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Drastischer Umsatzrückgang: Telefonriesen verzweifeln an Umsonst-SMS

Noch nie haben die Deutschen so viele SMS verschickt wie heute - doch die Telefonkonzerne profitieren kaum. Kostenlose Angebote im Internet machen den etablierten Unternehmen zu schaffen. Jetzt rüstet die Branche zum Angriff auf Skype und Facebook.

Handy: Die Verbraucher simsen so viel wie nie - und zahlen dafür immer weniger Zur Großansicht
Corbis

Handy: Die Verbraucher simsen so viel wie nie - und zahlen dafür immer weniger

Hamburg - Es ist ein Rekord: 41,3 Milliarden SMS haben die Deutschen im vergangenen Jahr verschickt, 1300 Nachrichten pro Sekunde - so viele wie noch nie. Diese Zahlen hat kürzlich der Branchenverband Bitkom veröffentlicht. Eigentlich ein Grund zur Freude für die Mobilfunkunternehmen, könnte man meinen. Doch die Konzerne profitieren kaum von dem Boom. Denn die dicken Umsätze machen mittlerweile Facebook, Skype und andere Internetfirmen.

Für die etablierte Telefonbranche ist das ein ernstes Problem: Denn die Konzerne bauen Netze auf, verlegen Kabel, investieren in Infrastruktur und schaffen damit die nötige Basis, damit Kommunikation überhaupt stattfinden kann. Das alles ist mit hohen Kosten verbunden. Und dann sollen andere den Gewinn einfahren?

"Das Internet und alle Anwendungen brauchen einen Transportweg", sagt Guido Heitmann von E-Plus. Doch an den Diensten und Inhalten, die im Internet angeboten werden, verdienten die Mobilfunkunternehmen nichts. "Das ist eine Herausforderung. Viele neue Anbieter buhlen um den Umsatzkuchen."

Eine Lösung für dieses Problem hat die Branche bislang nicht. Zwar haben sich mehrere Mobilfunkkonzerne zu einer "App-Allianz" zusammengeschlossen, um eigene Inhalte, Anwendungen und Shops anzubieten. "Ob das Konzept aufgeht, ist aber fraglich", sagt Möhl vom Verbraucherportal teltarif.de. Zu groß sei der Vorsprung von Apple, Google und anderen IT-Größen.

Umsatz-Rückgang trotz steigender Kommunikation

Laut Bitkom hat jeder Bundesbürger im vergangenen Jahr durchschnittlich 500 SMS verschickt. Verglichen mit dem Jahr 2009 ist das eine Zunahme von ungefähr 20 Prozent - der Umsatz mit SMS aber ging in der gleichen Zeit um acht Prozent zurück.

"Wir rechnen damit, dass die Zahl der versendeten SMS und der Gesprächsminuten auch in diesem Jahr zunimmt", sagt Bernd Klusmann von Bitkom. Dies schlage sich aber nicht zwangsläufig in steigenden Umsätzen nieder.

In Deutschland sind die Umsätze im Mobilfunk seit sechs Jahren fast nur rückläufig. 2005 lag der Umsatz bei insgesamt 28,1 Milliarden Euro, im Jahr 2009 waren es nur noch 24,1 Milliarden. Im vergangenen Jahr gab es zwar eine leichte Zunahme auf 24,3 Milliarden Euro, berichtet der VATM, ein Verband von rund 90 Kommunikationsunternehmen in Deutschland. Doch der Trend ist klar: Der Preisdruck wächst.

Experten sehen dafür vor allem einen Grund - das Internet:

  • Skype macht es möglich, kostenlos online zu telefonieren.
  • Mit Instant-Messenger-Programmen werden kostenlos Kurz-Nachrichten auch von Handy zu Handy geschickt.
  • Das gleiche gilt für soziale Netzwerke wie Facebook.

Als eines der ersten Schwergewichte in Europa hat jetzt KPN reagiert, der größte Mobilfunkkonzern der Niederlande. Kurz vor Ostern trat der Vorstandsvorsitzende vor die Presse und verkündete, fast fünftausend Mitarbeiter würden ihren Job verlieren. Ein Viertel der Beschäftigten werde in den kommenden Jahren entlassen, außerdem würden die Tarife radikal umgebaut.

Eine kreative Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft ist das nicht. Eher das Eingeständnis, dass die guten Zeiten für die großen Telefonkonzerne vorbei sind.

KPN begründete den harten Schritt mit einem "veränderten Konsumverhalten": Stärker als je zuvor hätten die Kunden soziale Netzwerke und Apps genutzt um zu kommunizieren. Tatsächlich werden in den Niederlanden immer mehr Facebook-Nachrichten verschickt, Messenger-Programme wie "Ping" und die Internettelefonie boomen. Der KPN-Umsatz hingegen könnte in diesem Jahr zurückgehen, warnen Experten.

Wie findet man lukrative Einnahmequellen?

Früher hätten die Kunden häufig ihre Freiminuten überschritten, erklärte ein KPN-Experte in der niederländischen Tageszeitung "De Volkskrant". Für die Telefonkonzerne sei dies ein gutes Geschäft gewesen. Doch seit sich die Kommunikation auf mehrere Kanäle verteile, falle diese Einnahmequelle weg.

Und wie reagieren deutsche Netzbetreiber? Sie gehen vorerst einen anderen Weg. So lassen die Unternehmen Internettelefondienste wie Skype auf den Handys ihrer Kunden kurzerhand sperren, sagt Rafaela Möhl von teltarif.de. Diese Verbote, erwartet sie, würden in Zukunft noch verschärft.

Auch bei den Daten-Flatrates werden die Unternehmen wohl nachjustieren. Wer viel mit dem Handy im Internet surft, könnte künftig ausgebremst werden, sobald er eine bestimmte Datenmenge überschreitet. "Hier wird sicher noch viel mehr differenziert und gestaffelt", prophezeit Möhl. "Wer länger und schneller surfen will, muss auch mehr bezahlen."

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insgesamt 85 Beiträge
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1. ....
toledo, 22.05.2011
Gott.. tun mir diese Telefonkonzerne leid! 500 SMS pro Bundesbürger/Jahr? Sorry.. vielleicht sollte man diesen Dienst einfach abschaffen oder entsprechend verteuern! SMS brauchen eigentlich nur Kiddies und die sollen sich mal ganz schnell von ihren 1 oder 2 Worte SMS verabschieden! Oder denen im Mathe-Unterricht mal klarmachen, dass SMS, ein ehemaliges Neben- oder Abfallprodukt, im Gegensatz zu einer Sprechminute völlig unwirtschaftlich ist!
2. Skype...
stupp 22.05.2011
"Mit Skype kann man kostenlos telefonieren..." - Ja, untereinander und im Prinzip nur mit Hilfe eines PC. Kurz: Ein Nischenprodukt. Aber ständig wird Werbung für diesen einen Anbieter eines zudem proprietären Formats gemacht. Man kann es nicht mehr hören! Als wenn es keinen echten Standard für VoIP-Telefonie gäbe: SIP. Lässt sich prima im Router "verstecken" so dass Oma gar nichts davon merkt. Untereinander kostenlos telefonieren geht damit in der Regel auch.
3. *le Titel
optverteiler 22.05.2011
Zitat von sysopNoch nie haben die Deutschen so viele SMS verschickt wie heute - doch die Telefonkonzerne profitieren kaum. Kostenlose Angebote im Internet machen den etablierten Unternehmen zu schaffen. Jetzt rüstet die Branche zum Angriff auf Skype und Facebook. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,763394,00.html
Ich verstehe diesen Artikel nicht. Im Kopf ist von 'Umsonst-SMS' die Rede, weiter unten wird auf Messaging via Skype, Facebook oder Smartphone-Apps wie Whatsapp spezifiziert. Das ist *NICHT* SMS! "künftig"? Das ist heute schon so. Tenor des Artikel ist für mich, daß die 'alten' Konzerne beklagen, von der Entwicklungsgeschwindigkeit des Internets und seiner Dienste überrollt werden. Mal wieder.
4. Kunde nein danke
drago.webs 22.05.2011
Dieser Artikel zeigt wie so oft die Paranoia grosser Unternehmen -> Kundenwunsch ist egal Profit soll fliessen egal wie mit dieser Einstellung sind schon andere Firmen schleichend vom Markt verschwunden. Bye Bye wir sehen uns im nächsten leben.
5. Vielleicht kommen ja auch Dummjugendliche
ok-info 22.05.2011
mal darauf, sich von ihren Smartphones kurze emails zu schicken ? Man mußte, hatte man es mit Mobiltelefonfirmen zu tun, schon immer extrem gut nachrechnen... Es war z.B. schon oft deutlich günstiger, einfach kurz anzurufen, als eine SMS zu schicken - letztere ist aber natürlich wie geschaffen für die schlecht entwickelte Sprachrinde. Am günstigsten wäre es für die Zwitscherjugend, einfach mal die Schnauze zu halten.
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Wie die Handy-Rechnung auch im Urlaub überschaubar bleibt
Kann ich im Ausland einfach mit meinem Handy telefonieren?
Die meisten Handys sind von Anfang an für Roaming, also das Telefonieren in ausländischen Mobilfunknetzen, freigeschaltet. Einige Anbieter verlangen aber eine ausdrückliche Aktivierung - die kostet zwar meist nichts, kann aber etwas Zeit in Anspruch nehmen. Gerade bei exotischeren Reisezielen ist eine Nachfrage angebracht.
Wie viel kostet das Telefonieren im Ausland?
Nach der neuen EU-Verordnung dürfen abgehende Gespräche innerhalb der EU ab 1. Juli 2009 für Besitzer deutscher Handys maximal 51 Cent kosten, ankommende Gespräche nicht mehr als 22,6 Cent. In Ländern außerhalb der EU - und damit zum Beispiel auch in der Schweiz, in Kroatien und der Türkei - gelten je nach Land und Netz oft sehr unterschiedliche Tarife, die jeweils beim Anbieter zu erfragen sind.
Lohnt sich ein spezieller Auslandstarif meines Mobilfunkers?
Besonders für Vertragskunden bieten viele Mobilfunkgesellschaften besondere Auslandstarife an. Diese bieten häufig günstigere Minutenpreise, es kommen meist aber Verbindungsgebühren pro Gespräch hinzu. Damit lohnen sie sich erst bei längeren Gesprächen. Besonders interessant können die Optionstarife aber bei Aufenthalten außerhalb der EU sein, wo die Minutenpreise sonst häufig hoch sind.
Was muss ich bei SMS und MMS beachten?
Die Preise für Kurznachrichten innerhalb der EU sind deutlich gesunken, mit maximal 13 Cent sind die SMS damit teils billiger als in Deutschland. Der SMS-Empfang ist kostenlos. Teuer werden können MMS - mit denen sich etwa Urlaubsfotos per Handy verschicken lassen. Die Preise sind hierfür teilweise sehr unübersichtlich - abhängig von der Größe der MMS, dem Land und Netz fallen oft unterschiedliche Kosten an. Auch der MMS-Empfang im Ausland ist teils kostenpflichtig.
Kann ich im Ausland mit dem Handy auch ins Internet gehen?
Wer im Urlaub schnell seine E-Mails, Fußballergebnisse oder das Wetter im Internet checken möchte, kann dies auch mit seinem Handy tun. Das kann aber teuer werden. Die EU hat für das Datenroaming nur die Großhandelspreise festgelegt - also die Gebühren der Netzbetreiber untereinander. Dadurch dürften zwar auch die Endpreise sinken, wirklich günstig wird es dadurch aber nicht. Günstigere Datentarife der Anbieter müssen außerdem oft zugebucht werden - und können dann auch andere Preise fürs Telefonieren mit sich ziehen.
Wie kann ich noch Geld sparen?
Im Ausland kann die Mailbox zu einer wahren Kostenfalle werden - daher besser vor dem Abflug ausschalten! Eine Alternative ist die vollständige Umleitung aller Anrufe auf die Mailbox - dann ist der Kunde nur noch per SMS zu erreichen oder kann selber anrufen. Wer lange Zeit in einem Land verbringt, sollte sich unter Umständen dort eine Prepaid-Karte zulegen, also eine Karte, bei der für die Gespräche im Voraus gezahlt wird. Empfehlenswert ist es, diese in einem Laden zu kaufen, der mehrere Mobilfunkanbieter vertritt - um nicht ausgerechnet an den teuersten Tarif zu geraten.

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