Rochester - Kodak muss dringend eine Quelle für frisches Geld auftun. Wenn dem Unternehmen dies in den nächsten zwölf Monaten nicht gelingt, könnte der Fotopionier pleite gehen.
Kodak meldete für das dritte Quartal rote Zahlen von 222 Millionen Dollar, der Umsatz brach um 17 Prozent auf annähernd 1,5 Milliarden Dollar ein. Die Verluste greifen die Konzernkasse an: Die Barbestände schmolzen von 1,6 Milliarden Dollar zu Jahresbeginn auf 862 Millionen Dollar Ende September. Zum Jahresende will Kodak sie aber wieder auf mindestens 1,3 Milliarden Dollar aufstocken.
Noch dramatischer als die reinen Zahlung klang aber die Warnung in dem vollständigen Quartalsbericht an die Börsenaufsicht SEC. Darin hieß es unter anderem, ob Kodak weiter sein Geschäft betreiben könne, hänge davon ab, ob es neues Geld reinbekomme - mit dem Verkauf oder der Lizenzierung von Patenten oder auf anderem Wege. Und das Unternehmen könne nicht garantieren, dass es dies schaffen werde.
Bereits Anfang Oktober hatten Gerüchte über Insolvenz-Pläne, die später dementiert wurden, die Aktie abstürzen lassen. Vor mehr als hundert Jahren hat Kodak der analogen Fotografie seinen Stempel aufgedrückt. Mit Kleinbild-Filmen, Kameras und Maschinen zur Fotoentwicklung verdiente das Unternehmen früher ein Vermögen. Der Übergang zur digitalen Fotografie macht dem einstigen Vorreiter aber immer noch schwer zu schaffen.
Kodak versucht jetzt, sich vom Foto- zum Druckerspezialisten zu wandeln. Der Umbau läuft aber schleppend und kostet jede Menge Geld. Im vergangenen Quartal konnte das Druckergeschäft den Umsatz nur um wenige Millionen Dollar steigern. Die Anleger blicken Quartal für Quartal mit Sorge auf die Bargeld-Bestände. Der Aktienkurs ist seit dem Jahresbeginn um rund 80 Prozent eingebrochen, am Donnerstag gab es wieder ein saftiges Minus von über neun Prozent.
lgr/dpa
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