Wegen Einreiseverbot Google, Airbnb und Co. erwägen Klage-Unterstützung gegen Trump-Erlass

Das von Trump verhängte Einreiseverbot eint die US-Wirtschaft offenbar gegen den Präsidenten. Ford und Goldman Sachs haben den Erlass schon kritisiert, jetzt treffen sich auch noch die Tech-Konzerne im Silicon Valley.

Als noch alles gut war - Amazon, Google, Facebook & Co. zu Gast bei Trump (im Dezember 2016)
AFP

Als noch alles gut war - Amazon, Google, Facebook & Co. zu Gast bei Trump (im Dezember 2016)


Alle Attacken von Donald Trump gegen den freien Handel und einzelne Konzerne hat die US-Wirtschaft schweigend hingenommen - erst das Einreiseverbot des US-Präsidenten gegen Menschen aus sieben überwiegend muslimischen Ländern weckt den Widerstand der Unternehmen. "Die Flitterwochen sind vorbei", kommentierte das US-Wirtschaftsmagazin "Fortune". Führende Vertreter von US-Technologiekonzernen wollen am Dienstag über eine Unterstützung für Klagen gegen den Erlass beraten.

Nach Angaben des Organisators - der Softwarefirma GitHub - sollen unter anderem Google, Airbnb und Netflix an dem Treffen teilnehmen. Bei dem Treffen geht es demnach darum, ob man anhängige Klagen gegen die Einreiseverbote durch Stellungnahmen an die zuständigen Gerichte, genannt "amicus brief", unterstützt. Diese Stellungnahmen können von nicht unmittelbaren Prozessbeteiligten eingereicht werden, um Richtern zusätzliche Argumente oder Informationen an die Hand zu geben.

Die Technologiebranche gehört zu den schärfsten Kritikern der Einreiseverbote, auch, weil sie in besonderem Maße auf hochqualifizierte Mitarbeiter aus aller Welt setzt. Bereits am Montag hatte Amazon seine Unterstützung für eine Klage gegen die Einreiseverbote erklärt, die vom Washingtoner Generalstaatsanwalt angestrengt wurde.

Fotostrecke

9  Bilder
Apple, Amazon und Google: Trump trifft Techies

Schon in der Nacht zu Montag hatte sich Lloyd Blankfein, der Chef der mächtigen US-Investmentbank Goldman Sachs an seine Mitarbeiter gewandt: "Das ist keine Politik, die wir unterstützen". Die hausinterne Botschaft folgte auf ein Wochenende, das wegen Trumps umstrittenem Einreisebann im Zeichen von Chaos und Turbulenzen stand. Nicht nur an US-Flughäfen sorgte das Dekret für einen Ausnahmezustand, auch bei vielen ausländischen Angestellten von US-Unternehmen ist die Verunsicherung groß.

Er erkenne in Trumps Erlass ein potenzielles Risiko für die Firma, "insbesondere für einige unserer Leute und ihre Familien", sagte Blankfein. Wie andere große US-Geldhäuser hat Goldman Sachs eine bedeutende geschäftliche Basis im Nahen Osten.

Zahlreiche weitere Top-Manager gingen auf Distanz zu Trumps Entscheidung - darunter Mark Zuckerberg von Facebook, Elon Musk von Tesla, Muhtar Kent von Coca-Cola, Jeff Immelt von General Electric, Jack Dorsey von Twitter, Sundar Pichai von Google, Reed Hastings von Netflix, Mike Parker von Nike, Howard Schultz von Starbucks, Brad Smith von Microsoft, Larry Fink von Blackrock, Tim Cook von Apple und etliche andere. Kein Wunder: Die US-Konzerne sind auf internationale Mitarbeiter angewiesen, Trumps Kurs ist schlecht für ihre Geschäfte.

Auch die Auswahl der vom Einreiseverbot betroffenen Länder sorgt für Unverständnis. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, aus denen die meisten der am Attentat vom 11. September 2001 beteiligten Terroristen stammten, sind nicht auf der Liste. Länder, in denen Trump Geschäfte macht, blieben damit außen vor.

nck/Reuters/dpa

insgesamt 124 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Bueckstueck 31.01.2017
1. Ohoh...
Das dürfte köstliche twitter Tiraden zur Folge haben! Das Land unterwirft sich nicht ohne Widerstand dem Diktat des irren Donald. Das kann er als Narzist mit Gottkomplex nicht ertragen.
damalswarallesbesser 31.01.2017
2. Bingo !!
"Auch die Auswahl der vom Einreiseverbot betroffenen Länder sorgt für Unverständnis. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, aus denen die meisten der am Attentat vom 11. September 2001 beteiligten Terroristen stammten, sind nicht auf der Liste. Länder, in denen Trump Geschäfte macht blieben damit außen vor." Da kommen wir der Sache doch schon näher.....
kurpfaelzer54 31.01.2017
3. Wenn das Großkapital
,,,gegen ihn Front macht, wird es politisch gefährlich für Trump. Er fängt an ihre Geschäfte zu gefährden. Sie werden da nicht mehr lange zusehen und ihn bei passender Gelegenheit auswechseln lassen.
allessuper 31.01.2017
4. Tja, jetzt
zeigt es sich. Herr Trump, danke und vor allem weiter so! Während Sie Ihre persönliche Nabelschau betreiben, führen Sie schon mal keine Kriege dort, wo die USA bis jetzt die Welt in Brand gesetzt haben. Der Rest der Welt wird endlich ent-täuscht (Das Aufgeben von Täuschungen ist immer gut), wird erwachsen und organisiert sich vielleicht wieder neu und gesund. Ohne Sie. Niemand braucht Starbucks, niemand braucht die Agrar-Industrie, niemand braucht die Pharma-Industrie, niemand braucht cOca-cOla, niemand braucht Mc Donald, und niemand braucht ein amerikanisches GOOgle, FacebOOk & Co, die nirgendwo Steuern zahlen aber von unseren Daten leben. Niemand braucht Goldman Sachs, niemand braucht Blackrock, niemand braucht selbst ernannte Ratingagenturen, die ungefragt den Rest der Welt bewerten nach Kriterien, die niemand erkennt und niemand haben will, niemand braucht eine Fed. als Privatbank, die sich als staatlich geriert und es noch nie war. Die Liste der toxischen Geschenke, die die USA der Welt gemacht haben ist also noch viel länger. Die Kriege aus Gründen der Gier und des Profits habe ich mal weggelassen. Hier ist sie. http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/19174-Weltbrandstifter-Europa-angekommen.html Das Glanzpapier ist ab, der Lack auch. Sie haben uns über viele Jahre Sand in die Augen gestreut, was sich nun als Schleifpapier erweist. Danke für die unbeabsichtigte Hilfe, mit dem Tritt werden wir hoffentlich erwachsen. Wir wissen was wir brauchen und wie wir leben möchten. Wir brauchen eine gesunde, ökologische Landwirtschaft, die von Kleinbauern betrieben wird. Wir brauchen einen gesunden Boden, Humus, Bienen und gesundes Essen. Wir brauchen Einklang mit der Erde, damit wir gesund bleiben und sie auch. Wir brauchen glückliche, gesunde Kinder, die in Geborgenheit aufwachsen, und zwar mit allen anderen Kindern dieser Welt, und nicht wir gegen den Rest. Wir brauchen keine Massentierhaltung, sondern einen guten Umgang mit Tieren. Wir brauchen menschliche Solidarität und unsere geistigen Fähigkeiten, um das zu retten, was noch an Umwelt zu retten ist. Wir brauchen Menschen, die bewusst mit den Ressourcen aller umgehen und sich selbst einschränken können (das hat mit erwachsen werden zu tun). Das alles kommt nicht aus den USA. Also: weiter so, Herr Trump! Etwas Besseres kann der Erde nicht passieren.
go2dive 31.01.2017
5. Überraschung!
"Länder, in denen Trump Geschäfte macht, blieben damit außen vor." Warum wundert mich das jetzt nicht. Offensichtlich sind er oder seine Freunde nicht an Firmen beteiligt, die z.B. vom Wiederaufbau im Irak profitieren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.