich mächtig über den Tisch ziehen lassen. Klar rinigen Firmen und Familien ist es dadurch extrem gut ergangen. Aber Volkswirtschaftlich hat der Westen viel abgegeben und verloren. Trump mus nun den bösen Pspa spielen für die Fehler seiner Vorgänger. Interessant ist auch eievirle Leute China schützen als ob sie bei dieser Position vollig unter dem Stockholm Syndrom leiden. So weit ist es schon gekommen. Trump hat völlig recht.
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